Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Lassen sich Kinder und Karriere miteinander vereinbaren?

Wer sich Kinder wünscht und dennoch nicht auf seine Karriere verzichten möchte, zahlt einen hohen Preis. Besonders Frauen erleben trotz Emanzipation eine schmale Gratwanderung zwischen Disziplin und Organisation.

Bei dem Thema Vereinbarkeit von Karriere und Kindern scheiden sich die Geister. Die eine Seite behauptet, man müsse einfach nur diszipliniert und organisiert genug sein, um Kinder und Karriere gut unter einen Hut zu bekommen. Die andere Seite ist der Ansicht, es sei schlichtweg eine Lüge, Karriere zu machen zu können und dennoch Kinder zu haben. Allein das Wort „Vereinbarkeit“ sei eine Beschönigung. Kinder und Karriere sind zwei vollkommen verschiedene Bereiche im Leben, die sich eher addieren als parallel zueinander stehen. Sowohl im Beruf als auch in der Familie müssen wir allzeit verfügbar sein. Der Tag hat 24 Stunden und zwischendurch müssen wir schlafen und essen. Individuelle Umstände sowie die Leidensfähigkeit eines jeden, bestimmen den Zeitpunkt, bis das „Fass überläuft“.

Burnout und Magengeschwüre sind nur einige von vielen Konsequenzen, die der Alltagsstress verursachen kann. In der heutigen Gesellschaft sind Eltern, die beide in Vollzeit arbeiten, sehr eng angebunden. Durchschnittlich öffnet die Kita seine Türen ab 7.00 Uhr morgens und spätestens um 17.00 Uhr ist für viele Einrichtungen Schluss.

Vollzeitjob und Kitaöffnungszeiten sind oftmals nicht mehr kompatibel

Die meisten Bürojobs beginnen zwischen 8.00 Uhr und 9.00 Uhr. Mit einer Mittagspause endet ein Vollzeitjob täglich um 18.00 Uhr. Immer öfter verzichten Eltern auf die Mittagspause, da sie die Zeit lieber einsparen möchten. Sofern es möglich ist und dennoch nicht rechtens, wird dann oftmals acht Stunden am Tag durchgearbeitet, um anschließend das Kind aus der Kita abzuholen. Statt sich dann zu Hause auf die Couch zu setzen, um zur Ruhe zu kommen, wird das Abendbrot vorbereitet und noch einmal versucht, die fehlende Zeit mit dem Kind an den Abend zu hängen, bis es ins Bett gebracht wird.

Immer mehr Mütter gehen in Teilzeit, um ihren Kindern gerecht zu werden. Für die Karriere bleiben dann kaum noch Möglichkeiten.

Wie geht es unseren Kindern dabei?

Unsere Kinder müssen oft funktionieren, denn bei einer Vollzeitstelle bleiben nicht allzu viele „Nerven“ übrig, um nach dem Feierabend noch einmal ein weinerliches Kind in Empfang zu nehmen. Unsere Kinder verstehen viel, haben aber dennoch Bedürfnisse. Diese werden zwangsläufig nach hinten angestellt. Statistiken belegen eine immer größere Anzahl an Kindern, die krank in die Kita gebracht werden. Die Antwort nach dem Warum liegt auf der Hand – Eltern haben Angst, den Anschluss auf der Arbeit zu verpassen. Die Angst davor, einen Stempel aufgedrückt zu bekommen, der einem die Karriereleiter bis auf weiteres verwehrt, ist groß.

Aber wie geht es den Kindern dabei? Sicherlich ist es nicht schön, mit einer Grippe die Babysitterin bei sich zu haben, statt die Mutter oder den Vater. Das Kind soll sich nach der Kita am besten selbst beschäftigen denn schließlich haben Mama und Papa so viel Stress gehabt, dass sie einfach keine Kraft mehr haben, jetzt auch noch mitzuspielen. Die Kinder müssen heutzutage funktionieren, ohne gefragt zu werden. Die Eltern sitzen nicht selten völlig überlastet am Abendbrottisch und debattieren darüber wer am nächsten Tag die wichtigeren Termine hat und es somit nicht schafft, dass Kind aus der Kita zu holen. Das ist für die Kinder alles andere als gut und ständig der Satz: „Beeil Dich Schatz, wir haben keine Zeit, Mama/Papa kommt zu spät zur Arbeit“.

Kinder zu haben, ist bereits ein 24-Stunden-Job, bei dem wir immer flexibel sein müssen. Es ist am Ende die eigene Gesundheit, die Eltern aufs Spiel setzen. Es ist gut, sich Hilfe zu holen, um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Zahlreiche Betreuungsmöglichkeiten erleichtern viel arbeitenden Eltern den Alltag und die Vereinbarkeit.

Xenia Atanasovski

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