Dem Trotzalter mit Gelassenheit trotzen

Umgang mit wütenden Kleinkindern

Entspannen Sie die Situation. Oft hilft es den Raum zu verlassen, ins Freie zu gehen. So können Sie wieder den Überblick gewinnen und Ihr Kind kann sich beruhigen. Zu Hause kann das bedeuten, dem „will alleine“ des Kindes auch mal nachzugeben und es den Becher wegräumen oder etwas aufwischen lassen. Das dauert länger und ist sicher oft noch ungelenk. Aber wollen wir später nicht alle Teenager, die im Haushalt mithelfen? Legen Sie hier den Grundstein dafür.

Entschleunigen Sie Ihren Alltag

Im Alltag kommen die Zeiteinteilungen der Erwachsenen für Kinder oft völlig überraschend. Sie haben noch keine genaue Vorstellung, wie lange zehn Minuten dauern. Erst mit der Erfahrung lernen Sie die Länge dieser Angabe zu erspüren. Planen Sie genügend Zeit beispielsweise für das Anziehen, Frühstücken und Losgehen ein. So umgeht man manchen Wutausbruch.

Ein Kind braucht Grenzen, darüber sind sich die meisten Eltern im Klaren. Um den eigenen Willen entwickeln zu können, muss dem Kind auch Raum zur Verfügung stehen. Machen Sie Ihrem Kind verständlich, warum Sie gerade hier ein Nein sagen. Setzen Sie die Grenzen sinnvoll.

Ebenfalls wichtig ist, die vereinbarten Regeln selbst einzuhalten. Holt man das Kind aus dem Sandkasten zum Gehen und redet dann doch noch eine Viertelstunde mit der Freundin, ist das für Ihr Kind nicht leicht zu verstehen. Nicht selten führt das zu Stress auf beiden Seiten.

Hilfe zur Selbsthilfe

„Die Probleme mit dem eigenen Kind werde ich doch wohl selber lösen!“ In einer Welt immer komplexerer Aufgabengebiete ist es nichts Beschämendes, Hilfe anzunehmen. Wann immer Sie das Gefühl haben, Sie kommen mit dem Trotz Ihres Kindes nicht mehr weiter, überlegen Sie, wie Sie wieder ins Lot kommen. Kontaktieren Sie Freunde oder Ihre Eltern, vielleicht können sie Rat und konkrete Hilfe anbieten.

Reden Sie. Im Gespräch mit anderen klärt sich so manches auf. Den Eltern mit gleichaltrigem Kind im Kindergarten geht es vielleicht genauso. Und Sie haben nicht mehr das Gefühl allein dazustehen mit einem Kind voll überkochender Emotionen.

Trennen Sie sich. Ein paar Stunden für sich allein sein, ohne das Trotzköpfchen, vielleicht mit dem Partner, bewirkt Wunder. Gönnen Sie sich kurze Auszeiten.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, die professionelle Beratung von Außenstehenden in Anspruch zu nehmen. Kommunen, Kirchen, Verbänden oder Vereine bieten Beratungsstellen für familiäre Fragen und Probleme. Fragen Sie in Ihrer Gemeinde nach oder recherchieren Sie im Internet.

„Der Erwachsene achtet auf Taten, das Kind auf Liebe.“
Aus Indien

Ist die Wut verflogen, ist das Kind auch wieder aufnahmefähig. Sie können jetzt das Verbot oder die Regel verständlich machen. Auch eigenes unbeherrschtes Verhalten kann thematisiert werden, natürlich dem Alter des Kindes angemessen. Warum fällt es uns Erwachsenen nur so schwer, das Bedauern über die eigene Unzulänglichkeit einem Kind gegenüber auszudrücken?

Wichtig vor allem ist die Wiederherstellung der gemeinsamen Basis zwischen Ihnen und Ihrem Kind. Beständigkeit, Ruhe und Konsequenz sind grundlegende Pfeiler gerade in diesen Lebensmonaten. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass sie es lieben. Davon kann ein Mensch nie genug bekommen.

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