Wenn Eltern nicht mehr weiter wissen
Ich glaub', ich geb' mein Kind ins Heim...

Er ist aggressiv, hat unkontrollierte Wutausbrüche und ist nicht zu bändigen. Er ist 15 Jahre alt, gerät in Schlägereien, raucht, trinkt und nimmt Drogen. In der Schule war er schon lange nicht mehr. Nennen wir ihn Kevin.
Kevin lebt in einem hübschen Haus am Stadtrand, in der Familie herrschen klare Strukturen und es gibt keine finanziellen Schwierigkeiten.
Und doch ist Kevin das Problemkind der Familie. Oder wie man früher gesagt hat, ein schwer erziehbares Kind. Er terrorisiert seine Mitmenschen, hält sich an keine Regeln und lässt nicht mit sich reden. Die Eltern sind überfordert und wissen weder ein noch aus. Wird das Familienleben besser, wenn Kevin nicht mehr daran teilnimmt?, diese Frage stellt sich den Eltern immer häufiger.
Wo gibt es Hilfe?
Zum Beispiel, wenn Kevin mal wieder ohne Bescheid zu sagen nachts nicht nach Hause kommt. Oder die Polizei plötzlich vor der Tür steht, weil er beim Ladendiebstahl erwischt wurde. Wer hilft in solchen Krisen weiter? Wo gibt es Ansprechpartner, mit denen Lösungen erarbeitet werden können?
Es gibt Tage, da möchten die gestressten Eltern ihr Terror-Kind am liebsten nehmen, zum Jugendamt bringen und mit einem Schlag alle Sorgen los werden. Doch so einfach ist das natürlich nicht: In der Regel prüft die Behörde erst einmal die Lage und verweist zur Erziehungsberatungsstelle. Dort gibt es reichlich Anleitungen zur Selbsthilfe und möglicherweise kommt stundenweise ein Sozialarbeiter ins Haus.
Bei Kevin scheint das alles wenig zu nützen. Er zeigt sich zwar reumütig und verständnisvoll aber nach wenigen Wochen wird’s nur noch schlimmer. Er klaut seinen Eltern Geld aus dem Portmonee; sie verstecken ihre Sachen vor ihm, aber er schnüffelt und sucht, bis er das gefunden hat, was er haben will. Dann verschwindet er plötzlich, geht nicht an sein Handy, schaltet es irgendwann sogar aus.
Diebstahl und Verschwinden bei der Polizei melden
Es ist Wochenende, beim Jugendamt ist niemand zu erreichen. Kevins Eltern schalten die Polizei ein, stellen eine Vermisstenanzeige. Nichts passiert, Sonntagabend steht er wieder vor der Tür, sagt, er sei bei Kumpels gewesen und habe es einfach vergessen, Bescheid zu sagen. Wieder fehlt Geld. Diesmal hat Kevin das Sparschwein von seinem kleinen Bruder geknackt. Vorwürfe prallen an ihm ab. Der nächste Termin beim Amt folgt kurz darauf und die Beamtin rät den Eltern, Strafanzeige zu stellen.
Gegen ihren eigenen Sohn? Der, wenn er will, auch so liebenswürdig, charmant und hilfsbereit sein kann? Vielleicht, hofft die Mutter, wird alles irgendwann besser, vielleicht braucht Kevin mehr Zeit. Die Vorfälle häufen sich trotzdem. Kevin wird immer häufiger ausfallend und schlägt irgendwann sogar nach ihr. Der Vater flüchtet sich ins Büro und macht regelmäßig Überstunden.
Psychische Probleme als Ursache
Einen Grund für das Verhalten ihres Sohnes können die Eltern nicht finden. Aber es scheint auf größere Probleme, die er mit sich trägt, zu verweisen. Nach Angaben des Robert Koch Instituts entwickeln rund 22 Prozent der Kinder und Jugendlichen psychische Probleme und brauchen psychologische Beratung. Mindestens fünf Prozent benötigen psychotherapeutische Behandlung.
Als sich die Familie dazu entschließt, stärkeren Druck beim Jugendamt auszuüben, ist Kevins Mutter bereits in Therapie bei einem Familienpsychologen. Eigentlich auch eine gute Anlaufstelle für Kevin, aber der ist dort nie hingegangen, hing lieber mit seinen Kumpels in der Nähe vom Bahnhof ab und trank bereits mittags sein erstes Bier.
