Kinder und ihre Cliquen

Soziale Integration im Freundeskreis

Wie viele Freunde hat ein Kind? Gibt es einen Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft eines Kindes und der Anzahl der Freunde? Wie leicht schließen Kinder Freundschaften, fällt es manchen leichter und anderen schwerer?

Neben der Familie und den Lehrern hat noch eine ganz andere Gruppe von Personen Einfluss auf die Kinder, nämlich die so genannte Clique oder auch Peers genannt. Peers bedeutet aus dem englischen übersetzt „seinesgleichen“ oder „ihresgleichen“.

Mit Gleichaltrigen befreundet zu sein ist wichtig, denn so können Erfahrungen über Probleme ausgetauscht werden, die die anderen gleichermaßen betreffen. Worüber man mit Eltern oder Lehrern zwar auch sprechen könnte, aber deren Perspektive eine ganz andere ist. Freunde haben den gleichen Stress mit den Lehrern oder Eltern und sie bilden somit einen wichtigen Bezugspunkt.

Freunde sind nicht mit einer Clique gleichzusetzen. Es ist möglich einzelne Freunde zu haben, eine Clique jedoch ist erst dann gegeben, wenn sich mehrere Personen zu einer Gruppe zusammenschließen. Die Zusammenschließung erfolgt spontan und hat informellen Charakter, was bedeutet, dass die Gruppe keine festgelegten Ziele hat oder in einer Organisation zusammengeschlossen ist.

Wie viele Freunde hat ein Kind?

Nach der 1. World Vision Kinderstudie von 2007 nannten die meisten Kinder bei der allgemeinen Frage nach ihrer Anzahl von Freunden 10. Andere Studien kommen auf eine etwas geringere Zahl, wobei der Unterschied von den Angaben der Mädchen und Jungen fast gleich war. Die meisten Kinder (73 Prozent) sind mit der Größe ihres Freundeskreises zufrieden.

Die Grenze für eine angemessene Integration von Kindern wurde bei einem Freundeskreis von mindestens vier oder mehr Freunden angesetzt. Demnach sind 65 Prozent der Kinder angemessen integriert. Diese Angaben über die Zufriedenheit mit der Anzahl der Freunde wurde von den Kindern selber gemacht, demnach sehen sich die meisten Kinder als angemessen integriert an.

Soziale Integration und Herkunft

Die meisten normal integrierten Kinder fanden sich in der Oberschicht (74 Prozent) und die am wenigsten in der Unterschicht (38 Prozent). Weiterhin sind Kinder mit Spielfreunden im Wohnumfeld besser integriert als Kinder ohne Spielfreunde. Das bedeutet, je gehobener die Schicht ist, desto integrierter sind die Kinder.

Freundschaften schließen und die Herkunftsschicht

Auf die Frage, ob es ihnen leicht fiele Freundschaften zu schließen, stimmten 75 Prozent der Kinder zu und 25 Prozent meinten, es fiele ihnen schwer. In diesem Punkt verhält es sich genauso, wie bezüglich der Anzahl der Freunde. Kindern aus unteren Herkunftsschichten fällt es mit 58 Prozent eher leicht Freundschaften zu schließen, wobei es Kindern aus der Oberschicht mit 75 Prozent leichter fällt.

Die ganzen Angaben beruhen auf der Selbsteinschätzung der Kinder. Alter, Geschlecht, Familienform, Erwerbsbeteiligung der Eltern, Migrationshintergrund oder die Religionszugehörigkeit spielten keine herausragenden Rollen bei der Schließung von Freundschaften.

Somit sind Kinder aus den unteren Herkunftsschichten nicht nur finanziell oder bildungstechnisch benachteiligt, sondern zudem noch in ihrer sozialen Integration.

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