Autogenes Training für Kinder

Durch Entspannung die Konzentration steigern

In den letzten Jahren wurde beobachtet, dass immer mehr Kinder an Konzentrationsschwierigkeiten oder Schlafstörungen leiden. Häufig ist Stress die Ursache. Autogenes Training für Kinder kann helfen.

Es lehrt, wie man richtig entspannt, um für den Alltag wieder Kraft zu tanken.


Was ist Autogenes Training?

Autogenes Training, auch „Konzentrative Selbstentspannung“ genannt, ist eine Entspannungsmethode, welche in den zwanziger Jahren von dem Berliner Arzt Johannes Heinrich Schultz entwickelt wurde. In den Anfangsjahren wurde sie nur bei Erwachsenen angewendet, seit den sechziger Jahren beschäftigen sich Experten aber auch intensiv mit Autogenes Training-Methoden speziell für Kinder.

Die Meinungen bezüglich des Mindestalter gehen jedoch auseinander. Die Mehrheit der Fachleute sind der Auffassung, dass Kinder ab dem 8. Lebensjahr fähig sind, Autogenes Training zu erlernen. Es wurden aber auch schon Erfolge mit 4-6 Jährigen verzeichnet - allerdings in abgewandelter Form der Techniken.


Wann hilft Autogenes Training?

Autogenes Training ist bei vielerlei Beschwerden anwendbar. Es hilft körperliche und innere Erschöpfungszustände und Belastungen abzubauen. Nervosität und Anspannungen können vermindert werden. Auch bei Leistungs- und Verhaltensschwierigkeiten sowie bei Sprachstörungen kann Abhilfe geleistet werden.

Konkretisiert auf den Schulalltag können Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Leistungsangst und psychosomatische Beschwerden, wie beispielsweise Angstbauchschmerz, behandelt werden.


So funktioniert Autogenes Training

Kinder lernen anders als Erwachsene. Sie brauchen vollständige Erklärungen um die Komplexität des Autogenen Trainings begreifen zu können. Über Geschichten, die die Fantasie anregen, besteht der leichteste Zugang zu ihnen. Dabei werden die Grundfragen, auch Formeln genannt, des Autogenen Trainings in die Geschichten eingegliedert. Zunächst hintergründig, nach und nach rücken sie immer mehr in den Vordergrund.

In den verschiedenen Übungen werden durch die Formeln und durch Konzentration kurze gedankliche Befehle an den Körper gesandt. Dadurch entsteht eine Lockerung und Entspannung der Muskeln. Die Körpertemperatur wird reguliert und sogar das vegetative Nervensystem wird positiv stimuliert. Durch positive Befehle können Angstzustände, negative Gedanken oder auch Gefühlsausbrüche gesteuert werden

Die Kinder erleben, dass sie ihren eigenen Fähigkeiten vertrauen können. Sie erlernen Strategien, die ihnen helfen, Stresssituationen zu bewältigen und begreifen, dass durch Gedanken Einfluss auf den eigenen Körper genommen werden kann. Das Selbstbewusstsein wird gestärkt.

Autogenes Training kann einzeln oder in Gruppen gelernt werden. Wichtig ist, dass das Erlernte immer wieder geübt und wiederholt wird. Die Kinder können die Entspannungstechniken dann auf Alltagssituation, wie zum Beispiel Angst vor Klassenarbeiten oder vor einem Referat, anwenden.


Wo finde ich Ansprechpartner?

Fachleute für Autogenes Training sind Diplom-Psychologen oder Ärzte mit spezieller Weiterbildung. Häufig werden auch Kurse an der örtlichen Volkshochschule, in Beratungsstellen, über die Krankenkasse oder über Schulen angeboten. (jw)

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