Pflegekinder

Zuwachs für Paare und Einzelpersonen

Aus den verschiedensten Gründen können Kinder nicht in ihren Familien aufwachsen. Eine Hilfsmaßnahme, die Entwicklungschancen dieser Kinder zu sichern und zu stabilisieren, sind Pflegefamilien.

Kinder zu haben, bedeutet für die meisten Menschen eine große Bereicherung im Leben. Allerdings kann es passieren, dass bei der Erziehung von Kindern unvorhersehbare Situationen entstehen, die mit Sorgen und Belastungen verbunden sind. Vor allem, wenn die äußeren Umstände besonders ungünstig sind, benötigen Eltern oftmals Hilfe und Unterstützung.

Überforderung durch Beruf, Haushalt und Kindererziehung, Schicksalsschläge wie Verlust eines Elternteils, schlechte finanzielle Verhältnisse oder psychische Probleme können dazu führen, dass Eltern bzw. Elternteile es nicht mehr alleine schaffen.

In Europa sind es hunderttausende Kinder, die aus verschiedensten Gründen nicht mehr in ihrer Herkunftsfamilie aufwachsen können und auf Wunsch der Eltern, dem eigenen Wunsch oder einer behördlichen Intervention in Fremdunterbringung unterkommen. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlichster Betreuungsformen, deren gemeinsames Ziel es ist, die Entwicklungschancen dieser Kinder zu sichern, zu stabilisieren und, wenn nötig, zu verbessern. Viele Kinder kommen in so genannten Pflegefamilien unter.

In Deutschland bleibt bei diesen Kindern das Sorgerecht grundsätzlich erstmal bei den Herkunftseltern bzw. einem gesetzlichen Vormund wie dem Jugendamt. Pflegekinder bleiben - anders als Adoptivkinder - Mitglied ihrer Herkunftsfamilie. Die Pflegeeltern dürfen allerdings Alltagsentscheidungen treffen und werden bestenfalls von Jugendhilfeträgern unterstützt.

Bei der Unterbringung von Kindern in anderen Familien (in Deutschland auch für Einzelpersonen möglich) unterscheidet man im Allgemeinen zwischen Kurz-, Bereitschafts- und Langzeitpflege.
Die Kurzzeitpflege trifft zu, wenn das Kind in die Herkunftsfamilie zurückkehrt, z.B. bei Krankenhausaufenthalt der Eltern oder anderen, unvorhersehbaren Krisensituationen der Familie.

Bei der Bereitschaftspflege ist die Situation noch nicht abschließend geklärt. Eine behördliche Entscheidung darüber, was mit dem Kind geschieht, steht noch aus. In der Langzeitpflege wird die Aufnahme auf mehrere Jahre angelegt. Das Kind soll auf Dauer in die Pflegefamilie und nach Möglichkeit dort auch bleiben.


Eine Pflegefamilie gründen

Wer sich für die Aufnahme eines Kindes entscheidet, sollte sich bei Jugendhilfeträgern (Jugendamt, ProFamilia oder entsprechende Vereine), über deren Regelungen erkundigen. Meist werden zur Vorbereitung Seminare angeboten und eine finanzielle Unterstützung garantiert. Der monatliche Satz ist vom Alter des Kindes abhängig, splittet sich in Unterhalts- und Erziehungsgeld und kann bei besonderen Ereignissen wie Einschulung, Kommunion usw. einmalig bezuschusst werden.

Dennoch sind die ca. 600 Euro nicht viel Geld und täuschen auch nicht über die besondere Art des Familienlebens hinweg. Es bleibt ein Kind mit zwei Familien, unabhängig wie es sich ins neue Nest zu integrieren vermag oder nicht. Die Pflegefamilie ist, grob gesagt, Vertragspartner der Jugendhilfeeinrichtung und übernimmt gemeinschaftlich Verantwortung und Verpflichtung für die Entwicklung des Kindes.


Pflegekinder


Für alle Beteiligten muss klar sein: Das Wohl des Kindes steht immer an erster Stelle. Es muss sich in seiner neuen Umgebung zurechtfinden und lernen, neue und frühere Erfahrungen miteinander in Einklang zu bringen. Es geht neue Beziehungen ein und wird vermutlich gleichzeitig bestehende Bindungen an seine Familie beibehalten.

Durch diese Zwiespältigkeit werden betroffene Kinder sehr verunsichert. Um diese schwierige Situation verarbeiten zu können, braucht ein Pflegekind Unterstützung und Verständnis von seinen Pflegeeltern. Es muss die Chance erhalten, seine Lebenssituation zu verstehen.


Pflegeeltern

Für die Pflegeeltern gibt es mittlerweile ein immer größer werdendes Netzwerk. Besonders Internetforen eignen sich zum Austausch von Erfahrungen, Hilfestellungen und weitreichenden Informationen, die die eigene Rolle im neuen Familienverband greifbarer machen. Wer ernsthaft überlegt, diesen Weg der Familiengründung in Betracht zu ziehen, sollte diese Möglichkeit des Erfahrungsaustausches unbedingt nutzen.

Auch vom Staat gibt es mittlerweile eine gewisse Anerkennung für Pflegepersonen, denn seit dem 01.01.2004 haben nun mehr auch Vollzeitpflegeeltern einen Anspruch auf Elternzeit. (as) 

Antje Schulz

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