PAS: Parental Alienation Syndrom

Acht Symptome

Der amerikanische Psychoanalytiker Richard A. Gardner hat acht Symptome für das Parental Alienation Syndrom (PAS) definiert.

  1. Das Kind weist einen Elternteil scheinbar grundlos zurück. Es redet schlecht über ihn und denkt sich zu den gehörten Ereignissen, die allesamt schlecht waren, noch weitere aus, um den ungeliebten Elternteil noch weiter aus dem eigenen Leben drängen zu können.

  2. Dazu benutzt es absurde Rationalisierungen, um sein Verhalten zu rechtfertigen. Man mag den Elternteil nicht mehr, weil man ihn schon immer nicht gemocht hat. Zur Erklärung zieht das Kind Eigenarten des anderen heran, z.B. dass er immer so laut gelacht hat oder seine Kleidung nicht schön ist.

  3. Dem Kind fehlt die Fähigkeit zur Ambivalenz. Ein Elternteil ist gut, der andere böse. Es denkt schwarz und weiß, Grautöne gibt es nicht. Es wägt Verhaltensweisen nicht nach deren Effekten ab, sondern danach, zu welchem Elternteil sie gehören. Alles, was der gute Elternteil tut, ist von vornherein gut, bei dem anderen Elternteil verhält es sich gegenteilig.

  4. Dies geschieht nach eigenen Angaben über die eigenen Meinung, nichts davon hat der geliebte Elternteil jemals gesagt. Schon ab einem Alter von drei Jahren behaupten Kinder mit einem PAS, die negativen Seiten des anderen Elternteils selber beobachtet zu haben. So sei es auch ihr eigener Wille, ihn nicht mehr sehen zu wollen.

  5. Das Kind wird in jedem Fall den entfremdeten Elternteil unterstützen, sei es in seiner Meinung oder in einer Handlung. Selbst wenn sich die Behauptung als falsch herausstellt und sogar das Gegenteil bewiesen werden kann, wird das Kind bei seiner Sichtweise bleiben. So wird von einem Fall berichtet, in welchem ein Elternteil dem anderen vorwirft, seinen Unterhaltszahlungen nicht nach zu kommen.

    Bei einem Treffen mit Anwalt und dem gemeinsamen Kind zeigt der beschuldigte Part die Kontoauszüge mit den monatlichen Überweisungen als Beweismittel. Selbst mit diesem greifbaren Fakten ließ das Kind sich nicht vom Gegenteil überzeugen.

  6. Ein weiteres Symptom ist das komplette Fehlen von Schuldgefühlen gegenüber des entfremdeten Elternteils. Sofern noch Kontakt besteht, ist es möglich, dass das Kind aggressiv oder gleichgültig auftritt, diesen Elternteil beschimpft und ihm trotzdem gleichzeitig Geschenke abfordert.

  7. Die Einflussnahme des geliebten Elternteils tritt besonders dann vehement zu Tage, wenn das Kind Begriffe verwendet, die nicht seinem Alter entsprechen. Auch die Übernahme von Erzählungen als selber erlebte Situationen spricht für das Vorliegen des PAS.

  8. Oft weiten das Kind seine Abneigung auf die gesamte Familie des entfremdeten Elternteils aus. Sie geben an, sie nicht mehr sehen zu wollen, weil sie versuchten, das Kind von einer erneuten Kontaktaufnahme überzeugen zu wollen.

Janina Galvagni

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