Zwillinge

Herzlichen Glückwunsch, Sie bekommen Zwillinge!

Bei dieser Nachricht sind manche Eltern erst etwas verunsichert. Klar, es kommt die doppelte Menge an Arbeit auf sie zu. Aber wenn man sich richtig auf die Zwillinge einstellt, wird man auch durch doppeltes Elternglück belohnt.

Wenn es in der Familie eines der beiden Partner Zwillinge gibt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit auf eine Zwillingsgeburt. Wer aus einer Zwillingsfamilie stammt, sollte den Gynäkologen darüber informieren, damit im Fall einer Schwangerschaft die notwendigen medizinischen Untersuchungen durchgeführt werden können. 

Ältere Frauen bekommen öfter Zwillinge als jüngere Frauen, weil im Alter die Konzentration des Eisprunghormons FSH steigt und dann häufiger mehrere befruchtungsfähige Eizellen vorhanden sind. 

Auch bei künstlichen Befruchtungen kann man sich schon fast auf eine Zwillings- oder Mehrlingsgeburt einstellen. Es werden immer mehrere befruchtete Eizellen in die Gebärmutter eingesetzt. Wenn es alle Eizellen bis zur Gebärmutter schaffen, bekommt die Frau Zwillinge, Drillinge oder gar Vierlinge.

Im Schnitt ist in Europa jede 70. Geburt eine Zwillingsgeburt. Zweieiige Zwillinge kommen etwa drei bis vier Mal so oft vor wie eineiige. Bei vielen Zwillingen kann man nicht eindeutig sagen, ob sie eineiig oder zweieiig sind. 


Eineiige und zweieiige Zwillinge

Bei eineiigen Zwillingen wird nur eine Eizelle befruchtet, die sich dann teilt. Dabei entstehen zwei Hälften mit dem gleichen Erbgut und deshalb sehen sich eineiige Zwillinge auch so ähnlich. Eineiige Zwillinge haben immer das gleiche Geschlecht, während bei  zweieiigen Zwillingen Jungen- oder Mädchen-Pärchen, aber auch die Kombination Junge und Mädchen vorkommen. 

Bei der Entstehung von zweieiigen Zwillingen werden zwei Eizellen gleichzeitig oder nacheinander von je zwei Samenzellen befruchtet. Zwischen der Befruchtung können ein paar Stunden oder Tage liegen. Zweieiige Zwillinge könnten sogar unterschiedliche Väter haben. Sie teilen sich meistens die Hälfte des Erbguts, mal mehr, mal weniger. Deshalb sind sich manche zweieiige Zwillinge ähnlicher als andere Zwillingspaare. 

Heutzutage können manche Ärzte mit einem modernen Ultraschallverfahren schon sehr früh erkennen, ob die Zwillinge ein- oder zweieiig sind. Man kann dies später auch über einen Gentest überprüfen. Dazu werden zum Beispiel aus der Mundschleimhaut Zellen entnommen und analysiert. Je früher man Bescheid weiß, desto besser, denn eineiige Zwillinge müssen während der Schwangerschaft sehr genau überwacht werden, weil es zu Komplikationen kommen kann. 

Besonders in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft kann es zum Beispiel vorkommen, dass die Kinder nicht mehr optimal durch die Plazenta versorgt werden oder dass der Zwilling, der näher an der Plazenta liegt, mehr abbekommt als sein Geschwisterchen. Dies kann zu großen Gewichtsunterschieden führen. Wenn ein Fötus sich nicht so gut entwickelt, kann es zu einer intensiven Überwachung im Krankenhaus kommen und wenn es im Bauch für die Kleinen zu riskant wird, leitet man im Allgemeinen die Geburt ein. 


Der Alltag mit Zwillingen 

Es macht Eltern viel Freude, ihre Zwillinge zusammen aufwachsen zu sehen, aber zu dem Alltag mit Zwillingen gehört auch eine straffe Organisation. Kurz nach der Geburt ist der Zeitaufwand erst einmal enorm. Die Eltern sind fast die ganze Zeit mit den Kleinen beschäftigt und dann kommen auch noch der Haushalt, eventuell die Versorgung älterer Geschwister und andere Verpflichtungen dazu. Und das alles, obwohl die Eltern anfangs kaum Schlaf bekommen. 

Viele junge Mütter gehen davon aus, dass sie mit den Kleinen ohne Hilfe zurechtkommen, aber oft wird es ihnen alleine doch zu viel. Damit zwischendurch ein bisschen Zeit für Sie bleibt, sollten Sie mit dem Vater eine klare Arbeitsteilung vereinbaren und die Hilfe von der Oma oder anderen Verwandten und Freunden ruhig annehmen. Wenn es sich finanziell einrichten lässt, lohnt es sich eine Haushaltshilfe zur Entlastung einzustellen. Es ist auch sinnvoll, einen guten Babysitter zu haben, damit Sie als Pärchen nicht zu kurz kommen.

In den ersten Monaten geht die meiste Zeit für das Füttern der Zwillinge drauf. Deshalb sollten Sie die beiden Kleinen an einen festgelegten Zeitplan und vor allem an einen möglichst gemeinsamen Rhythmus gewöhnen. Passen Sie sich ihren Schlafenszeiten an und ruhen Sie sich aus, wenn die Kleinen gerade schlafen.

Sie sollten sich mit anderen Zwillingseltern austauschen, vor allem weil Ihr Umfeld teilweise gar nicht nachvollziehen kann, wie anstrengend ein Tag mit zwei Säuglingen sein kann. Wenn es in Ihrer Familie Zwillinge gibt, haben Sie sicher geeignete Ansprechpartner. Sie können aber auch in der Entbindungsklinik nachfragen oder im Internet unter den Stichwörtern „Zwillingseltern“ oder „Zwillingsforum“ nach Kontakten suchen.

Angelina Kalden

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