Natürlich gewickelt - Naturwindeln sind in Mode

Naturwindeln

Natürlich gewickelt

Jedes Elternpaar möchte für seinen Schützling nur das Beste. So gesund und natürlich wie möglich soll auch Babys Windel sein. Immer mehr Eltern greifen daher zu Naturwindeln.

Diese Vorteile führen Befürworter der Naturwindeln häufig an:

  • Naturwindeln sind angenehmer zu tragen und besser geeignet für empfindliche Babyhaut
  • die Kostenersparnis gegenüber den Wegwerfwindeln, die sich vor allem bei längerer Wickeldauer und mehreren Kindern deutlich zeigt
  • das Einkaufen lästiger Windelpakete wird unnötig
  • in der Mülltonne bleibt Platz
  • Naturwindeln helfen angeblich beim frühen Trockenwerden

Demgegenüber steht allerdings:

  • Naturwindeln müssen gewaschen, getrocknet und evtl. gefaltet werden
  • Urin kommt an die Babyhaut
  • Naturwindeln sind auf Reisen eher unpraktisch
  • Naturwindeln können allgemein weniger Feuchtigkeit aufnehmen

Das Einmaleins der Naturwindel

Damit Sie sich zwischen kalifornischen, italienischen und dänischen Windelarten, Dizzy Diaper und FuzziBunz zurechtfinden, folgt hier ein Überblick über die wesentlichen Bestandteile einer Naturwindel.

Der Saugkern ist, wie der Name bereits andeutet, der Kern der Windel. Er soll den größten Teil der Feuchtigkeit aufsaugen. Es gibt ihn in Höschenform oder als Einlage für den Nässeschutz. Selbstverständlich muss er nach jedem Windeln gewaschen werden. Bestenfalls besteht er aus ungebleichter Baumwolle, die wiederum zu unterschiedlichen Gewebearten verarbeitet sein kann wie etwa Molton, Frottier oder Mull.

Nässeschutz

Der Nässeschutz ist die Überhose und erhältlich als Klett- oder Schlupfhöschen. Auch hier hat man beim Material die Auswahl zwischen Schurwolle, Fleece und Mikrofaser. Mit drei oder vier Stück einer Größe sollte man auskommen. Man muss den Nässeschutz nicht nach jedem Windeln waschen. Es genügt ihn zu trocknen. Bei den All-in-one-Windeln sind Saugkern und Nässeschutz bereits vernäht.

Windelvlies

Das Windelvlies ist eine dünne Lage aus Papier oder Zellstoff, die man direkt unter Babys Po plaziert. Sie schützt den Windelkern und fängt den Stuhlgang auf. Zellstoff ist praktisch unbegrenzt wiederverwendbar, während Papier meist nur 3-4 Waschzyklen durchhält. Papier ist saugfähiger, Zellstoff leitet dagegen die Nässe besser weiter.

Zusätzliche Saugeinlagen sollen die Saugfähigkeit noch erhöhen. Prinzipiell kann man hierfür alle saugfähigen Materialien verwenden. So können auch Muttis Geschirrtücher oder Waschlappen zweckentfremdet werden. Es gibt aber auch bereits vorgefertigte Formeinlagen. Andere Einlagen, etwa aus Bourette-Seide oder Wolle-Vlies, halten Babys Po trocken und/oder dienen der Wundheilung.

Die gute alte Sicherheitsnadel ist weitgehend verdrängt worden von ungefährlicheren Alternativen. Die heutigen Windelklammern heißen Snappies und werden in Knallfarben angeboten.

Dazu gibt es unterschiedliche Windelsysteme: Faltwindeln, Bindewindeln, Einlagewindeln (Kletthosensysteme) und Windelhöschen. In Reihenfolge der Aufzählung steigen Sicherheit, praktische Handhabung und Preis.

Sind Naturwindeln wirklich geruchsärmer?

Nach wie vor strittig ist die Geruchs-Frage. Einige Eltern sind der festen Überzeugung, dass die Stoffwindeln am Babypo weniger stinken. Wobei das nicht immer als sinnvoll bewertet wird, denn so werden Eltern unter Umständen erst später auf die volle Windel aufmerksam. Im Eimer sind sie dann tatsächlich geruchsärmer als Plastikwindeln. Verbleibt die uringetränkte Windel länger am Babypo (z.B. nachts) wird bei der Stoffwindel der Urin stärker zersetzt, dementsprechend stärker ist die Geruchsentwicklung.

Windeldienste 

Neuerdings gibt es immer häufiger Windeldienste, die Windeleimer stellen und diesen einmal pro Woche abholen. Die Kosten hierfür sind vergleichbar den Fertigwindeln. Windeldienste sind ökologisch, hygienisch und benutzen in der Regel babygerechte Waschmittel. Allerdings gibt es sie nicht überall.

Können Plastikwindeln der Fruchtbarkeit schaden?

Diese Frage ist bisher nicht ausreichend beantwortet. Eine Studie an der Kieler Universitäts-Kinder-Klinik ergab zwar, dass die Temperatur in Plastikwindeln im Schnitt 1,1 Grad höher ist als in Baumwollwindeln. Ob sich das tatsächlich negativ auf die spätere männliche Zeugungsfähigkeit auswirkt, ist aber noch nicht abschließend geklärt.

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