Trotzalter - eine wichtige Entwicklungsphase

Gehäufte Wutausbrüche bei Kleinkindern

Trotzalter - eine wichtige Entwicklungsphase

Gerade war alles in Ordnung. Plötzlich passiert's: Nichtigkeiten werden zum Anlass, in Sekundenschnelle wird das Kind laut und tobt. Sie wissen nicht, was gerade schief läuft? Bleiben Sie ruhig: das passiert allen Eltern.

Immer wieder finden Eltern sich in der Lage, ihr eigenes Kind nicht mehr zu verstehen. Auf dem langen Weg des Erwachsenwerdens entstehen von Zeit zu Zeit neue Situationen, die im ersten Moment für die Eltern nicht durchschaubar sind. Kinder begreifen in jedem neuen Lebensabschnitt ein Stück die Welt um sie herum und machen Sie sich zu eigen. 


Was ist das – die Trotzphase?

Die so genannte Trotzphase eines Kindes ist für Eltern unter Umständen sehr anstrengend. In der Entwicklungspsychologie wird sie die Autonomiephase genannt. Kinder im Alter von etwa anderthalb Jahren an bis etwa vier entdecken den Unterschied zwischen sich selbst und der Welt um sie herum. Sie lernen ihren eigenen Willen zu dirigieren! Ein Meilenstein in der Entwicklung der Kinder. 

Die kleinen Wesen durchleben die Spannung zwischen Entdeckungsdrang und ihrem tiefen Bedürfnis nach Schutz und Geborgenheit. Im Erleben dieser Phase werden sie geradezu von ihren eigenen Gefühlen überwältigt. Sie wissen jedoch noch nicht, wie sie mit der eigenen Wut umgehen sollen.

Ein weiterer Zwiespalt, der in den Kindern Unsicherheit hervorrufen kann, ist die manchmal große Kluft zwischen ihrer Idee und dem wirklich Machbaren. Nicht jedes Wollen kann in die Tat umgesetzt werden, nicht jedes unmittelbare Verlangen kann sofort gestillt werden. Grund sind motorische Grenzen, ein Nein der Eltern oder auch allgemeine Grundsätze, die nicht verletzt werden sollen. 


Das Verstehen ist entscheidend

Alle Eltern wollen für ihr Kind das Beste. Sie wollen, dass ihr Kind zum eigenständig denkenden Menschen wird, der im richtigen Moment NEIN sagt. Gerade in der Autonomiephase besteht die Chance, dieses Verhalten einzuüben. Eltern fühlen sich in dieser Situation doch manchmal selbst hilflos und suchen Rat. 

Entscheidend für das Umgehen mit den Ausbrüchen des eigenen Kindes ist das Wissen darüber, was gerade passiert, so Dr. Manfred Hofferer in „Wenn Kinder trotzen. Hilfe, das ICH meines Kindes erwacht!“. Das Trotzen gehört zur Entwicklung jedes Menschen dazu. Und im eigentlichen steht nicht der Widerstand im Mittelpunkt des Geschehens, sondern das Ablösen und das Erlangen von Selbstständigkeit. 

„Kinder sind das einzige, was in einem modernen Haushalt noch mit der Hand gewaschen werden muss.“ Unbekannter Autor

Sein Kind zu erziehen geht einher mit dem Erfahren eigener Grenzen. Denn es ist nicht leicht, in Momenten der Kindeswut wirklich ruhig zu bleiben und abzuwarten. Es ist nur allzu verständlich, dass das nicht immer gelingen kann. 

Man wünschte sich ein Patentrezept, das sofort angewendet werden kann. Und dann noch die gut gemeinten Ratschläge der anderen. Je besser man aber die Bedürfnisse des eigenen Kindes kennt, desto eher findet man die Anlässe für das Trotzen heraus, kann sie besser einschätzen und vielleicht auch vermeiden, oder mit einem Ablenkungsmanöver entschärfen.

Saskia Krumbholz

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