Schnullerentwöhnung

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Schnuller abgewöhnen?

Bis zum dritten Geburtstag sollte man dem Kind den Schnuller abgewöhnt haben, um Zahnfehlstellungen zu vermeiden. Eltern stehen dann vor der oft heiklen Aufgabe ihr Kleinkind vom geliebten Schnuller zu entwöhnen.

Das natürliche Bedürfnis zu saugen ist angeboren und bereits im Mutterleib nuckeln die Ungeborenen am Daumen. Somit ist gegen einen kiefergerechten Beruhigungssauer mit abgeflachtem Saugteil wenig einzuwenden, sofern man es bei den ersten beiden Lebensjahren belässt. In den ersten beiden Lebensjahren ist der Schnuller für unsere Schützlinge unbedenklich für die Zahngesundheit. Doch bis zum dritten Geburtstag sollte man dem Kind den Nuckel abgewöhnt haben, da das Wachstum des kindlichen Kiefers auftretende Schäden dann nicht mehr ausgleichen kann und das Lutschen Nuckel zu Zahnfehlstellungen führen kann. Generell ist ein Schnuller in jedem Fall besser als das Lutschen am Daumen, denn der Daumen ist immer verfügbar und damit auch wesentlich schwieriger abzugewöhnen. So kommt es vor, dass Kinder selbst im Alter von fünf bis acht Jahren am Daumen lutschen und dies schwere Schäden für das Gebiss nach sich zieht.

Bei langjährigen Nuckelkindern treten gewöhnlich nach vorn verschobene obere Schneidezähne auf. Sie können zu einem „offenen Biss“ führen und das Kauen erheblich beeinträchtigen. Auch die Sprachentwicklung kann in Mitleidenschaft gezogen werden, vor allem die Zischlaute wie S und Z werden zum Problem. Eine weitere mögliche Konsequenz ist, dass bei nach vorne verschobenen oberen Schneidezähnen der Mund des Kindes nicht mehr korrekt geschlossen werden kann, sodass das Kind ständig durch den Mund atmet. Das wiederum zieht das Kariesrisiko an, weil die Mundhöhle viel schneller austrocknet.

Den richtigen Zeitpunkt der Abgewöhnung bestimmen die Eltern

Für Eltern, die ihren Babys noch vor dem ersten Lebensjahr den Nuckel entwöhnen möchten, macht es frühestens ab dem achten Lebensmonat Sinn. Dann ersetzt der Kaureflex den Saugreflex und das bisherige Saugbedürfnis wird zur Angewohnheit. Als Schnullerersatz kann zum Beispiel ein Beißring dienen, den das Baby in den Mund nehmen kann. In der Regel sind die Kinder jedoch älter, wenn heißt, der Nuckel muss weg. Wichtig ist, dass die Eltern erkennen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Das Kind sollte den Schnuller aus eigenem Entschluss abgeben, damit die erste Zeit ohne den geliebten Tröster nicht allzu schwer fällt. Besonders wichtig ist, dass unsere Schützlinge während der Abgewöhnung nicht zusätzlichen Belastungen ausgesetzt sind, etwa dem Wechsel der Tagesmutter oder die Geburt eines Geschwisterkindes.

Je älter unsere Kinder werden, desto besser können sie selbst abwägen, ob sie den Nuckel wirklich brauchen oder nicht. Eine kleine Schachtel, in die der Schnuller solange hineinkommt, bis er wieder gebraucht wird, könnte der erste Schritt sein, eine schonende Trennung durchzuführen. Der Schnuller „schläft“ und ruht sich in der Schachtel aus. Hilfreich ist auch, dass man die richtigen Argumente findet. Zum Beispiel, wie toll es sei, so ein großes Mädchen oder Junge zu sein, wenn man erstmal keinen Nuckel mehr braucht. Eine der klassischen Varianten ist die Schnullerfee. Das Kind tauscht seinen Schnuller quasi gegen ein Geschenk der Fee.

Seien Sie nicht ungeduldig. Der Abschied vom geliebten Tröster kann lange dauern. Bewahren Sie die Ruhe und veranstalten kein großes Theater, denn in jedem Fall geben alle Kinder irgendwann ihren Nuckel ab.

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