Trennung und Scheidung

"Hilfe, Papa zieht aus!"

Eine Trennung belastet alle Beteiligten, am meisten jedoch die Kinder. Für Eltern ist es nicht leicht, ihren Kindern von der anstehenden Scheidung zu erzählen. Klar ist nur: Das Leben der Familie wird sich ändern.

Die Trennung der Eltern ist für die meisten Kinder sehr schwierig zu überwinden. Sie werden mit einer großen Veränderung konfrontiert und erleben, dass mit der Familie alles, was ihnen bisher Halt gegeben hat, auseinanderbricht. Sie verlieren den ständigen Kontakt zum Vater. Teilweise verschlechtern sich die Wohnsituation und die finanzielle Lage oder die Mutter muss mehr arbeiten, wodurch sie auch weniger Zeit hat.

Wie spreche ich mit meinem Kind über die Trennung?

Der beste Zeitpunkt, um dem Kind von der Trennung zu erzählen, ist der Moment, an dem sich beide Elternteile darüber klargeworden sind, dass eine Trennung unvermeidbar ist und wie das Leben der Familie in Zukunft ablaufen soll.

Vater und Mutter sollten das Gespräch zusammen führen und ihrem Kind offen und ehrlich von ihrer Entscheidung erzählen. Für Kinder sind klare Verhältnisse am besten, auch wenn sie anfangs traurig sind. Es hängt vom Alter des Kindes ab, wie viel man ihm erzählen kann. Bei ganz jungen Kindern sollte man nicht zu sehr ins Detail gehen.

Die Kinder haben die schlechte Stimmung im Elternhaus bereits vor dem Gespräch mitbekommen. Manche haben schon geahnt, was auf sie zukommt, während andere Kinder von der Neuigkeit völlig überrascht sind. Sie reagieren mit Wut, Trauer und Verzweiflung. Es ist wichtig, dass Ihre Kinder diese Gefühle herauslassen können, um mit der Situation fertig zu werden.

Das Gespräch sollte sich vor allem um die zukünftige Situation des Kindes drehen. Bei wem soll das Kind leben? Wo wird der Vater wohnen? Wann und wie oft wird es den Vater besuchen können? Dem Kind sollte im Gespräch klarwerden, dass Papa und Mama zwar nicht mehr zusammenleben wollen, dass dies aber nicht bedeutet, dass das Kind auch einen Elternteil verlieren wird.

Gehen Sie davon aus, dass ein Gespräch nicht ausreichen wird, um die Situation zu erklären. Kinder kommen immer wieder mit Fragen und wollen alles noch einmal genauer wissen. Oft müssen Eltern das Gleiche mehrmals erklären. Zeigen Sie sich immer gesprächsbereit. Durch die Gespräche helfen Sie Ihrem Kind, die Situation zu verarbeiten und zeigen ihm, wie wichtig es für Sie ist.

Wie kann ich meinem Kind helfen?

Für Kinder ist es immer hilfreich zu merken, dass die Eltern auch nach der Trennung die Elternrolle gemeinsam wahrnehmen und die Zeit mit dem Kind untereinander aufteilen. Auch wenn es schwierig ist, sollten Sie selbst bei großen Differenzen versuchen, zum Wohle des Kindes miteinander zu kooperieren.

Eine Trennung löst bei Kindern immer Ängste aus, vor allem Verlustängste. Kinder befürchten zum Beispiel, dass die Eltern sie nicht mehr lieb haben oder dass sie einen Elternteil ganz verlieren. Sie machen sich häufig für die Trennung verantwortlich oder haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich amüsieren, obwohl zu Hause dicke Luft herrscht. Setzen Sie sich mit den Ängsten und Befürchtungen Ihres Kindes auseinander, sagen Sie ihm, dass sie unbegründet sind und zeigen Sie, dass Sie immer für Ihr Kind da sind.

Sie sollten recht schnell zur Normalität übergehen und Ihren Kindern einen regelmäßigen Tagesablauf bieten, damit sie das Gefühl von Sicherheit vermittelt bekommen. Wichtig ist, dass beide Elternteile alle Bereiche in der Erziehung abdecken. Vermeiden Sie, dass der Wochenendpapa für Freizeitaktivitäten zuständig ist, während sich die Mutter nur mit den Hausaufgaben und organisatorischen Problemen herumschlagen darf.

