Ausmisten mit Kindern

Kinderzimmer aufräumen

Ausmisten mit Kindern: Mit diesen Tipps gelingt es

Das Kinderzimmer versinkt im Chaos? Dann ist es höchste Zeit zum Ausmisten. Je weniger Spielzeuge und Accessoires die Kleinen besitzen, desto leichter lässt sich künftig Ordnung halten. Doch Vorsicht! Das kindliche Konsumverhalten unterscheidet sich von den Konsumgewohnheiten Erwachsener. Die meisten Kinder können sich aufgrund emotionaler Bindungen nur schwer von Besitztümern trennen. Das gilt sogar dann, wenn Dinge auf den ersten Blick scheinbar nutzlos sind. Ans gemeinsame Ausmisten sollten Eltern deshalb nicht zu radikal herangehen – spielerische Aufräumaktionen sind vielversprechender. Worauf sie dabei achten sollten, steht hier.

Wie Eltern Kinder zum Aussortieren bringen

Im Kinderzimmer häufen sich schnell unzählige Dinge an. Von selbstgebastelten Karten bis hin zu schlaffen Luftballons, vollgekritzelten Heften bis hin zu Stöcken und Steinen. Sobald sich Schränke nicht mehr schließen lassen oder Spielzeug überall auf dem Boden liegt, muss aussortiert werden. Was gut erhalten ist, lässt sich weiterverkaufen – Spiele, DVDs und Kinderbücher beispielsweise über Second-Hand-Plattformen wie momox. Hier kann man gut erhaltene Schätze, wie Kinderbücher oder gebrauchte Kleidung ganz leicht verkaufen. Sowohl über die App, entweder für Ios oder Android, als auch über Desktop kann man im Handumdrehen viele Kindersachen anbieten, an denen sich andere Kinder sicher noch erfreuen können. Auch über Plattformen wie ebay Kleinanzeigen, ist es leicht gebrauchte Dinge anzubieten – einfach fotografieren, Wunschpreis angeben und mit potenziellen Käufern verhandeln. Doch was, wenn die Kleinen nichts weggeben wollen?

Viele Kinder hängen ihr Herz an scheinbar nutzlos gewordene Dinge. Sie identifizieren sich damit und fühlen sich dadurch geborgen. Insbesondere im zweiten und dritten Lebensjahr hängen die meisten stark an ihren Besitztümern. Einige geben sämtlichen Gegenständen in ihrem Kinderzimmer eine Seele und meinen, Steine und Stöcke wären traurig, würde man sie fortgeben. Weil sich in überfüllten Kinderzimmern kaum spielen lässt, denken viele Eltern an heimliche Ausmistaktionen. Wer scheinbar Unnützes heimlich entsorgt, begeht aus der Perspektive der Kleinen aber einen wesentlichen Vertrauensbruch. Experten raten daher dazu, lieber klare Ansagen zu machen. Am besten stellen Eltern klar, dass mehr Ordnung ins Kinderzimmer einziehen muss und dieses Vorhaben nicht verhandelbar ist. Was genau mit dieser Prämisse aussortiert wird, sollten die Kleinen mitbestimmen dürfen.

Tipp vom Aufräumcoach

Am besten werfen Eltern aussortierte Dinge nicht sofort weg, sondern heben sie in einer Kiste eine Weile auf. Wenn sich das Kind irgendwann leichter davon trennt, können sie endgültig aus dem Haus verbannt werden.

So spielerisch kann Ausmisten sein

Aufräumaktionen sind für Kinder anstrengender, als sich Eltern vorstellen können. Deshalb sollten sie immer darauf achten, die Kleinen nicht zu überfordern. Es muss nicht gleich das gesamte Kinderzimmer sein. Wie wäre es mit einem Regal pro Tag? Damit tut sich der Nachwuchs oft leichter. Je spielerischer Ausmistaktionen in diesem Rahmen gestaltet werden, desto besser. Ab einem bestimmten Alter haben viele Kinder beispielsweise Lust, in die Verkäufer-Rolle zu schlüpfen und Hofflohmärkte zu veranstalten. Abgesehen davon kann es helfen

  • ein Spielzeug-Gefängnis zu eröffnen: Herumliegendes Spielzeug wird von Eltern ins Spielzeug-Gefängnis verbannt und nach gewisser Zeit weggegeben. Um schmerzlich vermisste Spielsachen wieder zu befreien, müssen Kinder einen Bon einlösen. Entsprechende Bons erhalten die Kleinen beispielsweise, wenn sie das Bett beziehen oder ihre Schuhe putzen.
  • eine Stempelkarte einzuführen: Für jedes freiwillig aussortierte Spielzeug erhalten Kinder einen Stempel auf ihre Stempelkarte. Ist der Bogen irgendwann voll, dürfen sie sich im Geschäft ein neues Spielzeug aussuchen.
  • Drei gegen eins: Für je drei Spielzeuge oder Bücher, die Kinder auf Second-Hand-Plattformen verkaufen, dürfen sie sich auf derselben Plattform je ein neues Spiel oder Buch aussuchen.
  • eine Tauschbox zu nutzen: Was scheinbar ungenutzt im Kinderzimmer herumliegt, kommt in eine Kiste. Wollen die Kleinen etwas aus der Box zurück, müssen sie es durch ein anderes Spielzeug auslösen. Nach bestimmter Zeit wird der in der Kiste verbliebene Inhalt verkauft oder verschenkt.
  • per Farbenspiel auszumisten: Spielsachen werden hierbei zunächst nach Farbe geordnet. Anschließend entscheiden sich Kinder pro Farbe für mindestens ein Spielzeug, das fortgegeben werden kann.

Doch was, wenn ein Umzug ansteht? Die obigen Tipps helfen dabei, spielerisch die Spielzeugmenge zu reduzieren – das aber nur auf längere Sicht. Soll kurzfristig viel Ungenutztes aus dem Haus verschwinden, eignen sich die genannten Methoden nicht. In diesem Fall müssen Eltern härter durchgreifen, denn Unbrauchbares schleppt man nur ungern mit in ein neues Zuhause. Ganz besonders der Kleiderschrank sollte vor Umzügen radikal ausgemistet werden. Einzelne Socken oder löchrige Hosen müssen nicht in den Umzugskarton. Die Entscheidung, welche Spielzeuge mitgenommen werden, fällt jetzt besonders schwer. Denn nach einem Umzug fühlen sich Kinder oft fremd und vermissen die alte Umgebung. In dieser Situation tut es ihnen besonders weh, alte Spielsachen wegzugeben. Damit sie sich im neuen Zuhause geborgen fühlen, müssen Eltern einfühlsam vorgehen. Was ihnen wirklich am Herzen liegt – ob scheinbar unnütz oder nicht –, muss unbedingt mit umziehen.

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