Patchworkfamilien

Probleme und Regeln einer Pachworkfamile

Wie soll man als Elternteil handeln, wenn sich das Kind negativ gegenüber dem neuen Partner verhält, ihn einfach nicht akzeptieren möchte? Wenn es keine andere Autorität neben seinen Eltern anerkennt und mit diesem Verhalten den neuen Partner und damit die frisch entstandene Beziehung belastet.

Ein elementarer Punkt, mit denen sich eine Patchworkfamilie auseinander setzen muss, ist die Ausgrenzung durch Vorurteile, die ihr widerfährt. Wobei hierbei die Frage aufkommt, inwiefern die Ausgrenzung tatsächlich von Anderen stattfindet oder sich solche Familien selber abgrenzen. Beispielsweise ist es häufig der Fall, dass Eltern aus Patchworkfamilien ihre Kinder mit normal lebenden Familien vergleichen.

Die Vergleiche finden nicht nur bezüglich der Kinder statt, der Partner vergleicht sich eventuell mit dem Ex-Partner oder der Partner wird mit dem leiblichen Elternteil verglichen. Dieser Vergleich kann seitens der Kinder erfolgen, aber auch von den Partnern selber. Eifersucht ist ebenfalls ein großes Thema in Patchworkfamilien. Der leibliche Elternteil, der nicht mit den Kindern zusammen wohnt, steht oft mit gemischten Gefühlen dem Stief-Elternteil gegenüber, bei dem die Kinder leben. Die Angst, ob das Kind jenen lieber hat kommt auf.

Patchworkfamilien haben es schwerer, als andere. Fakt ist, dass sie deutlich höheren finanziellen Belastungen ausgesetzt sind. Einerseits auf Seiten derer, bei denen die Kinder leben, da sie zum Beispiel einen großen Wohnraum benötigen. Auch auf der Seite der Unterhaltspflichtigen, welche für ihre bei sich lebenden Kinder sorgen müssen, als auch Unterhalt an die anderen leiblichen Kinder bezahlen. Ein weiteres factum ist, dass die Trennungsrate bei Paaren, die in einer Patchworkfamilie leben, höher ist als in Familien mit ausschließlich leiblichen Kindern.

Wie Probleme vermieden werden können

Um Probleme zu vermeiden und die Akzeptanz des neuen Partners durch das Kind zu steigern, sollte gewisse Dinge beachtet werden. Denn Erziehungsfragen können nicht nur in normalen Familien ein Streitpunkt sein, sondern stellen in Patchworkfamilien oft ein heikles Thema dar. Schwierig kann es für die leiblichen Eltern werden, wenn sich der neue Partner in Erziehungsfragen einmischt und sich jene Ansichten nicht mit denen des leiblichen Elternteils decken. Natürlich hat man als leiblicher Elternteil dem Partner gegenüber bezüglich der eigenen Kinder mehr Autorität, allerdings muss der Partner auch mit den Kindern sein Leben teilen und sollte ebenfalls einen gewissen Anspruch auf Mitsprache haben. Darum ist es wichtig Erziehungsfragen mit dem neuen Partner abzusprechen, so dass eine gemeinsame Entscheidung möglich ist und sich keiner übergangen fühlt. Sowohl nicht der neue Partner, als auch nicht das Kind, welches dann keine widersprüchlichen Signale erhält.

Worauf man achten sollte

Eine Patchworkfamilie benötigt viel Zeit und Geduld. Sowohl die Bereitschaft zu Kompromissen, als auch eine gewisse Wandelbarkeit ihrer Mitglieder, sich auf neue Situationen einzustellen. Es ist wichtig, nicht zu versuchen, eine heile Familie aufzubauen, die in der Ursprungsfamilie nicht funktioniert hat. Eventuell sollte darauf geachtet werden, dass mit dem nicht bei den Kindern lebenden leiblichen Elternteil klare Regeln im Umgang mit den Kindern gelten, so dass keine Eifersucht seitens des neuen Partners auf den Ex-Partner aufkommen kann.

Damit man sich nicht von seinen Problem überrumpelt fühlt und nicht mehr ein noch aus weiß, müssen die Vorstellungen die man hat und die Realität miteinander in Einklang gebracht werden. Es ist hilfreich, die Probleme in einzelne Häppchen zu unterteilen, damit auch eine Aussicht darauf besteht, sie bewältigen zu können. Es gibt bei einer Zusammenführung der Mitglieder in einer Patchworkfamilie keine allgemein gültigen Regeln, dennoch sollte darauf geachtet werden, dass sich die Kinder nicht überrumpelt fühlen. Genauso ist es wichtig, seine eigene Rolle zu kennen, und mit der Zeit in jene hinein zu wachsen.

Schätzungen zu Folge ist die Dauer des benötigten Zeitraumes ca. fünf Jahre, in der eine Familie in einer Konstellation, in der nicht alle miteinander verwandt sind, benötigt, um zusammen zu wachsen. Gespräche mit allen Familienmitgliedern sind wichtig, weil es für sie schwierig sein kann, die neue Situation zu verarbeiten. Am besten ist es, die Dinge gemeinsam zu besprechen, denn so kann der Zusammenhalt gestärkt werden und das Verständnis für die anderen Mitglieder wächst.

Vorteile einer Patchworkfamilie

Es gibt jedoch auch schöne Seiten, die eine so bunt gemischte Konstellation wie eine Patchworkfamilie, mit sich bringen. Beispielsweise haben die Kinder viele Bezugspersonen, an die sie sich wenden können. Alle Mitglieder lernen, wie wichtig Kompromisse sind und können somit besser auf Neues reagieren. Die Kinder aus einer Patchworkfamilie weisen eine deutlich höhere Sozialkompetenz auf, als Kinder aus regulären Familienkonstellation. Trotz aller Komplikationen kann der Versuch einer Patchworkfamilie ein aufregendes Unterfangen werden, das den Wunsch nach einer eigenen Familie erfüllt.

Wanda Steinmetz

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