Sie könnten auch einrichten, dass Ihr Kind einmal in der Woche bei den Großeltern ist. Opa und Oma sind weitere wichtige Bezugspersonen, die dem Kind Halt geben und ihm helfen können, die Trennung zu akzeptieren.

Sie sollten Ihren Kindern so viel Unterstützung wie möglich zur Verarbeitung der Trennung geben. Kinder brauchen in der Zeit viel Liebe und Zuwendung. Am besten unternehmen Sie viel gemeinsam, weil auch Ablenkung in dieser schweren Zeit hilft. Sie können auch zusammen ein kindgerechtes Buch zum Thema Trennung und Scheidung lesen, was für Kinder sehr hilfreich sein kann, um mit der neuen Situation zurechtzukommen.

Kinder brauchen viel Zeit, um die Trennung der Eltern zu verarbeiten, die einen mehr, die anderen weniger. Kleinkinder bis zu drei Jahre bekommen im Allgemeinen noch nicht viel davon mit. Ältere Kinder leiden sehr unter einer Scheidung, während Jugendliche meistens schneller damit zurechtkommen, weil sie die Gründe der Eltern leichter nachvollziehen können.

Angelina Kalden



Kommentare

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Micha

am 25. 2011-03-25 2011 um 20:48 Uhr

Wir sind seit fast 10 Jahren verheiratet haben 2 Kinder z.Z. 6 Jahre und wohnen zur Miete in einem Haus.
Meine Frau hat seit gut 2 Jahren ein Verhältnis und möchte sich trennen, da Sie ihr Verhältnis liebt.
Finanziell sind wir allerdings so aufgestellt, dass im Moment eine Trennung der Wohnverhältnisse schlecht möglich wäre. Außerdem haben wir seit 2 ½ Jahren die Vereinbarung, dass ich mich an Arbeitstagen meiner Frau um die Kinder kümmere. Meine Frau arbeitet in 12 h Schichten. Somit habe ich ein Großteil der Erziehung übernommen und auch noch den Spagat zwischen Kindern und Selbstständigkeit hinbekommen. Meine Frau hat sich immer beschwert durch ihre Arbeitszeiten zu wenig Zeit für die Kinder zu haben, ist jedoch auch angeblich zur Arbeit gefahren um ihn zu treffen, war also gar nicht arbeiten, hat sie zugegeben!
Da ihre neue Beziehung in XXXXXX lebt habe ich die Befürchtung, dass Sie nach der Trennung dorthin umzieht, was Sie aber vehement verneint. Die Kinder haben ihr soziales Umfeld hier im Ort(Fußball etc), sie werden dieses Jahr noch eingeschult im Ort mit der kompletten Kindergartengruppe. Die Kinder hängen sehr an uns beiden, ich mache jetzt schon Veränderungen aus, weil wir als Eltern nicht mehr recht miteinander klarkommen. Leider ist es mir emotional 2 Mal passiert den Kindern gegenüber zu sagen, das meine Frau einen neuen Freund hat und nicht mehr mit dem Papa zusammen ist, dass wirft mir meine Frau immer wieder vor. Ich weiß, dass dies ein großer Fehler gegenüber meiner Kinder war. Wenn Sie jetzt noch umziehen würde und die Kinder auch noch zusätzlich ein neues Umfeld bekommen würden gäbe das bei den Beiden einen extremen seelischen Schaden.
Auf der einen Seite möchte Sie eine schnelle und saubere Trennung, auf der anderen Seite will Sie auch, dass ich noch bis September mit im gemeinsamen Haus wohne. Dazu muss ich anmerken, der Arbeitsvertrag meiner Frau endet in 6 Monaten danach möchte Sie eine Umschulung machen.
Seit kurzem fragt Sie nun nach meinem Einkommen als Selbstständiger und wie es sich dieses Jahr entwickeln wird. Dazu muss ich anmerken, ich habe mich erst 2009 selbstständig gemacht und seit Mai 2010 begann meine Unternehmung erst richtig zu laufen.
Sie droht damit, wenn wir uns sofort trennen auch sofort ihren Arbeitsvertrag zu kündigen, da Sie ansonsten eine Versorgung der Kinder nicht gewährleisten kann. Mein Vorschlag war es, dass die Kinder mit zu mir ziehen, sie jedoch jeder Zeit kontakt haben soll. Ich will ihr die Kinder nicht entziehen, sehe aber, das Sie mir die Kinder entziehen wird bei einer Trennung. Ich hatte mich auch schon um eine Wohnung für Sie ganz in der Nähe gekümmert (Luftlinie 500 Meter), aber der Vorschlag von mir, welcher vorher als gut befunden wurde war mit einmal schlecht. Problem auch noch, ihr neuer Freund mischt sich mit ein in der Form von Ratschlägen etc.

