Schwangerschafts-ABC

Wehen

  Einerseits fürchtet man sie, andererseits möchte man endlich wissen wie sie sich anfühlen. Für viele Frauen die erstmals schwanger sind, sind die Wehen ein Mysterium. Hier sind die verschiedenen Wehentypen erklärt.

Muskelkontraktionen der Gebärmutter nennt man Wehen. Es gibt verschiedene Arten von Wehen. Übungswehen treten meist ab der 25. Schwangerschaftswoche vereinzelt auf.


Vorwehen

Vorwehen, auch Senkwehen genannt drücken den Fötus ins Becken der Mutter und somit in die Geburtsposition. Beim ersten Kind kann dies schon vier bis sechs Wochen vor dem Termin geschehen. Der Bauch wird dabei hart, aber es ist nur ein leichtes Ziehen im Kreuz zu spüren. Diese Wehen dauern nicht länger als 30 Sekunden und treten unregelmäßig auf, oft über mehrere Tage verteilt

Ein guter Test um zu überprüfen, ob es sich um Vorwehen oder schon die ersten Eröffnungswehen handelt ist der Wannentest. Im warmen Badewasser hören Vorwehen wieder auf, Eröffnungswehen werden hingegen stärker. Machen Sie diesen Test lieber nicht alleine, da es in der warmen Badewanne zu Kreislaufproblemen kommen könnte.


Eröffnungswehen

Die Eröffnungswehen öffnen den Muttermund und beginnen damit den Geburtsvorgang. Sie sind 40 bis 60 Sekunden lang. Die Abstände der Wehen sind regelmäßig verkürzen sich dabei aber immer weiter. Liegen nur noch zehn Minuten zwischen den Wehen ist es Zeit in die Klinik zu fahren. Viele Frauen empfinden die letzte Eröffnungswehe vor dem Eintreten der Presswehen als die schmerzhafteste. Am Ende dieser Wehenphase ist der Muttermund auf zehn Zentimeter eröffnet und es beginnt die Pressphase.


Presswehen

Die Presswehen treiben das Baby schließlich durch den Geburtskanal aus dem Mutterleib. Dabei benötigt eine Erstgebärende meist bis zu zehn Presswehen. Beim zweiten oder dritten Kind sind es dann häufig nur noch drei oder zwei. Oft sind Gebärende erleichtert endlich aktiv etwas tun zu können. Es kann passieren, dass die Hebamme einem verbietet bei einer Wehe zu pressen, wenn der Damm zu stark belastet wird und die Gefahr eines Dammrisses besteht. Die Wehe dann zu veratmen und dem Pressdrang nicht nachzugeben fällt vielen Frauen schwer.


Die Wehen danach

Mit Nachgeburtswehen wird die Plazenta ausgeschieden. Meist beginnt diese Phase zehn bis zwanzig Minuten nachdem das Kind geboren ist. In der Intensität sind die Wehen mit denen der Eröffnungsphase zu vergleichen, doch meistens bekommt die frisch gebackene Mutter kaum etwas davon mit, da ihre ganze Aufmerksamkeit ihrem Baby gehört.

Einige Stunden späterbeginnen die Nachwehen. Sie unterstützen die Rückbildung der Gebärmutter und den Wochenfluss. Durch die Hormone die beim Stillen ausgeschüttet werden, wird dieser Vorgang ausgelöst. Deshalb sind die Nachwehen auch während des Stillens besonders heftig zu spüren. Erstgebärende spüren häufig nur ein leichtes ziepen, während Frauen die ihr zweites oder drittes Kind geboren haben, über stärkere Schmerzen klagen.

Tabea Lück

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