Was bringt der Corona-Digitalisierungsschub für Familien?

Arbeitsleben

Was bringt der Corona-Digitalisierungsschub für Familien?

Die Flexibilisierung des Arbeitslebens birgt viel Potenzial für familienfreundliche Lösungen. Familien müssen die entsprechenden Entwicklungen jedoch aktiv für sich nutzen.

Eine Folge der Corona-Pandemie, die zweifellos auch nach deren Abflauen Bestand haben wird, ist der bemerkenswerte Digitalisierungsschub in vielen Lebensbereichen. Dazu trugen die verstärkte Arbeit im Homeoffice und das – allerdings häufig mit vielen Problemen verbundene – Lernen zu Hause ebenso bei wie die Kontaktbeschränkungen während der Lockdowns, die die Verlagerung zahlreicher Aktivitäten in den virtuellen Raum stimuliert haben.

Betroffen davon sind nicht nur das Arbeiten, Einkaufen und der Lehrbetrieb an Schulen und Universitäten, sondern zum Beispiel auch das Vereinsleben vieler Vereine, privates politisches Engagement in Parteien oder Verbänden und verschiedene Freizeitaktivitäten. Die Auswirkungen dieses Digitalisierungsschubs auf Familien werden aktuell kontrovers diskutiert. So birgt eine Flexibilisierung des Arbeitslebens zwar viel Potenzial für familienfreundliche Lösungen, doch gleichzeitig wird häufig eine fehlende Trennung zwischen Berufs- und Privatleben beklagt. Und bei Kindern ist eine ausgeprägtere Medienkompetenz zwar wünschenswert, andererseits besteht die Gefahr, dass die schulische und spielerische Nutzung digitaler Medien insgesamt zu viel Raum einnimmt.

Ähnliche Positiv- und Negativbeispiele ließen sich auch in den meisten anderen Bereichen finden, in denen die Digitalisierung unter dem Einfluss der Corona-Pandemie schneller und intensiver vorangeschritten ist, als dies vermutlich unter normalen Bedingungen der Fall gewesen wäre. Inwieweit sich der Digitalisierungsschub für Familien positiv oder negativ auswirkt, lässt sich vor diesem Hintergrund nicht pauschal beantworten. Von Vorteil ist es jedoch sicherlich, wenn Familien die entsprechenden Entwicklungen nicht nur auf sich zukommen lassen und reaktiv damit umgehen, sondern sie vielmehr aktiv für sich nutzen und gestalten.

Verschiedene digitale Möglichkeiten miteinander kombinieren

Ein Beispiel dafür ist die Kombination von Fernbetreuung und Arbeit im Homeoffice. Viele Eltern haben es in den Monaten der pandemiebedingten Kita- und Schulschließungen als erhebliche Doppelbelastung empfunden, wenn sie berufliche Arbeits- und elterliche Betreuungsleistungen faktisch gleichzeitig erbringen mussten. Und in der Praxis ist es natürlich kaum möglich, konzentriert seine Arbeit zu erledigen und parallel dazu einem Kind eine Schulaufgabe zu erklären oder ein Kleinkind spielerisch zu beschäftigen. Eine digitale Fernbetreuung und virtuelles Babysitting per Videochat können hier zumindest bei größeren Kindern für etwas Entlastung sorgen. Natürlich eignen sich diese Möglichkeiten nicht für Babys oder sehr kleine Kinder, aber als Unterstützung bei der Erledigung von Hausaufgaben oder beim Festigen von Lernstoff können sie sich durchaus bewähren.

Auch die Kombination einer Angestelltentätigkeit mit dem Aufbau eines selbstständigen Geschäfts im virtuellen Raum kann dazu beitragen, Arbeits- und Familienleben besser miteinander zu vereinen, ohne dass dies zu materiellen Einschnitten führt. Dabei ist allerdings ein besonders hohes Maß an Selbstdisziplin erforderlich, besonders in der Gründungs- und Aufbauphase. Später hingegen kann es durchaus sein, dass der laufende Zeit- und Arbeitsaufwand geringer ist als bei einer nicht selbstständigen Tätigkeit. Wer sich mit einem eigenen Onlineshop, einem digitalen Info-Produkt oder ähnlichen Angeboten ein zweites Standbein aufbauen möchte, sollte dabei jedoch von Anfang an auf optimale Online-Sichtbarkeit achten und damit sicherstellen, dass sich die Mühe überhaupt lohnt.

Denn was wäre das inhaltlich beste Angebot wert, wenn potenzielle Kunden davon nichts oder nur über Umwege erfahren? Die Einbeziehung einer erfahrenen, professionell arbeitenden Onlinemarketing-Agentur ist daher sinnvoll und kann helfen, eine Menge Zeit und Geld zu sparen. Ein weiterer Aspekt, der sowohl bei selbstständigen als auch bei nicht selbstständigen Tätigkeiten relevant ist, sind die Rationalisierungspotenziale digitaler Lösungen. Ob bei der Beantwortung von Routineanfragen, in der Buchhaltung oder beim innerbetrieblichen Reporting – viele administrative Aufgaben lassen sich heute bereits weitgehend automatisiert erledigen. Die dafür notwendigen Apps und Programme werden von vielen Arbeitgebern durchaus gern erworben und eingesetzt, wenn dies nachweislich zu einer höheren Arbeitszufriedenheit und Effizienz im Unternehmen beiträgt oder eine familienfreundlichere Arbeitsgestaltung ermöglicht.

Externe Unterstützungsmöglichkeiten nutzen

In ihrem Bemühen, den gegenwärtigen Digitalisierungsschub für sich zu nutzen, sind Familien, Arbeitnehmer und Selbstständige übrigens nicht allein auf sich selbst gestellt, sondern können verschiedene Hilfsangebote nutzen. So haben kleinere und mittelständische Unternehmen beispielsweise die Möglichkeit, staatliche Fördermittel in Anspruch zu nehmen, wenn sie damit Digitalisierungsmaßnahmen umsetzen wollen. Förderfähig sind dabei nicht nur Investitionen in die benötigte Hard- und Software, sondern auch die Kosten für Qualifizierungsmaßnahmen von Beschäftigten, die in diesem Zusammenhang notwendig und sinnvoll sind.

Davon profitieren nicht nur die Unternehmen, sondern zugleich auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich auf diesem Wege und ohne übermäßige Belastung des Arbeitgebers fachlich weiterbilden und wertvolle Zusatzqualifikationen erwerben können. Für Familien wiederum gibt es inzwischen eine Reihe von Beratungsangeboten staatlicher, kirchlicher oder privater Träger, die sich speziell mit den Problemen beschäftigen, die aus der zunehmenden Digitalisierung bei der Arbeit und im Privatleben resultieren können und dafür Lösungsmöglichkeiten vorschlagen.

Oftmals finden Familien aber auch ganz von selbst kreative Wege, die neuen Möglichkeiten zum Vorteil aller Familienmitglieder zu nutzen. So bleibt möglicherweise unter der Woche mehr Zeit für einen gemeinsamen Spaziergang am Abend oder gemeinsame sportliche Aktivitäten im Freien, wenn die Eltern weniger Zeit mit Bus, Bahn, Auto oder Fahrrad benötigen, um zur Arbeit und zurück zu gelangen.

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