Da ein Zusammenleben für mich z.Z. eine extreme seelische und auch körperliche Belastung bedeutet versuche ich gerade ein Haus zu kaufen im Ort für die Kinder und mich. Hier gibt es dann sicherlich den nächsten Knackpunkt! Was kann passieren, wenn ich mit den Kindern einfach in das neue Haus ziehe?

Meine Frau möchte auf keinen Fall auf die Kinder verzichten, ich allerdings auch nicht! Die Kinder sind Wunschkinder da wir uns zu einer künstlichen Befruchtung entschließen mussten um überhaupt Kinder zu bekommen.

Die Trennung des Haushaltes wird denke ich das wenigste Problem sein, da wir uns nicht so viel angeschafft haben.

Gestern Abend ist im Gespräch ihr irgendwie eine Sicherung durch geknallt und Sie wurde sehr emotional laut (mit Stinkefinger etc.), so dass ich befürchte dass es zu einem extremen Rosenkrieg kommen wird wegen der Kinder.

Ich möchte versuchen, die Kinder aus allem herauszuhalten obwohl ich schon 2x den Fehler begangen habe sie mit reinzuziehen. Wie kann man so etwas managen?


Vor einiger Zeit habe ich versucht ganz behutsam die Kinder auf eine Trennung vorzubereiten. Sohnemann bekam einen Weinanfall und Töchterchen fragte traurig ob sie mich dann nicht mehr sehen kann.
Ich weiß nicht, wann der richtige Zeitpunkt für so ein Gespräch ist, aber meine Frau hat es mitbekommen und verteufelt mich dafür!


