Antibiotika töten gute wie schlechte Bakterien

Probiotika helfen dem Darm nach einer Antibiotika-Behandlung

Probiotika helfen dem Darm nach einer Antibiotika-Behandlung

Antibiotika sind Wundermittel, mit denen lebensbedrohliche Kinderkrankheiten geheilt werden können. Kein Kind muss mehr an einer Infektion sterben. Antibiotika richten allerdings in unserem Darm auch Schaden an, denn sie vernichten neben den krankmachenden Bakterien auch die für den Menschen nützlichen.

Mein Sohn hatte Scharlach, bekam vom Kinderarzt das Antibiotikum Penicillin verschrieben und war schon am Tag nach der ersten Einnahme wieder fit. Tolles Medikament, dachte ich, erinnerte mich dann aber, gelesen zu haben, dass nach einer Antibiotika-Behandlung irgendetwas im Körper durcheinander geraten kann. 

In Giulia Enders Bestseller „Darm mit Charme“ fand ich die Antwort: „Antibiotika töten gefährliche Krankheitserreger sehr zuverlässig ab. Und deren Freunde. Und deren Bekannte. Und ferne Bekannte der Bekannten. Das macht sie zu den besten Waffen gegen gefährliche Bakterien – und zu den gefährlichsten Waffen gegen die besten Bakterien.“ Das heißt: Antibiotika töten nicht nur schlechte, krankmachende Bakterien; auch gute Bakterien, wie Bifidobakterien oder Lactobazillen, müssen dran glauben. Bei der Einnahme eines Antibiotika-Präparates können bis zu 70 Prozent der gesunden Darmflora zerstört werden. 

Darmflora verändert sich nach Antibiotika-Behandlung

Für die meisten Menschen ist das nicht weiter schlimm, ihre Darmflora kommt nach einer gewissen Zeit wieder ins Gleichgewicht und die nützlichen Bakterien sind wieder in der Mehrzahl. Bei anderen Menschen allerdings bleibt das Bakterienmileu im Darm nach einer Antibiotika-Behandlung für immer verändert. Besonders bei kleinen Kindern und älteren Menschen kann das geschehen und unangenehme Folgen haben. „Die Vielfalt unserer Darmmikroben nimmt durch sie (die Antibiotika-Behandlung) deutlich ab, und ihre Fähigkeiten können sich verändern – zum Beispiel, … ob Vitamine hergestellt werden oder welche Nahrung verwertet wird“, schreibt Giulia Enders. 

Bereits geringe Mengen Antibiotikum verändern das mikrobielle Gleichgewicht im Darm und können Durchfall oder Schlimmeres bescheren, denn eine intakte Darmflora ist für die Immunabwehr wichtig. Etwa 80 Prozent des Immunsystems sitzt im Darm. 

Selbst wer nie Antibiotika zur Bekämpfung einer Krankheit genommen hat, bekommt welches ab, wenn er tierische Produkte aus Massentierhaltung isst. Über Milch, Joghurt, Käse, Eier und Fleisch nimmt er die den Tieren verabreichten  Antibiotika auf. Auch an Obst und Gemüse kann sich noch Kot von diesen Tieren befinden, da die Felder damit gedüngt werden.
 
Resistente bakterielle Krankheitserreger sind gefährlich


Eine langfristige und weitaus gefährlichere Folge ist jedoch die Resistenzbildung. Dann befinden sich im Körper noch bakterielle Krankheitserreger, die durch das Antibiotikum nicht vernichtet wurden, weil sie gegenüber dem Medikament resistent sind. Das kann passieren, wenn man mit dem Antibiotika zu sorglos umgeht – es vorzeitig absetzt oder sich nicht an die Einnahmevorschrift hält. Die Folge: „Jedes Jahr sterben in Europa viele tausend Menschen durch Bakterien, die so viele Resistenzen haben, das kein Medikament mehr wirkt“, schreibt Giulia Enders. 

Was kann gegen Resistenzbildung getan werden? 

  1. Das Antibiotikum so lange einnehmen, wie vom Arzt vorgeschrieben. Bei meinem Scharlachkind waren das zehn Tage
  2. Antibiotika nur einnehmen, wenn es unbedingt nötig ist. Ansonsten ist es nicht klug, „gute Bakterien für schlechte zu opfern“. Bei einigen Krankheiten, wie Erkältungen, bringen Antibiotika sowieso nichts, da diese von Viren und nicht von Bakterien verursacht werden. Antibiotika wirken ausschließlich gegen Bakterien.
  3. Bei unklaren Infekten– vor allem bei Kleinkindern – einen Procalcitonin-Test machen lassen. Dieser zeigt an, ob Bakterien oder Viren der Auslöser der Krankheit sind.
  4. Während oder nach einer Behandlung mit Antibiotika dem Darm bei der Regenerierung mit Probiotika helfen. 


Probiotika enthalten lebenden Mikroorganismen (beispielsweise Milchsäurebakterien oder Hefepilze), die dem Darm helfen können, wieder zu einem gesunden Gleichgewicht zu finden. Es gibt sie als Kapseln oder Flüssigkonzentrat in der Apotheke und sollte vier Wochen lang regelmäßig genommen werden. Die Bakterien kommen auch in Joghurt, Buttermilch und Kefir vor.

Heidrun Berger

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