Kinder in Bewegung bringen

Motorische Gefühlswelt

In den ersten drei Lebensjahren vermischen Kinder noch willkürlich die verschiedenen Aspekte ihres Verhaltens. Motorische, emotionale und kognitive Prozesse fließen ineinander, wenn ein Kleinkind seinen Gefühlen Ausdruck verleiht.

Daraus folgt, dass auch Bewegung für das Kind ein unverzichtbares Mittel darstellt, einerseits Informationen über seine Umgebung, andererseits über seine eigenen Fähigkeiten zu sammeln.

Somit stellt sich der Familie auch die Aufgabe, von Anfang an die motorischen Bedürfnisse des Kindes im Sinne einer Förderung seiner Gesamtpersönlichkeit zu gewährleisten.

Jede Gelegenheit für das Kind, optische und akustische Reize in seiner Umgebung wahrzunehmen oder selbst zu erzeugen, sollte dabei willkommen sein, auch wenn Eltern damit manchmal an die Grenzen ihrer eigenen Leistungsfähigkeit gebracht werden.


Vorschulalter

Im Vorschulalter sollte die Bewegungserziehung in erster Linie der allgemeinen Gesundheitsförderung des Kindes dienen und sich den immer noch präsenten Bewegungstrieb des Kindes zu Nutzen machen, um motorische Fähigkeiten wie Geschicklichkeit, Kraft und Ausdauer zu fördern.

Der spielerische Aspekt sollte dabei unbedingt im Vordergrund stehen, nicht etwa zu erzielende Trainingseffekte, die allenfalls bewirken, dass das Kind den Spaß an der Bewegung verliert.

Hierbei spielt gerade die Familie als „sportliche Erziehungsinstanz“ eine tragende Rolle. Anregung und Vorbild der Eltern prägen in dieser Phase das (spätere) Verhalten des Kindes. Die Schaffung geeigneter Bewegungsräume in der familiären Umgebung sowie der regelmäßige Besuch sicherer Spielplätze stellen erste Möglichkeiten dar.

Daneben gibt es in vielen Sportvereinen Angebote für diese Altersgruppe, an denen oft auch die Eltern teilnehmen können.


Schulalter


Im Schulalter beginnt die bisher bewegungsärmste Zeit des Kindes. Einerseits bekommt es mit dem Stundenplan nun regelmäßige Termine, was hinsichtlich des permanenten Bewegungsdrangs des Kindes einer gewissen Anpassungszeit bedarf. Andererseits ist gerade   der Schulsport zunehmend von Etatkürzungen betroffen, was dazu führt, dass Sportstunden an Schulen häufig fachfremd unterrichtet werden oder ganz ausfallen.

Somit bleibt es bei sachlicher Betrachtung weitgehend den Eltern überlassen, für die motorische Entwicklung ihrer Kinder Sorge zu tragen. Gerade Sportvereine bieten aber vielfältig abgestufte Möglichkeiten, das familiäre Bewegungsangebot zu ergänzen.

Sie bieten zudem den Vorteil, neben den motorischer Fähigkeiten auch das Sozialverhalten der Kinder zu schulen, indem Kontakte zu Gleichaltrigen geknüpft und ausgebildet werden.


Sport ist Bewegung

Sicherlich ist das Angebot an Sportarten abhängig vom jeweiligen Wohnort. Nicht jede Stadt bietet noch ein flächendeckendes Angebot an Schwimmbädern, nicht jedes Dorf verfügt über ein Mädchenfußballteam.

Ein Blick in das Online-Angebot der betreffenden Kommune schafft hier schon einen ersten Überblick. Der Kontakt zu Mitschülern führt auch oft zu dem Wunsch des Kindes, sich einem Sportverein anzuschließen.

Eltern sollten diesen Wunsch respektieren und fördern, auch wenn das Interesse des Kindes an der jeweiligen Sportart nicht endgültig oder sein Talent vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennbar sein sollte.

Gerade in Mannschaftssportarten wie Fußball kann es aus diesen Gründen durchaus zu Anlaufschwierigkeiten kommen, über welche die elterliche Unterstützung hinweg helfen kann. Übervorsichtiges Verhalten der Eltern ist auch hier wenig hilfreich.

Etwaige Zweifel hinsichtlich der Methoden oder des sozialen Umfelds des jeweiligen Sportvereins können für gewöhnlich gemildert werden, wenn man sich vor Ort ein Bild der Gegebenheiten macht. Ein Kind, das partout den Spaß am Sport verloren hat, wird sich zu gegebener Zeit seinen Eltern mitteilen.

Bis dahin gehören auch Rückschläge zum erwünschten Lernprozess und werden in den meisten Fällen durch die teils langfristigen Vorteile mehr als aufgewogen, die sich für das Kind bei der Ausübung einer Sportart ergeben.

Es geht nicht um ein Leistungsprinzip, wenngleich dies nebenbei auch langsam ausgebildet wird, sondern darum, Spaß an einer gesunden Lebensführung zu üben und sich spielerisch gemeinschaftliche Regeln anzueignen.

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