Stefan

am 03. 2010-10-03 2010 um 14:54 Uhr

Gerechtigkeit für Eltern und Kinder
bei Trennung der Eltern

Eltern sollten gemeinsam für die Kinder da sein! Entweder, wenn es funktioniert im Wechselmodel oder besser(was ich finde) wenn 2 Kinder im Haushalt leben - eines wohnt ( sofern ein Kind lieber beim Vater ist ) beim Vater und das andere, (wenn es lieber bei der Mutter ist), bei der Mutter. Somit hat jedes Kind seinen Lebensmittelpunkt. Am Wochenende Freitag bis Montag früh sind dann immer beide Kinder zusammen. Freitag holt Vater oder die Mutter beide Kinder von z.B. Schule ab und bringt sie am Montag früh auch wieder dort hin, am nächsten Freitag und Montag macht das der andere Elternteil. Die Kinder sind entweder beim Vater oder bei der Mutter im wöchentlichen Wechsel. Ein Kind ist beim Vater als 1. Wohnsitz, das andere als 2.Wohnsitz gemeldet und auch umgekehrt! Persönlich hätte ich auch nichts dagegen, dass die Eltern sich auch verabreden während der Woche, wenn ein Kind einmal zur Mutter oder Vater möchte. Vorteil: Die Kinder wissen wo sie wohnen und haben ihren festen Lebensmittelpunkt, die Geschwister sind am Wochenende immer zusammen! Für die Eltern hat es den Vorteil, dass sie beide den Alltag der Kinder erleben und nicht aus der Elternrolle verband sind die Elternrolle ist gerecht verteilt. Kosten werden selbstverständlich geteilt. Kinderkrippe, Kindergarten, Hort ,Kleidung und auch andere Kosten. Bei mir wird es natürlich so sein, dass es für mich eine Selbstverständlichkeit sein wird, dass ich Kleidung kaufe oder auch andere alltägliche Kosten die sich aus der Gegebenheit ergeben, zahle. Sicherlich werden sich auch Situationen verändern, wenn die Kinder älter werden. Hier würde ich allen Eltern raten, dass sie sich ohne Streit gemeinsam neu einigen oder auch verändern. Desto älter Kinder werden, desto mehr werden sie auch selber sagen was sie sich wünschen und je mehr die Eltern dem Wunsch der Kinder gerecht werden, desto weniger werden Kinder leiden!
Hören sie auf die Gefühle Ihrer Kinder und werfen sie sich bei der Trennung nicht immer gegenseitig Vorwürfe zu! Einigen sie sich gütlich, wenn möglich ohne Gericht! Auch die Kosten, Nerven und Zeit verringern sich sehr!
Wechselmodell:
Wechselmodell, ist für die Kinder(die damit klar kommen) das Beste nach dem Wohnmodell. Sehr gut für Familien mit nur einem Kind. Hierbei ist es auch so, dass beide Eltern den Alltag der Kinder miterleben und sich nicht nur auf die Mutter beschränkt. Das Kind erlebt natürlich auch das Leben beider Eltern mit. Voraussetzung ist, dass die Eltern sich gütlich einigen und sich gemeinsam für ihr Kind/er einsetzen. Dabei werden natürlich auch die Kosten selbst getragen bzw. Unkosten, wie auch beim Wohnmodell, geteilt. Der Ablauf findet z.B. im wöchentlichen Wechsel statt. Freitag wird das Kind z.B. von der Schule von Mama abgeholt und eine Woche durch sie betreut, am darauffolgenden Freitag noch zur Schule gebracht.
An diesem Freitag kommt dann der Vater und holt das Kind ab und betreut es für eine Woche. Dabei darf z.B. die Schule nicht zu kurz kommen. Informationen durch z.B. Schule, Kindergarten, Hort müssen zwischen den Eltern selbstverständlich ausgetauscht werden.
Für dass Kinder ist es sehr gut, da es keinen Elternteil verliert und beide Eltern zu gleichen Teilen behält. Gleiches gilt auch für die Eltern.
Leider ist es früher wie heute so, dass immer Rache geschürt wird und diese über die Kinder ausgetragen wird. Die Mutter beharrt sehr oft darauf, dass die Kinder nur zu dieser gehört obwohl die Kinder immer Vater und Mutter hatte!
Nach einer Trennung soll sich aber immer alles ändern und vor allem dass der Vater sich aus dem Leben der Mutter verzieht , dabei aber Unterhalt bezahlt und die Mutter gut von dem Geld Leben kann, bei wenig Eigenleistung im Geldverdienen. Dabei bekommt sie min. für ein Kind 230,- Unterhalt und 184,- Kindergeld = 414,- € .Es ist selbstverständlich dass Kinder Geld kosten, es darf aber nicht so sein dass ein Elternteil das Geld und die Kinder (Kinderfreuden) allein haben kann und der andere seine Kinder so gut wie nie sehen darf (alle 14 Tage für 2 Tage, das entspricht von 30 Tagen im Monat 8 Tage) – aber das Geld schon heran schaffen muss/soll.

Ich sehe es so, Kinder sind eine Verpflichtung und Verantwortung für beide Eltern und beide Eltern nicht nur das Geld in den Vordergrund stellen dürfen sonder die Belange des Kindes im Vordergrund stehen müssen.
Da müssen natürlich alle Familien begutachtet werden, nicht in jeder Familie wird dieses Modell funktionieren. In machen Familien gibt es Eltern -Teile die keine Betreuung/Verantwortung übernehmen möchte und dann selbstverständlich auch nur einem Elternteil das Kind/die Kinder zugesprochen werden sollen.
Es gibt aber auch sehr viele Familien, wo der Vater einen sehr großen, vielleicht sogar den größeren Teil über Jahre übernommen hat und in seine freie Zeit immer viel Liebe und Verantwortung für die Kinder aufgebracht hat. Es gibt Väter die würden auch Ihre Arbeitszeit für so ein Wohn- oder Wechselmodell so verändern, dass alle Kosten zu tragen sind und gleichzeitig genug für die oder das Kind/er aufgebracht werden kann.

Für alle Richter und Rechtsanwälte sollte man an ihren Verstand appellieren, damit auch Väter zu ihrem Recht kommen! 2.10.2010 ST

!


Claudia Schiller

am 08. 2009-01-08 2009 um 13:59 Uhr

Vielen Dank für diesen einfühlsamen Artikel. Trennungen sind nie leicht. Schon gar nicht für Kinder!


 

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