Konflikte auf dem Spielplatz

"Du kannst doch deinen Bagger teilen..."

„Nein lass das! Nimm dem Paul nicht immer das Spielzeug weg!“, „ Ach Paul, Du kannst doch Deinen Bagger mit dem Kind teilen!“. So oder so ähnlich klingt es oft, wenn Eltern mit ihren Kindern auf den Spielplatz gehen.

Der Buddeleimer steht bereit, der Sandbagger kommt zum Einsatz und auch der Fußball darf nicht fehlen, wenn es heißt, ab auf den Spielplatz. Zahlreiche Kinder spielen im Sandkasten, rutschen die Rutsche herunter oder sitzen auf der Schaukel. Nicht selten kommt es zwischen den Kindern zum Streit, sei es der heiß begehrte Platz auf der Schaukel oder einem anderen Spielgerät. Vor allem aber wird bereits im jüngsten Alter um das mitgebrachte Spielzeug des anderen Kindes gestritten, das plötzlich viel interessanter ist, als das eigene.

Die Idee des Teilens kommt Kindern nicht einfach so in den Sinn

Zunächst ist es wichtig, mit dem eigenen Kind über Probleme und Gefühle zu sprechen und somit auch herauszufinden, was gerade emotional in dem Kind vorgeht, wenn es sich um Spielzeug streitet. Die Idee des Teilens kommt Kindern nicht einfach so in den Sinn, vielmehr ist es eine Eigenschaft, die sich aus verschiedenen Faktoren erst entwickelt. Auch im Kleinkindalter können wir den Kindern bereits bewusst machen, nicht alles zu vereinnahmen, sondern auch gemeinsam zu spielen. Dabei sollte jedoch die Vorbildfunktion immer an erster Stelle stehen. Teile ich beispielsweise mit meinem Kind, erlebt es diesen Vorgang aus einer anderen Perspektive und verbindet schließlich etwas Positives damit.

Das Respektieren des Eigentums des Kindes ist sicherlich ein weiterer wesentlicher Faktor, um den Spielplatzbesuch nicht zum Desaster werden zu lassen. Es ist hilfreich vorher zu fragen, welches Spielzeug das Kind bereit ist, zu teilen. Das um Erlaubnis fragen ist ein wichtiger Bestandteil für den Erziehungsprozess, denn schließlich müssen unsere Kinder das genauso. Das gilt gleichermaßen für Geschwister und Freunde.

Am Ende ist es die Vorbildfunktion der Eltern selbst, die ein Kind nachhaltig prägt. Das Geben und Nehmen, das Teilen sowie das Schließen von Kompromissen zu leben, ohne jeglichen Zwang, ist der Schlüssel. Streitereien auf dem Spielplatz lassen sich nicht vermeiden. Sie gehören zum Entwicklungsprozess. Auch das gemeinsame Spielen müssen unsere Knder erst lernen und erfahren.

Xenia Atanasovski

Hilfe für den Alltag

Grundschulbeginn – So meistern Familien die typischsten Situationen

Mit dem Eintritt in die Grundschule beginnen oft eine Menge kleinerer und größerer Probleme. Wichtig ist hier, dass Familien die Hindernisse rational angehen – besonders diejenigen, die nur auf der Gefühlsbasis Probleme sind.  [mehr...]


Tod, Trauer und viele Fragen: Schwere Themen mit Kindern besprechen

Viele Eltern versuchen ihre Kinder von diesem Thema fernzuhalten, doch spätestens wenn das geliebte Haustier stirbt oder ein Familienmitglied schwer erkrankt, wird das Kind damit konfrontiert.  [mehr...]


Das Kind Kind sein lassen

Freiheiten für Zuhause und Draußen

Die meisten Kinder haben heutzutage zu wenig oder falsche Freiheiten. Zwar bekommen sie früh ein Handy oder ein Tablet und einen Computer geschenkt und können sich in virtuellen Welten verlieren, sobald es aber etwa ans Herumstreunen im Haus oder draußen in der Natur geht, bekommen es viele Eltern mit der Angst zu tun.   [mehr...]


Erziehung zur Selbständigkeit

Unabhängigkeit im Alltag – Erziehung endet erst mit 18

Wirklich selbstständig ist man nur dann, wenn man sich nie auf andere verlassen muss. Aus diesem Grund ist es nie zu früh, dem Nachwuchs Tricks und Kniffe des Erwachsenenlebens beizubringen.  [mehr...]