Babys erste Jahre: 23. Monat

Rumpelstilzchen im Zwiespalt

Puh! Manchmal ist es ganz schön anstrengend, Mutter oder Vater eines fast Zweijährigen zu sein. So viel Liebe man dem Nachwuchs auch entgegenbringt, immer wieder scheint es, als würde das Kind unzufrieden mit Ihnen sein.

Aus unerklärlichen Gründen fängt es an zu quengeln und schreit sich die Seele aus dem Leib. Manchmal ist es so schlimm, dass es vor lauter Zorn rot anläuft, sich windet und von einem Wutausbruch nicht weit entfernt zu sein scheint.

Vielleicht nur ein schwacher Trost für Sie, aber dennoch gut zu wissen: In diesem Alter ist Trotz und Wut keine Seltenheit, ganz im Gegenteil, diese Phase ist völlig normal. Sie haben doch nur „Nein“ zu den Bonbons an der Supermarktkasse gesagt, weil Ihr Schützling gerade vor einer halben Stunde ein Eis hatte. Und jetzt macht das Kind eine Szene vor all den fremden Leuten, als ob Sie es geschlagen hätten. Auch zu Hause stampft es vor Wut, nur weil der Turm aus Bauklötzen wieder eingefallen ist. Verständlich, wenn da auch mal Groll in Ihnen hochsteigt. Mit dem Kind zu reden, oder auch schimpfen und Drohungen helfen in solch einer Situation nichts mehr.

Nehmen Sie es bitte nicht persönlich, wenn Ihr Kind trotzt

Es macht das sicherlich nicht, um Sie in den Wahnsinn zu treiben. Ihr Kind hat gerade selbst arg mit sich zu kämpfen. Dieses Trotzalter ist der Zeitabschnitt, in dem Ihr Kleines in einem dauernden Zwiespalt zwischen Wollen und noch nicht Können lebt. Einerseits erleben die Kinder viele Erfolge, sei es den Löffel richtig zu halten, oder das erste Mal aufs Töpfchen zu gehen. Andererseits werden viele Versuche gestartet, die einfach nicht gelingen wollen. Warum fällt dieser dumme Bauklotzturm ständig um, oder warum kann ich mit dem Tretroller nicht die Treppe rauf? Das ist für Ihr Kind zum aus der Haut fahren.

Aus der Fassung wirft Ihr Kind ebenso, wenn es sich zwischen zwei Dingen entscheiden soll. Es ist zum Verzweifeln, wenn es bei der Vielfalt von Süßigkeiten in einem Geschäft etwas aussuchen darf – wählt es diese Bonbons, dann bekommt es die Schokolade nicht, die doch auch so verlockend ist. Lauter kleine Dilemmas, in denen sich Ihr Kind nun befindet. Dass dabei aus einer kleinen Sache oft eine Tragödie wird liegt daran, dass das Kleine seine Wut noch nicht kontrollieren kann.

Was Sie tun können, um Ihrem Kind durch diese schwere Zeit zu helfen

Zuallererst: Beziehen Sie die Wutausbrüche nicht auf sich selbst, Ihr Kind ist nicht zornig auf seine Eltern. Versuchen Sie möglichst ruhig zu sein. Bleiben Sie bei Ihrem Kind, bis sich der Sturm gelegt hat. Wenn Sie ruhig bleiben können, dann können Sie auch versuchen, Ihrem Kind mitzuteilen, dass Sie verstehen, dass es sich ärgert, aber wieder alles gut werden wird. Behandeln Sie es aber nicht zu lange wie ein rohes Ei. Wenn Sie versucht haben, es zu beruhigen, dann gehen Sie - gleich ob Sie Erfolg hatten oder nicht – wieder zur Tagesordnung über. Ihr kleines Kind darf nicht den Eindruck erhalten, dass sich die ganze Welt um einen dreht, wenn man wütend auf den Boden stampft. Sonst wird dieses Verhalten zu einer Gewohnheit, die es auch in Zukunft beibehalten wird. Manchmal sollten Sie auch streng bleiben.

Wenn Sie einmal „Nein“ zu etwas gesagt haben, dann bleiben Sie auch dabei. Sie tun Ihrem Kind nichts Gutes, wenn Sie ständig nachgeben, es wird so nie erfahren, wo die Grenzen gesteckt sind. Dies soll natürlich nicht heißen, dass Sie zu allem „Nein“ sagen sollen. Hin und wieder spricht nichts gegen einen Schokoriegel und Ihr Kind muss zum Beispiel nicht alles essen, was auf den Tisch kommt. Setzen Sie Ihre „Neins“ gezielt und überlegt ein. Denn: je weniger Sie davon verwenden, desto größer ist auch deren Wirkung.

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