Wohnformen

Alle unter einem Dach: So ist Mehrgenerationenwohnen möglich

Das Mehrgenerationenwohnen bietet eine Menge Vorteile. Der größte dabei ist wohl das Thema Einsamkeit im Alter, das auf diese Weise gar nicht erst zum Thema wird. Wir zeigen, wie das Leben mit der Großfamilie unter einem Dach möglich ist.

Wenn Großeltern mit ihren Kindern und Enkelkindern unter einem Dach leben, dann kann man schon von einem Mehrgenerationenhaus sprechen. In manchen Fällen kommen vielleicht noch die Urgroßeltern dazu. Hier gilt eigentlich: Je mehr desto besser. Es handelt sich hierbei um viel mehr als eine bloße Zweckgemeinschaft, sondern eine große Familie. Das Mehrgenerationenwohnen bietet dabei eine Menge Vorteile. Der größte dabei ist wohl das Thema Einsamkeit im Alter, das auf diese Weise gar nicht erst zum Thema wird. Wir zeigen, wie das Leben mit der Großfamilie unter einem Dach möglich ist.

Die gesamte Familie unter einem Dach hat Tradition

Schon seit Jahrtausenden leben ganze Familien gemeinsam unter einem Dach. Das war bereits in der Steinzeit so, als sich Jung und Alt rund um das Lagerfeuer versammelten. In den vergangenen 50 Jahren wurde das doch immer seltener.

Unter anderem ältere Menschen, etwa 6 Millionen in Deutschland, leben häufig allein. Mittlerweiler hat man jedoch wieder die Vorzüge solcher Wohnkonzepte entdeckt.

Was bedeutet eigentlich Mehrgenerationenwohnen?

Das Mehrgenerationenwohnen hat jedoch nicht immer unbedingt nur etwas mit Familienzugehörigkeit zu tun, auch wenn die Großfamilie wohl einen möglichen Idealzustand darstellt.

Sobald mehrere Generationen von Jung bis Alt unter einem Dach vereint sind und eine Gemeinschaft bilden, kann man von einem Mehrgenerationenwohnen sprechen.

Der Fokus liegt dabei auf dem Wort „Gemeinschaft“. Jedes Mitglied übernimmt dabei verschiedene Aufgaben und kann dennoch die eigene Persönlichkeit entfalten.

Jung und Alt können von dem Arrangement profitieren

Einer der größten Vorteile eines Mehrgenerationenwohnens ist wohl die Unterstützung. Kinder können von den Großeltern betreut werden, wenn die Eltern sich einen schönen Abend machen möchten. Andererseits kann sich um die Großeltern gekümmert werden, falls die einmal pflegebedürftig werden sollten.

Eine perfekte Ergänzung für ein Mehrgenerationenwohn-Projekt kann eine 24-Stunden-Betreuung durch einen Anbieter wie die Deutsche Seniorenbetreuung sein, falls die älteren Mitglieder einmal pflegebedürftig werden. Als intensivste häusliche Pflegeform ist die 24-Stunden-Betreeung nicht immer notwendig, aber gerade bei Berufstätigkeit der jüngeren Generation sehr hilfreich. Zudem entlastet das die Familie auch in der Freizeit und ermöglicht es, das harmonische Familienleben über mehrere Generationen hinweg zu erhalten, ohne jemandem zusätzliche Belastung aufzuerlegen.

Ein besonderer Vorteil der 24-Stunden-Betreuung gerade beim Zusammenleben mehrerer Generationen ist auch die dauerhafte Präsenz einer geschulten Fachkraft, die bei eventuellen Herausforderungen in der Wohnsituation der gesamten Familie unter die Arme greifen kann.

Daneben bietet das Mehrgenerationenwohnen noch weitere Vorteile:

  • Verteilung von Aufgaben im Haushalt
  • Austausch von Erfahrungen
  • Wohn- und Lebenshaltungskosten sparen
  • keine Einsamkeit
  • Sozialkontakte
  • keine Langeweile

Dabei gilt es zu beachten, dass dieses Wohnkonzept nicht unbedingt für alle Menschen geeignet ist.

