Trends bei Vornamen

Vornamen zwischen Kevinismus und Emilismus

Wer einen Vornamen für seinen Nachwuchs sucht, dem schadet ein Blick auf aktuelle Trends nicht. Aber was verbirgt sich hinter den Trends Emilismus und Kevinismus? Und was sind die Spitzenreiter der Vornamensstatistiken?

Die deutschen Vornamentrends findet man im Internet auf der Seite des Hobby-Vornamensforschers Knud Bielefeld. Auf www.beliebte-vornamen.de stellt er jährlich die Toplisten der in Deutschland vergebenen Vornamen zusammen. Da es keine amtliche Namensstatistik in Deutschland gibt, hat Knud Bielefeld es sich zur Aufgabe gemacht eine möglichst aussagekräftige Statistik aufzustellen.

Diese unterscheidet sich von der Statistik der Gesellschaft für deutsche Sprache dadurch, dass sie zwischen ersten und zweiten Vornamen unterscheidet. Deshalb sind zum Beispiel die Mädchennamen Marie und Sophie in der Statistik von Knud Bielefeld nicht Spitzenreiter. Im Jahr 2008 hat er über 100.000 Geburtsmeldungen von über 300 Geburtskliniken, Standesämtern und Geburtshäusern aus ganz Deutschland ausgewertet. Gerade hat er nun die Statistik für das erste Halbjahr 2009 veröffentlicht.

Welche Namen liegen im Trend?

Wie auch in den Vorjahren liegen im Moment die Namen Hanna(h) und Leon auf Platz 1, gefolgt von Leonie und Mia, bzw. Lukas/Lucas und Luca/Luka. Im Großen und Ganzen sind dieselben Namen in den Top 15 wie 2008, nur die Reihenfolge hat sich geändert. So ist zum Beispiel Marie von Platz 13 auf Platz 8 geklettert, bei den Jungen stieg Luis/Louis von Platz 6 auf Platz 11 ab. Bis zum Jahresende kann sich da aber natürlich noch einiges tun. Wie in den letzten Jahren auch, sind hauptsächlich zweisilbige Vornamen unter den Top 15. Die häufigsten Anfangsbuchstaben sind L (6mal) und S (3 mal) bei den Mädchennamen, sowie L (4 mal), J, M und F (jeweils 2 mal) bei den Jungen.

Wenn man über die Top 15 hinaus blickt auf die allgemeinen Trends in der Namensgebung, können einem zwei Richtungen auffallen, die durchaus mit Vorurteilen behaftet sind.

Kevinismus

Dieser Begriff wurde in der Satire geprägt und bezeichnet den Trend ausländische, speziell englische und französische aber auch italienische und spanische, Namen zu vergeben, die von den Eltern selbst nicht immer korrekt ausgesprochen und geschrieben werden können. Klassische Beispiele für Kevinismus sind neben Kevin auch Justin, Miguel, und Jason oder bei den Mädchen Jacqueline, Chantal und Jolina. Häufig werden dabei auch Prominente und ihre Kinder als Vorbilder genommen, so häufen sich zum Beispiel Kombinationen wie Angelina Jolie oder Namen wie Diego oder Romeo.

Emilismus

Als Emilismus wird satirisch eine zweite große Strömung der momentanen Namensgebung bezeichnet. Dies ist der Trend alte Namen zu vergeben, die schon vor 100 Jahren gängig waren. Besonders beliebt sind neben Emil, Namen wie Anton und Oskar oder Charlotte, Paula und Mathilda. Aus dem Germanischen stammende Namen wie Gertrud oder Hermann sind aber noch nicht so häufig. Die meisten Namen die im Emilismus vergeben werden sind lateinischer, griechischer oder auch französischer (z. B. Charlotte) oder englischer (z. B. Oscar) Herkunft. Auch der Emilismus hat Prominente Vertreter, so nannte der Schauspieler August Diehl seine Tochter Elsa Augusta.

Ob nun Kevinismus oder Emilismus, in beiden Fällen sind die Eltern bestrebt, ihrem Kind einen seltenen Vornamen zu geben. Nur suchen die einen dafür im Ausland und die anderen in der Vergangenheit.

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