Kinder und die neue Beziehung
Mama hat `nen neuen Freund

Wenn die Mutter einen neuen Freund hat, bricht für viele Kinder erst einmal die Welt zusammen und sie reagieren mit Eifersucht. Manche Mütter fragen sich, wie sie ihren neuen Partner ihrem Kind vorstellen sollen.
Eine Trennung ist für alle Beteiligten schwierig, besonders für das Kind. Wenn der Vater erst mal ausgezogen ist und die Mutter einen anderen Mann mit nach Hause bringt, kann es in einigen Familien zu Problemen kommen.
Wie stelle ich den Kindern meinen neuen Freund vor?
Man kann diese Frage nicht verallgemeinern, weil alle Menschen und Beziehungen unterschiedlich sind. Jeder Erwachsene und jedes Kind reagiert anders. Es ist auf jeden Fall nicht sinnvoll, das Kind gleich nach der Trennung vom Vater mit einem neuen Lebenspartner zu konfrontieren. Bevor jemand Neues in das Leben des Kindes tritt, sollte das Kind begriffen haben, dass es seinen Vater auch dann behält, wenn er nicht mehr in der gemeinsamen Wohnung lebt.
Wenn Sie sich hinsichtlich der neuen Beziehung noch nicht ganz sicher sind, sollten Sie Ihrem Kind noch nichts davon erzählen, um es nicht unnötig zu verunsichern. Lassen Sie sich Zeit, bevor Sie Ihren neuen Freund vorstellen. Die Zeit bis dahin können Sie mit Ihrem Partner zu zweit verbringen, um die Möglichkeit zu haben, sich über Ihr Verhältnis klar zu werden.
Das erste Treffen
Im Allgemeinen verhalten sich Kinder anfangs dem neuen Freund gegenüber eher skeptisch. Das ist ganz normal. Um das erste Treffen etwas aufzulockern, sollten Sie am Besten etwas unternehmen, das allen Beteiligten Spaß macht. Sie können einen Spieleabend oder ein schönes Essen machen, ins Kino oder in den Zoo gehen.
Der neue Partner sollte anfangs noch nicht in Ihrer Wohnung übernachten oder gar überstürzt bei Ihnen einziehen. Das wäre ein bisschen zu viel am Anfang. Machen Sie ihn nach und nach mit Ihrem Kind vertraut.
Wenn der Neue erst als Gast in die Familie kommt, kann Ihr Kind ihn in Ruhe kennen lernen und mit der Zeit eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Während dieser Phase können mögliche Ängste und Befürchtungen des Kindes abgebaut werden.
Marina K. Aus Berlin berichtet hierzu: „Meine Tochter hat meinen neuen Freund kennen gelernt als sie 5 war. Im ersten halben Jahr hat sie sich ihm gegenüber noch etwas skeptisch und reserviert verhalten. Manchmal hat sie plötzlich beim abendlichen Vorlesen plötzlich geweint und hatte Angst, dass ihr Vater nicht mehr kommen könne, wenn jetzt immer mein neuer Freund bei uns wäre. Wir haben ihr die Situation mehrmals erklärt und sie hat das dann auch verstanden.“
Erziehungsfragen
Ihr neuer Partner sollte sich anfangs eher defensiv verhalten und sich in Erziehungsfragen zurückhalten, weil man ein Kind nur erziehen kann, wenn man auch schon eine Beziehung zu ihm aufgebaut hat. Die 25-jährige Lea S. berichtet: „Der neue Freund meiner Mutter war anfangs sehr zurückhaltend. Als er mich dann einmal etwas unwirsch auf Tischmanieren hingewiesen hat, war ich sauer, weil ich fand, dass er kein Recht dazu hatte. Ich bin ihm dann eine Weile aus dem Weg gegangen.“
Der neue Partner sollte auch nicht versuchen, die Vaterrolle zu übernehmen. Er kann den leiblichen Vater nicht ersetzen, aber darum geht es auch nicht. Der Vater wird im Leben des Kindes immer eine wichtige Rolle spielen und das Kind sollte auch immer Gelegenheit dazu haben, die Beziehung zum Vater aufrecht zu erhalten und darüber sprechen zu können.
Ob nun am Anfang Probleme auftreten oder nicht, es braucht seine Zeit, bis der neue Lebenspartner akzeptiert wird und alle zu einer bunten Patchworkfamilie zusammenwachsen.
Kommentare
nadine
am 06. 2011-12-06 2011 um 06:42 Uhr
Ich bin seit 4 Jahren vom Vater meiner 3 Kinder (6,7,9Jahre)getrennt. Seit 2 Jahren bin ich nun mit meiner grosser Liebe(seit 20 Jahren) zusammen und seit 4 Monaten wohnen wir zusammen. Mein neuer Freund hat nur gelegentlich etwas probleme mit der 7 jährigen ansonsten wurde er voll und ganz akzeptiert. Unser Hauptproblem ist der Vater, mein Ex. Er meldet sich dann wenn er Lust hat, ohne Regelmässigkeiten und versucht die Kinder gegen meinen neuen Freund und gegen mich aufzuhetzten.Nun, jedesmal wenn er sich gemeldet hat, hab ich den 6 jährigen der ständig am Daumen lutscht bis er fast wund ist, eine 7 jährige die nachts ins Bett und Tags oft in die Hosen macht und einen 9 jährigen (mit ADHS) der sehr frech, agressiv und respektlos wird, lügt und stiehlt. 1 bis 2 Wochen hält dieser Zustand an. Dannach, mit mühsehligen aufbauarbeiten, sind es wieder alles super liebe und gute Kinder. Bis er sich wider meldet. Dies strapaziert meine neue Beziehung ungemein und wir streiten sehr oft wegen dem.
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