Die ganze Familie leidet
Kevins Eltern werden mittlerweile wöchentlich beim Jugendamt vorstellig. Bringen immer wieder die Alkohol- und Drogenproblematik ihres Ältesten zur Sprache. Das kostet Zeit, Kraft und Nerven. Die Eltern streiten sich immer häufiger, auch Kevins Geschwister bekommen die angespannte Situation zu spüren. Sie informieren sich über weitere Möglichkeiten, die ihrer Familie helfen könnten.
Die Geschichte von Kevin ist fiktiv, es gibt aber zahlreiche Familien, die einen Terror Zuhause erleben, der weit über die pubertären Meinungsverschiedenheiten und Krisen hinaus gehen.
Kevins Eltern sind mit den Nerven am Ende, mit der Erziehung ihres Sohnes überfordert. Aber sie wollen ihr Kind nicht aufgeben, wollen, dass er mal mit beiden Beinen fest im Leben steht und einer glücklichen Zukunft entgegen sehen kann.
Kostenlose Hotline für Väter und Mütter
Der Gedanke, sein Kind in einem Heim unterbringen zu wollen, beinhaltet für die Eltern das Gefühl versagt zu haben, sie schämen sich und es scheint trotzdem die Lösung aller Probleme zu sein. Doch kein Kind wird einfach so in ein Heim gesteckt. Es müssen erst alle Alternativen ausgelotet werden, bevor eine solche Möglichkeit in Betracht gezogen wird. Bevor ein Kind ins Heim kommt, muss viel geschehen und alle möglichen Alternativen ausgelotet werden.
Es gibt diverse Hilfsangebote, an die sich Eltern zusätzlich zum Jugendamt wenden können: Dazu gehören karitative, kirchliche und gemeinnützige Beratungsstellen, Psychotherapeuten und Familienhilfen. Auch der Kinderschutzbund ist eine gute Adresse, um Unterstützung zu bekommen. Neben den Kinder- und Jugendtelefonen gibt es auch eine kostenfreie Hotline für Eltern, die von geschulten Mitarbeitern besetzt ist (0800 111 0 550).
Enger Kontakt zu den Eltern
Wenn es dann doch darauf hinaus läuft, dass sich die Familie zunächst trennt, ist die Arbeit damit nicht beendet: Die Erzieher und Sozialpädagogen der Heime stehen in engem Kontakt zu den Eltern. Denn der Aufenthalt in einer solchen Einrichtung soll letztendlich dazu führen, dass sich Eltern und Kind wieder zusammenfinden. Gute Einrichtungen bieten beispielsweise regelmäßige Hilfeplangespräche über die Entwicklung des Jugendlichen an.
Im Jahr 2005 waren in Deutschland 59.407 Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien untergebracht, 72.382 Jungen und Mädchen lebten im Heim. Die Zahl der Heimkinder sinkt seit einigen Jahren, was auch mit den Kosten für eine solche Unterbringung zu tun hat. Einige Heimleiter warnen jedoch davor, nur den finanziellen Aufwand zu betrachten, denn vielen Kindern und Jugendlichen könnte besser geholfen werden, wenn sie früher eingewiesen würden.
Kommentare
Maria
am 07. 2012-02-07 2012 um 00:34 Uhr
hallo,
Ich erkenne mein eigenes Kind nicht mehr :-( 13 Mädchen ...
Ich war immer so stolz auf sie, mein wunschkind mein baby usw...und nun randaliert sie mir die küche auseinander...schreit ...ist respektlos...!!! und rennt ständig zu ihren vater ,den sie erst seit 12 mon. kennt....!!! Schulnoten alle auf 5...lehrer rufen mich an weil sie unmöglich ist...usw..
Meine Nerven liegen blank....ist heut zum Vater gelaufen und was für eine strecke!!!! ich hole sie ja immer ab von der schule (10min lauf weg?)wenn überhaupt...Sie hasst mich wie die pest...ihre aussage :-(
verzweifel...ok evt. habe ich auch nicht alles richtig gemacht als mutter...habe immer gearbeitet damit die kohle herein kam um das neuste shirt für madame zu kaufen...habe ja nieeeee unterhalt gesehen und sonst was...und sonst habe ich alle wünsche erfüllt...
ps. habe noch eine tochter nur 1 jahr unterschied und keine von der artigen probleme........
hab mir die letzte nacht so die augen ausgeheult....wegen den streß...und heut hat sie knallhart arrogant die sachen gepackt ,boahhhhhh
ich frage mich womit habe ich das verdient?????? DEN ARSCH TRITT DES LEBENS ZU BEKOMMEN....
weiß auch gar net mehr wie ich auf sie reagieren soll in zukunft...weil bin sauer ,nein VERLETZT...Entäuscht und alles...
mohnroeschen
am 01. 2012-02-01 2012 um 20:45 Uhr
hallo zusammen
auch ich habe einen16j sohn dem alles ander egal ist, er stört den unterricht, wenn dann der lehrer/in was sagen intressiert ihn nicht, es intressiert ihn noch nichtmal das es mit dem zeugnis für ihn schwer wird ne ausbildung zubekommen , er zerstört mutwillig schuleigentum,und zu hause beschimpft er seine 12j schwester (sie hat eine 70% sprach/lern behinderung)
er klaut und prahlt damit rum verarcht einen von vorn bis hinten.
