Rauchen während der Schwangerschaft

Laster mit vielen Nebenwirkungen

In den letzten Jahren hat sich bei Eltern immer mehr die Erkenntnis durchgesetzt, dass Rauchen generell und vor allem während der Schwangerschaft ein sehr hohes Risiko in sich birgt.

In der Folge ist der Tabakkonsum bei Schwangeren merklich zurückgegangen. Dennoch gibt es immer noch Eltern, die nicht von der Sucht ablassen können trotz der großen Risiken.

Waren es 1998 noch etwa 17,5 Prozent der Frauen, die während der Schwangerschaft rauchten, so sind es 2005 nur noch 8,9 Prozent gewesen, Tendenz weiter fallend. Bei den Männern verlief der Trend ähnlich nur auf weit höherem Niveau. So rauchten 1989 noch 38,0 Prozent während es 2005 nur noch 24,7 Prozent waren.


Wirkung des Rauchens

Im Rauch enthalten sind diverse Giftstoffe, die ihrer schädlichen Wirkung wegen bekannt sind. So gibt es neben Nikotin über 4000 andere Inhaltsstoffe, wie Teer, Arsen, Benzol, Cadmium, Blausäure, Blei und Kohlenmonoxid, die alle beim Verbrennen in die Lungen gelangen. Etlichen dieser Giftstoffen wird eine karzinogene, das heisst, krebsverursachende Wirkung nachgesagt. Dabei ist die gesundheitsschädliche Wirkung sowohl beim Aktiv- als auch Passivrauchen zu beobachten.

Als in Schottland 2006 ein allgemeines Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden eingeführt wurde, gab es innerhalb nur eines Jahres einen Rückgang von Herzinfarkten bei Rauchern um 17 Prozent, bei Nichtrauchern sogar um ein Fünftel. In anderen Ländern ergaben Untersuchungen noch höhere Werte.

Bezogen auf Deutschland wären dies weit über 40000 Infarkte weniger jährlich.

Bei Raucherinnen gibt es eine signifikant erhöhte Anzahl von Fehlgeburten. So sterben in den ersten drei Monaten 10-Mal mehr Föten bei Raucherinnen als bei Nichtraucherinnen. Bei mehr als 20 Zigaretten am Tag ist das Risiko eines Schwangerschaftsabbruchs sogar um 61 Prozent erhöht.

Und auch nach der Geburt ist durch Rauchen ein erhöhtes Risiko für die Sterblichkeit des Kindes gegeben. So ist das Risiko des Plötzlichen Kindstods, das normalerweise bei etwa 1,5-2 pro 1000 liegt, um das Fünffache erhöht.

Über die Plazenta gelangen die giftigen und krebseregenden Stoffe aus dem Blut der Mutter in den Körper des Kindes, wo sie nachgewiesen werden können. Da die Leber des Kindes bei weitem nicht die Effektivität besitzt, wie die eines Erwachsenen, weilen sie länger im Körper des Kindes und richten dort größeren Schaden an. So konnte man auch eine erhöhte Krebsanfälligkeit bei Kindern von Raucherinnen feststellen.


Einfluss auf das Wachstum des Kindes

Nikotin führt zu einer Verengung der Blutgefäßes an der Gebärmutter, was zu einer Unterversorgung des Kindes mit Nährstoffen und Sauerstoff führen kann. Einen ähnlichen negativen Effekt hat das Kohlenmonoxid. Seine Affinität zu den roten Blutkörperchen ist 200fach stärker als die des Sauerstoffs und sorgt dafür, dass die Blutkörperchen von den Kohlenmonoxidmolekülen besetzt werden und damit nicht mehr für die Sauerstoffbindung zur Verfügung stehen.

Beides wirkt sich negativ auf das Wachstum des Kindes aus und führt dazu, dass Kinder von Raucherinnen durchschnittlich ein paar hundert Gramm leichter sind. Außerdem wirkt Nikotin Wehen fördernd, was Frühgeburten verursachen kann.

Durch zahlreiche Studien wurde ebenfalls ein Einfluss auf die Entwicklung des kindlichen Gehirns nachgewiesen. So zeigen die Kinder von Raucherinnen durchschnittlich geringere Intelligenzquotienten als die von Nichtraucherinnen.

Raucherkinder neigen auch eher zu auffälligem Verhalten als ihre rauchfreien Altersgenossen. So ist zu beobachten, dass bei ihnen ein dreifach erhöhtes Risiko vorliegt, am Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS, ADHS) zu erkranken, außerdem zeigen sie öfter aggressive Verhaltensweisen als Kinder ohne Rauchereinfluss.

Die Gründe, auf die Zigaretten während und nach der Schwangerschaft zu verzichten, sind also vielfältig. Es gibt aber auch für diejenigen, die aufhören wollen, einiges zu beachten.

So ist ein plötzlicher völliger Entzug auch nicht risikolos, da durch die Entzugserscheinungen Stresshormone freigesetzt werden, die auch im Kind wirken. Da die Widerstandsfähigkeit der Ungeborenen nicht so hoch ist, sind auch die Auswirkungen drastischer.

Wenn man aufhören will, sollte dies unter Aufsicht des Arztes und langsam geschehen. Es wird nichts bringen, wenn man das Rauchen nur einschränkt, da schon der Genuss von einer Zigarette täglich Auswirkungen auf den Stoffwechsels des Kindes hat. (ad)

Andreas David

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