Erziehungsziel: Selbstbewusstsein

Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen geschützt werden können


Studien belegen: Täter suchen sich bevorzugt unsicher und unselbständig wirkende Kinder. Damit es also erst gar nicht zu sexuellen Übergriffen kommt, ist es wichtig,  Kinder in ihrer Persönlichkeit zu stärken. 

Ob zu Hause, in der Schule, auf der Straße, im Internet oder Sportverein – Studien zeigen:  Selbstbewusstsein ist der wirksamste Schutz vor sexuellem Missbrauch und sollte deshalb als erklärtes Erziehungsziel in der täglichen Arbeit von Eltern, Erziehern und Lehrern   verankert sein.

Prävention – Jungen und Mädchen stärken!

Spezielle Präventionsmaßnahmen für Kinder sind darauf ausgerichtet, frühzeitig das Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken und ihre Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit zu fördern.

In Kursen und Rollenspielen lernen die Kinder spielerisch, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und zu äußern, und werden darin bestärkt, indem ihre Befindlichkeiten ernst genommen und ihre Privatsphäre respektiert werden.

Dazu gehört auch, dass das Kind lernt, NEIN sagen und über seinen Körper selbst bestimmen zu dürfen – egal, ob es um den feuchten Schmatzer der Oma oder die erdrückende Umarmung des Onkels geht. Denn ein gesundes Vertrauen in das eigene Bauchgefühl ist für starke Kinder elementar.

Trau Deinem Gefühl

Viele Peiniger nutzen ganz bewusst die Verschwiegenheit ihrer Opfer, indem sie ihnen einreden, ein gemeinsames Geheimnis zu hüten. Zu den Präventionsmaßnahmen gehört also auch, Kindern zu vermitteln: Es gibt gute und schlechte Geheimnisse! Und: Schlechte Geheimnisse dürfen weitergesagt werden!

Hilfe holen erlaubt

Doch auch stark sein ist nicht per se gut und richtig. Gerade Jungen stehen oft unter dem Druck, dass ihnen vermittelt wird, sie dürften Gefühle wie Angst und Scham nicht äußern. Sich Rat und Hilfe bei anderen zu suchen, wird oftmals als „nicht männlich“ abgetan.

Solche Mechanismen gilt es, in der Erziehungsarbeit bewusst zu vermeiden und den Kindern stattdessen zu zeigen: Wenn Dir jemand schlechte Gefühle bereitet, dann darfst Du dir Hilfe holen!

Julia Burger