Stillen

Fünf Fragen, die stillende Mamas beschäftigen

Auch wenn Sie sich schon über das Stillen informiert haben, ergeben sich immer wieder Unsicherheiten. Mach ich alles richtig? Bekommt mein Baby genug zu essen? Solche Fragen sind am Anfang ganz normal, vor allem beim ersten Kind.

Hier finden Sie ein paar häufig gestellte Fragen, von denen Sie vielleicht schon mal die eine oder andere beschäftigt hat.

Wie regelt sich die Milchmenge?

Die goldene Grundregel lautet in diesem Fall: Angebot und Nachfrage regeln die Milchbildung. Je mehr Ihr Kind trinkt, desto mehr Milch wird produziert und wenn weniger Milch verlangt wird, verringert sich die Menge. 

Die Zusammensetzung der Milch ändert sich während der Mahlzeit. Zuerst bekommt Ihr Kind wenig fetthaltige Vormilch, die den Durst löscht. Dann steigt der Fettgehalt der Muttermilch und am Ende der Fütterung sorgt die Hintermilch dafür, dass Ihr Kleines satt wird und gut zunimmt.

Wie oft sollte ich stillen?

Nach den ersten Lebenstagen pendeln sich die meisten Säuglinge auf 8 bis 12 Mahlzeiten innerhalb von 24 Stunden ein. Häufige und kurze Stillmahlzeiten regen die Milchproduktion an und sind besser als sehr lange Mahlzeiten mit langen Trinkpausen. Im Schnitt dauert eine Mahlzeit zwischen 20 und 45 Minuten. 

Reicht die Milch für mein Baby?

Beim Stillen kann man schwieriger als bei der Flasche sehen, wie viel Milch Ihr Baby getrunken hat. Es gibt aber verschiedene Zeichen, durch die Sie feststellen können, wie viel tatsächlich beim Kind ankommt. 

Ein lebhaftes Kind, das oft gestillt wird, ist gut versorgt, wenn es sechs bis acht nasse Windeln und anfangs zwei Mal und öfter am Tag Stuhlgang hat.

Nach der Geburt kann es vorkommen, dass Kinder 10 Prozent ihres Geburtsgewichts abnehmen. Bis zu zwei Wochen nach der Geburt erreichen sie meistens wieder ihr Ausgangsgewicht und sollten dann in einer Woche ca. 120-250 g und mehr zunehmen. 

Wenn Ihr Kind weniger zunimmt, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Ihre Hebamme. Erst wird man Ihnen vermutlich anraten, eine Mahlzeit mehr zu geben und regelmäßig das Gewicht des Kindes zu überprüfen. Wenn sich jedoch nichts ändert, sollten Sie Flaschenmilch zufüttern, damit Ihr Kind richtig gedeiht.

Kann ich stillen und zufüttern?

Im Prinzip können Sie eine Zeit lang stillen und Milchpulverprodukte dazu geben. Wenn Sie sich für das Stillen entschieden und genug Milch haben, sollten Sie Ihrem Kind in den ersten Monaten keine Flasche geben. Bis zur vierten Lebenswoche kann Ihr Baby dadurch verwirrt werden. Sollte der Arzt nicht etwas anderes raten, braucht ein Neugeborenes kein Wasser oder Tee. Durch die Zugabe der Flasche trinkt Ihr Baby weniger Muttermilch und die Milchproduktion verringert sich. Dazu kommt, dass die künstliche Milch süßer und das Saugen an der Flasche leichter ist, wodurch Ihr Baby möglicherweise seltener die Brust annimmt und Sie das Risiko eingehen, Ihr Kind ungewollt abzustillen. 

Wie stille ich ab?

Das Abstillen funktioniert im Normalfall ohne Einnahme von Medikamenten. Die Milchmenge geht zurück, wenn Sie Ihrem Kind das Fläschchen geben oder anfangen, es mit Brei zu füttern. Dieser Prozess vollzieht sich nach und nach. Mit der Zeit geben Sie Ihrem kleinen Liebling einfach seltener die Brust, die Milchmenge geht zurück und Ihr Kind stellt sich irgendwann ganz auf die alternative Nahrung ein. Die Milchproduktion verringert sich auch durch bestimmte homöopatische Mittel und Salbeitee. 

Im Fall einer Brustentzündung (Mastitis) kann es auch vorkommen, dass man gezwungen wird, mit Hilfe von Hormonpräparaten schnell abzustillen. Enge BHs und kühle Umschläge sind in diesem Fall ebenfalls hilfreich.

Angelina Kalden

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