Schlafstörungen

Schlaflosigkeit: Wenn die innere Uhr den Dienst versagt

Die Ursachen für Schlaflosigkeit oder Schlafstörungen sind vielseitig und lassen sich oft nicht eindeutig zuordnen. Das liegt nicht zuletzt an der Tatsache, dass der Schlaf ein auch heute noch im Grunde mysteriöses Phänomen darstellt.

Obwohl die Schlafforschung mittlerweile recht gut analysieren kann, wie Schlaf funktioniert, ist es ihr bislang nicht gelungen, eindeutig zu klären, warum es ihn überhaupt gibt. Sie bietet daher lediglich sich zum Teil widersprechende Hypothesen an.

Durchgesetzt hat sich dagegen inzwischen die Annahme, dass das Schlafbedürfnis eines Menschen Resultat seiner individuellen Veranlagung ist. Ein Erwachsener benötigt im Durchschnitt sieben bis acht Stunden Schlaf, wobei alte Menschen mit nur fünf bis sechs Stunden auskommen. Die genetische Disposition ist auch dafür verantwortlich, wann ein Mensch schlafen kann. Die Wissenschaft unterscheidet zwischen Morgentypen und Abendtypen, landläufig auch bekannt als Frühaufsteher und Nachteulen. Beide bleiben ein Leben lang ihrem Schlafverhalten treu.

Auch Schlafen will gelernt sein. Neugeborene verfügen über keinen geregelten Schlafrhythmus und verteilen ihr Bedürfnis nach 16 bis 20 Stunden Schlaf willkürlich über den Tag, wovon die dunklen Ringe unter den Augen junger Eltern oft Mitleid erregendes Zeugnis geben.

Die Wirkung anhaltender Störung des natürlichen Schlafbedürfnisses reicht von allgemeinem Leistungsabfall, Gereiztheit und Unaufmerksamkeit bis hin zu Depressionen und Wahnvorstellungen.

Umgang mit Schlafstörungen

Grundsätzlich gilt: Am wichtigsten ist es, die Ursache für die Schlafstörungen herauszufinden und zu beseitigen, auch wenn dies eventuell etwas Zeit in Anspruch nehmen sollte.

Suchen Sie bei andauernden Schlafstörungen unbedingt einen Arzt auf, bevor Sie eigenmächtig zur chemischen Betäubung in Form von Schlafmitteln greifen! Diese helfen in der Regel, wenn überhaupt, nur kurzfristig und beheben keinesfalls tiefer liegende Ursachen. Daneben rufen Medikamente zum Teil beträchtliche Nebenwirkungen hervor und es besteht überdies ein hohes Risiko, bei anhaltendem Konsum abhängig zu werden.

mögliche Ursachen

  • Seelische Probleme wie Familienprobleme, berufliche Sorgen, Partnerverlust, Prüfungsangst oder sehr harte geistige Arbeit
  • Überreizung durch zu langes, zu hartes Arbeiten oder zu langes Fernsehen
  • Unregelmäßige Schlafenszeiten durch Schichtarbeit oder durch die Zeitverschiebung bei einer Fernreise
  • Zu schweres Essen am Abend oder übermäßiger Genuss von Alkohol oder coffeinhaltiger Getränke
  • Schlechte Schlafbedingungen wie Lärm, schlechte Luft
  • Psychische Erkrankungen (z.B. Depressionen)
  • Körperliche Erkrankungen (z.B. Schmerzen)
  • Nebenwirkung von Medikamenten (z.B. Appetitzügler)

Vorbeugung 

  • Sorgen Sie für möglichst optimale Schlafbedingungen
  • gute Ausstattung der Betten
  • gut gelüftetes Schlafzimmer (Raumtemperatur nicht über 18°C)
  • wenn möglich: Ruhe und Dunkelheit
  • Halten Sie regelmäßige Schlafenszeiten ein
  • Achten Sie auf geregelte und gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und frische Luft
  • Meiden Sie schwer verdauliche Speisen und Coffein am Abend
  • Vermeiden Sie schwere körperliche Arbeit oder Leistungssport vor dem Schlafengehen, um den Kreislauf nicht übermäßig zu belasten
  • Entspannen Sie vor dem Schlafengehen, d.h. keine aufregenden Filme sehen oder sehr spannende Bücher lesen. Gilt insbesondere für Kinder
  • Bei Kindern ist es wichtig, jeden Abend die gleichen Schlafrituale (z.B. Spieluhr aufziehen, Geschichte vorlesen) durchzuführen

Gegenmaßnahmen

  • Körperliche Entspannung, z.B. durch ein warmes Bad (34-36°C, am besten mit schlaffördernden Zusätzen) oder das Trinken eins Glases warmer Milch
  • Gegen Nervosität kann autogenes Training helfen. Auch geistig entspannen, keine schwerwiegenden Probleme direkt vorm Zubettgehen diskutieren oder durchdenken
  • Tees, Bäder oder Arzneimittel mit Baldrianwurzel, Melisse, Hopfen, Passionsblume wirken am Tage beruhigend und in der Nacht schlaffördernd. Insbesondere die Einschlafbereitschaft wird gefördert.
  • Arzneimittel mit Johanniskraut können helfen, wenn eine depressive Stimmung Sie am Einschlafen hindert
  • Wenn man nicht schlafen kann, sollte man aufstehen und sich beschäftigen (z.B. einen beruhigenden Tee kochen, lesen), bis man wieder müde ist
  • Auch ein Glas Wein oder Bier kann das Einschlafen fördern. Mehr Alkohol hingegen führt zu Schlafstörungen
  • Sind die pflanzlichen Präparate nicht ausreichend wirksam, können kurzfristig rezeptfreie Präparate z.B. mit Doxylamin, die Schlafstörungen beheben

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