PAS: Therapien

PAS-Syndrom ist behandelbar

PAS kann behandelt werden. Handelt es sich um eine nur leicht ausgeprägte Form, d.h. liegen nicht alle Symptome vor oder ist ihre Ausprägung minimal, müssen in der Regel keine spezifischen Maßnahmen ergriffen werden. Der bestehende Kontakt zum Zielelternteil muss jedoch unbedingt aufrecht erhalten werden.

Bei einer mäßigen Form des PAS wird empfohlen, sowohl das Kind als auch den entfremdeten Elternteil durch spezielle Therapien zu begleiten. Wird der Kontakt zum Zielelternteil erschwert, müssen gerichtliche Regelungen getroffen werden, die sicher stellen, dass der Kontakt nicht völlig abbricht.

Zwischen fünf und zehn Prozent der von PAS betroffenen Kinder entwickeln ein schwere Form des PAS. Das Kind negiert den Zielelternteil und hat in der Regel gar keinen Kontakt mehr zu ihm. Die einzige Maßnahme, die hier zu einer Linderung führen kann, ist nach Gardner ein Sorgerechtswechsel der beiden Elternteile.

Manchmal muss das Kind aber auch in Pflegefamilien untergebracht werden, damit es sich langsam an den entfremdeten Elternteil annähern kann. Mit dem entfremdenden Elternteil kann dann eine Kontaktregelung vereinbart werden, wenn sichergestellt werden kann, dass das Kind nicht mehr manipuliert wird.

Offen bleibt, welche Auswirkungen das Kind in seinem späteren Leben dennoch zu tragen hat. Denn Fakt ist, dass ein Kind für eine gesunde Entwicklung beide Elternteile braucht, auch wenn sich die Eltern voneinander getrennt haben. Ein Kind hat das Recht auf Vater und Mutter.


Mögliche Folgen für das betroffene Kind

Bleibt das Kind als alleiniger Ansprechpartner des verbleibenden Elternteils zurück, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Kind in eine Rolle gedrängt wird, die keinesfalls seinem Alter oder seiner geistige Reife entspricht.

Es wird als seelische Stütze missbraucht oder übernimmt die Trösterrolle. Beides wird  zu Überforderungen führen.

Die Manipulation, die zum PAS führt, wird als psychischer und emotionaler Kindesmissbrauch angesehen. Ein Elternteil benutzt das Kind dazu, sich an dem anderen zu rächen und ihm Schaden zuzufügen. Das Kind wird dadurch eines Teiles seiner Kindheit beschnitten, den es nie nachholen können wird: mit dem anderen Elternteil Zeit zu verbringen.

Die ständige Manipulation von Gefühlen und Meinungen kann im Erwachsenenalter zu einer brüchigen Identität führen, da der Erwachsene als Kind nie gelernt hat, zwischen eigener und fremder Wahrnehmung zu unterscheiden. Negative Selbsteinschätzung und ein geringes Selbstwertgefühl können Folgen des seelischen Missbrauchs sein, ebenso Essstörungen, Süchte und Depression.

Ein Kind, das am PAS leidet, hat nicht gelernt, zwischen guten und schlechten Verhalten zu differenzieren. Gut ist, was der geliebte Elternteil tut, per se schlecht ist, was der andere tut. Folglich wird es dem Kind als Jugendlichen schwer fallen, sich von dem geliebten Elternteil zu lösen, weil es keinen Gegenpart hat, an dem es sich orientieren kann. Er kann dadurch keine klare Identität erlangen, da er nie gelernt hat, sich im Bezug auf seine Eltern eine eigenständige Meinung zu bilden.

Ebenso kann es für ein von PAS betroffenes Kind später problematisch werden, tiefere Beziehungen zu  anderen Menschen einzugehen, je nachdem, wie erfolgreich der Entfremder war. Auch dies ist Folge eines nicht stattgefunden Ablösungsverhalten von beiden Elternteilen. Wahrscheinlich ist, dass der spätere Erwachsene Bindungen eingehen wird, in welcher er der Untergebene sein wird.

Vielleicht wird die Angst vor einer wiederkehrenden Abhängigkeit ihn aber davon abhalten, überhaupt eine Beziehung einzugehen.

Janina Galvagni

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