Wir hatten schon familienhelfer aber das hat auch nix gebracht da er nur dann mit dennen zusammen gearbeitet hat wenn etwas unternommen wurde was er toll fand,aber wenn er was will dann kann er ganz lieb sein aber nur solange bis er es bekommt o. nicht bekommt,ich habe keine kraft mehr jeden tag auf´s neue zu diskutieren da ich nuch ein 1j jungen habe selbst auf dem nimmt er keine rücksicht mehr, er hatte sich so gefreut ne kleinen bruder zuhaben, seit dem er seine freundin hat und in einer clique ist ist es noch schlimmer geworden vorher hat man mit ihm reden können und er hat eingesehen das er was falsch gemacht hat aber jetzt is abzulut kein rankommen mehr. was soll man denn noch machen ????
kristina
am 29. 2012-01-29 2012 um 23:48 Uhr
Juhu!Schlecht Note?Darüber wäre ich froh, gar keine Noten,da keine Schule!Man wird komplett damit allein gelassen, geht das Kind nicht dann ist das so!Ich renne alle Türen ein,um für mich und meinen Sohn gehoer zu verschafen.
Es steht jetzt ein Termin bei der Schulbehoerde an,danach werde ich an die Medien gehen.ja, mein Sohn verweigert die Schule(n) er ist 13 raucht und verblödet,bin ja aber eine so gute Mutter und es gibt ja soviele Kinder die nicht zur Schule gehen.Aussage vom Jugendamt!Ja WAu,jetzt fühl ich mich besser!(Scherz)
Das wir uns gegenseitig immer mehr Aufreiben das sieht keiner,er darf Möbel zerstören?Wie gehen andere Eltern damit um?Fühle mich damit allein.
silvia
am 25. 2012-01-25 2012 um 21:34 Uhr
Hallo
ich habe grosse probleme mit meinem 11 jährigen sohn.
er ist im gymnasium aber schreibt nur noch 4 obwohl ich mir absolut sicher bin das er es besser kann aber wenn ich mit ihm darüber spreche zeigt er absolut kein interesse.
er wird beleidigent uns und anderen erwachsenen gegenüber auch denn lehrern gegenüber. was mich entzestzt da er eigentlich solch eine art vor einnem halben jahr nicht an den tag legte.
auch seine kleine schwester gegenüber ist agresiv und rücksichtslos geworden. hausarrest ,spielverbot und alles andere hilft nicht was soll ich nur tun.ich werde noch verrückt er ist langsamm ein rücksichtloser selbstsüchtiger prvokativer agrresiver bengel geworden und e4r ist mein sohn manchmal schäme ich mich für ihn das ist doch nicht normal ich bin immer für ihn da versuche nach einem respektlosen wutausbruch mit ihm im guten zu reden und dann mach er sich noch lustug über mich.was soll ich nur tun.
lisa
am 19. 2012-01-19 2012 um 18:28 Uhr
Hallo zusammen, ich versuche vergeblich beim Jugendamt Hilfe zu erhalten. Aber alles ohne er Erfolg. ich lebe seit 1,5 jahren von meine Ex getrennt und alle 3 Kinder sind bei mir. Meine großen fast 18 und 16 Jahre machen seit dem was sie wollen, kommen und gehen wann sie wollen, lassen alles liegen und stehen wo sie sich aufhalten. Ich war mit beiden schon bei Polizei und Jugendamt wegen veschiedener Delikte. Jetzt ist es schon soweit , das der jüngere meiner kleinen 11 Jahre und mir Schläge androht.Meine Kräfte sind am Ende , dies belastet meine Tochter und mich psychisch und physisch ungemein. Ich rackere Tag für Tag damit das Geld irgendwie reicht. Der Vater der Kinder kümmerte sich die ganze Zeit garnicht und erst jetzt wo ich nicht mehr für meine Söhne springe und sie sich an ihn wenden , will er mir Vorwürfe machen. Warum hilft kein Jugendamt ? Muss ich erst grün und blau geschlagen werden , oder muss noch schlimmeres passieren bevor irgendeiner mal was unternimmt ?
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