Mögliche Nachteile des Konzepts

Denn es gibt auch einige Nachteile, die sich aus dem Mehrgenerationenwohnen ergeben können.

  • Es kann durch unterschiedliche Ansichten zu Meinungsverschiedenheiten kommen.
  • Keine Distanz und wenig Privatsphäre für die Mitglieder.
  • Mehr Verpflichtungen und weniger Flexibilität.
  • Es ist immer etwas los.
  • Je mehr Menschen zusammenkommen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich manche Personen nicht verstehen.

Machen einem diese Nachteile nichts aus, kann man sich darauf konzentrieren, das Wohnkonzept in die Tat umzusetzen.

Ein Geben und Nehmen von allen

Beim Mehrgenerationenwohnen sollte es eine feste Aufgabenverteilung geben. Im Alltag ist somit jeder für seinen bestimmten Bereich zuständig. Ohne feste Regeln kann es nicht funktionieren. Wie bereits erwähnt, können die älteren Mitglieder mit der Kinderbetreuung betraut werden. Natürlich fallen darüber hinaus noch viele weitere Aufgaben an, die es zu verteilen und erfüllen gilt.

Die passende Umgebung

Eine sechsköpfige Familie in einer Drei-Zimmer-Wohnung unterzubringen, entspricht nicht dem Gedanken des Mehrgenerationenwohnens. Wichtig ist, dass alle ausreichend Platz haben, um sich entfalten zu können. Idealerweise ist die passende Umgebung ein Haus, in dem jedes Familienmitglied seinen eigenen Bereich haben kann, der auch respektiert werden sollte.

(Besitz-)Verhältnisse klären

Ein wichtiges Thema im Vorfeld, sind die finanziellen Angelegenheiten. Die Frage ist hier: Wem gehört was? Damit es am Ende nicht zu Streitigkeiten ums Geld kommt, sollten diese Besitzverhältnisse geklärt und schriftlich festgehalten werden.

Gleiches gilt für andere Verhältnisse. Für die Mehrgenerationen-WG sollte in Absprache mit allen Beteiligten ein Regelwerk aufgestellt werden, das mögliche Aufgaben bereits beinhaltet.

Offenheit untereinander

Ein ehrlicher und offener Umgang hilft dabei, Probleme, die garantiert aufkommen werden, aus der Welt zu schaffen. Hier kann ein festes wöchentliches Treffen helfen, bei dem alle Mitglieder zusammenkommen, um in Dialog miteinander zu treten. Kritikfähigkeit und Kompromissbereitschaft sind essenziell für ein harmonisches Zusammenleben.

Chemie muss stimmen

Wie immer im Leben müssen sich die Menschen in einem Mehrgenerationenhaus verstehen. Natürlich hat man manchmal ein paar persönliche Probleme, die sich meist schnell aus der Welt schaffen lassen. Wichtig ist jedoch, dass insgesamt die Chemie stimmt. Gibt es Personen, die partout nicht miteinander können, ist dieses Wohnkonzept eher ungeeignet für sie.

Rücksicht nehmen

In diesem Zusammenhang ist das Thema Rücksichtnahme auch sehr wichtig. Alle passen aufeinander auf und nehmen dennoch immer den Abstand, wenn eine Person dies braucht.

Förderungen solcher Wohnkonzepte

Die Finanzierung, beispielsweise um ein passendes Haus zu kaufen oder zu bauen, kann ganz schön ins Geld gehen. Glücklicherweise werden diese Wohnkonzepte von staatlicher Seite gefördert. Eine einmalige Summe von bis zu 30.000 Euro plus 10.000 jährlich können dabei helfen das Mehrgenerationenhaus umzusetzen.

Fazit

Das Mehrgenerationenwohnen bedeutet eine Menge Arbeit und Einsatz für alle Beteiligten. Dennoch kann sich diese Form des Zusammenlebens lohnen, und zwar nicht nur für Großfamilien, sondern auch für Menschen, für die sich quasi eine Wahlverwandtschaft hierdurch ergibt. Trotzdem will die Entscheidung gut überlegt sein, weil viel Verantwortung mitschwingt.

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