Wie kann ich meinem Kind helfen?

Mein Kind ist ein Außenseiter

In nahezu jeder Schulklasse gibt es mindestens ein Kind, das nicht in die Klassengemeinschaft integriert ist. Hierfür gibt es viele potenzielle Ursachen und Möglichkeiten der Problembewältigung.

Die Ausgrenzung bestimmter Kinder beruht in der Regel auf tatsächlichen oder angeblichen Defiziten der Betroffenen, kann aber auch anders begründet sein. Im Normalfall leiden diese Kinder stark unter ihrem Außenseiterdasein. Oft fällt es schwer, herauszufinden, wie es dazu kommen konnte und wie dagegen vorzugehen ist. Haben die Erziehenden die Gründe erkannt, so ist bereits der erste Schritt getan. 

Lernschwäche


Kinder, die an einer Lernstörung wie der Lese-Rechtschreib-Schwäche oder der Rechenschwäche leiden, haben häufig ein geringes Selbstwertgefühl und werden von Mitschülern belächelt. Die Betroffenen selbst sowie die Schulkameraden unterstellen dann oft mangelnde Intelligenz oder Faulheit. Eine Ausgrenzung kann dann von beiden Parteien ausgehen. Beispielsweise ziehen sich manche lernschwache Schüler zurück und geraten erst dadurch ins Scheinwerferlicht. Andere versuchen, von ihren Defiziten abzulenken, indem sie im Unterricht provozieren oder sich zu Klassenclowns entwickeln.

Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsstörungen


Einige ausgegrenzte Schüler sind auffällig aggressiv. Sie unterdrücken andere und verursachen Angst. Manche Außenseiter sind eher ängstlich, haben ein labiles Selbstbewusstsein und neigen zu Gewaltanwendung oder sind häufig selbst die Opfer. Verhaltensauffälligkeiten können auch aus geistigen, sozialen oder körperlichen Entwicklungsstörungen resultieren. Diese sind oft selbst Ursachen für Spott und Marginalisierung. 

Eltern sollten dafür Sorge tragen, dass es möglichst gar nicht erst soweit kommt. Gegebenenfalls empfiehlt es sich, das Kind nicht verfrüht einzuschulen und es eine den Fähigkeiten angemessene Schule besuchen zu lassen. Auch muss man den Schwächen des Kindes entgegenwirken. Hat es etwa motorische Schwierigkeiten, so können Sportarten wie Gymnastik oder Turnen der Entwicklung zuträglich sein.

Eltern und Lehrer

Pädagogik ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Aspekt. Manch Erziehungsstil ist besonders streng, anti-autoritär oder behütend. Dies kann zu auffälligen Verhaltensweisen führen, die die Grundlage für Hänseleien bilden können. So sind sehr streng erzogene Kinder meist gehemmt im Umgang mit anderen. 

Hyperaktivehochbegabte und hochsensible Schüler müssen Erziehende und Lehrer ebenfalls speziell berücksichtigen. Diese Kinder sind aufgrund ihrer Eigenschaften verhaltensauffällig und werden daher oft marginalisiert. Bei sehr unruhigen Schülern können – unter professioneller Anleitung – Entspannungsübungen hilfreich sein. Der Wissbegier von Hochbegabten kommt die von einigen Schulen angebotene Begabtenförderung entgegen. Auch außerschulischer Unterricht, etwa in Form von Nachhilfestunden, ist hier meist nützlich. Kampfsport kann bei Kindern, die über ein geringes Selbstbewusstsein verfügen, stabilisierend wirken. 

Prinzipiell ist die Kooperation zwischen Eltern und Lehrern sehr wichtig. Diese sollten sich regelmäßig über die Entwicklung des Schülers austauschen, um mögliche Probleme zu vermeiden bzw. zu lösen. Werden bestimmte Schüler ausgegrenzt, so ist es Aufgabe des Lehrers, an das Gewissen der Mitschüler zu appellieren und Diskussionen über die Situation anzuregen. Er sollte den sozialen Umgang miteinander regelmäßig thematisieren und in den Unterricht integrieren. Dies kann durch die Bildung von Projekten oder Arbeitsgruppen unterstützt werden. Ohnehin zählt die Vermittlung von Konflikt- und Teamfähigkeit zu den zentralen Aspekten im Schulunterricht. 

Berichtet ein Kind, dass es einem Außenseiterdasein fristet, so gilt es, die Problematik ernst zu nehmen und sich eingehend mit ihr zu befassen. Man sollte mit dem Kind reden und versuchen, Gründe und Lösungswege zu ermitteln.

Henry Kasulke

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