Missbrauch erkennen

Wie Eltern, Lehrer und Erzieher Symptome richtig deuten


Eltern, Erzieher, Lehrer, Traine und Kinderärzte haben tagtäglich mit Kindern und Jugendlichen zu tun. In entsprechenden Präventionsmaßnahmen lernen sie, Auffälligkeiten zu erkennen und Kinder vor sexueller Gewalt zu schützen.

Ziel spezieller Fortbildungsmaßnahmen zum Thema sexueller Missbrauch ist es, erwachsene Bezugspersonen für sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen zu sensibilisieren.

Zwar gibt es keine allein für Missbrauch spezifischen Symptome oder Störungsbilder, so dass es im Einzelfall sehr schwierig ist, sexuelle Gewalt eindeutig zu erkennen und aufzudecken.

Dennoch gibt es oft genügend Hinweise und Symptome, die einen Verdacht nahelegen.

Werden entsprechende Hinweise erkannt, ist es, ganz unabhängig von verwandtschaftlichen oder bekanntschaftlichen Beziehungen, Aufgabe eines Jeden, einzuschreiten und Hilfe zu holen.

Mögliche Symptome für sexuellen Missbrauch

Auch wenn mehrere der folgenden Symptome auftreten, muss nicht immer sexueller Missbrauch vorliegen. Sie können jedoch ein erstes Indiz dafür sein. Dabei können die Auffälligkeiten bei Jungen wie bei Mädchen und abhängig vom Alter des Kindes ganz unterschiedlich ausfallen. 

Schlafstörungen, Bettnässen, Bauchschmerzen, Sprachstörungen oder ein plötzlicher Rückfall in Kleinkindverhalten gehören zu den allgemeineren Auffälligkeiten. Auch ein auffälliges Essverhalten, Angstzustände oder Schulschwierigkeiten können Anzeichen für sexuellen Missbrauch sein. Viele Kinder flüchten sich in Lügen und Phantasiewelten, um sich der physischen und psychischen Gewalt zumindest gedanklich zu entziehen.

Bei älteren Kindern kann es zum Alkohol- und Drogenmissbrauch kommen, auch wiederholte Straftaten, insbesondere Diebstähle, können Rückschlüsse auf erfahrene Gewalt zulassen.

Julia Burger