Legasthenie als Ursache von Schulproblemen

Bad oder Bat? - Mein Kind hat Schwierigkeiten in Deutsch

Haben Sie das ungute Gefühl, dass Ihrem Kind das Lesen und Schreiben wesentlich mehr Schwierigkeiten als seinen Mitschülern bereitet? Dann könnte sich dahinter eine Legasthenie bzw. eine Lese-Rechtschreibschwäche verbergen.

Bei einer Legasthenie bzw. einer LRS kommt es zu Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und Schreibens. Legasthenikern fällt es schwer, die gesprochene in die geschrieben Sprache umzusetzen und umgekehrt. 

Diese Teilleistungsstörung tritt bei etwa fünf Prozent aller Kinder auf, wobei Jungen drei Mal so oft betroffen sind wie Mädchen. Kinder mit Legasthenie haben in anderen Fächern meistens durchschnittliche oder gute Leistungen. Auch Hochbegabte können von diesen Problemen betroffen sein.

Da das Lesen für sie sehr anstrengend ist, haben legasthene Kinder oft wenig Lust dazu.  Ihre schulischen Leistungen, die Lernmotivation und das Selbstwertgefühl können stark beeinträchtigt werden. Manche Kinder mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten gehören eher zu den Außenseitern der Klasse.

Wenn von einer LRS betroffene Kinder früh unterstützt werden, können sie ihre Probleme meist kompensieren. Je früher die Schwierigkeiten erkannt werden, desto effektiver kann dem Kind geholfen werden. 

Legastheniker können mit viel Unterstützung in Form von Nachhilfe oder speziellen Therapien auch einen höheren Schulabschluss machen, als man ihnen anfangs zugetraut hätte. Wenn eine Legasthenie jedoch mit anderen Störungen, wie einer ADHS auftritt oder die Eltern nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen, verringern sich die Chancen auf Erfolg.

Eine Legasthenie wird im Allgemeinen in der Schule berücksichtigt, aber es gibt keine einheitlichen Reglungen in den Schulgesetzen der Bundesländer. Zugeständnisse finden in Form von Nachteilsausgleichen statt, die in den Bundesländern sehr unterschiedlich ausfallen. Teilweise werden den Kindern Erleichterungen gewährt. Die Rechtschreibung wird zum Beispiel milder oder gar nicht bewertet, die Schüler bekommen mehr Zeit oder können eine mündliche statt einer schriftlichen Prüfung ablegen. 

Was sind die Ursachen?

Diese Teilleistungsstörung ist meistens genetisch bedingt oder wird durch Probleme in der visuellen und auditiven Wahrnehmungsverarbeitung verursacht. Legastheniker haben beispielsweise Schwierigkeiten, Geräusche, Klänge und Rhythmen deutlich zu unterscheiden.

Ein begünstigender Faktor ist eine verzögerte Hirnentwicklung, die zum Beispiel durch Komplikationen während der Geburt oder durch eine Frühgeburt auftreten kann. Manchmal entwickelt sich eine LRS aus einer Sprachentwicklungsstörung.

Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben können aber auch die Folge von psychischen Belastungen durch eine Scheidung, Konflikte im Elternhaus oder den Verlust einer wichtigen Bezugsperson sein.

Die Lese-Rechtschreibentwicklung wird durch den Kindergarten, die Schule und das Elternhaus des Kindes beeinflusst. Eine angemessene Förderung spielt besonders in den ersten Schuljahren eine große Rolle. Demnach können sich schlechter Unterricht und Unterrichtsausfall ebenfalls negativ auf die Lese-Rechtschreibfähigkeit auswirken. 

Diagnose

Vor dem Schulbeginn gibt es auch schon Anzeichen, die auf eine Legasthenie hinweisen können. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Ihr Kind später anfängt zu sprechen, Probleme beim Sprechen oder mit der Aussprache hat oder Schwierigkeiten beim Erkennen von Silben und Reimen. 
 
Manche Kinder können eine LRS in der Schulzeit noch eine ganze Weile verbergen, indem sie sich geschickt anstellen und zum Beispiel Texte auswendig lernen. Am Ende der Grundschulzeit oder zum Wechsel auf eine höhere Schulform lassen sich die Symptome meistens aber nicht mehr kaschieren, weil im Unterricht längere Texte behandelt werden und den Schülern weniger Zeit zur Verfügung steht. 

Bis zur Diagnose ist es aber oft ein langer und schwieriger Weg. Betroffene Kinder müssen sich häufig erst anhören, sie seien einfach zu faul und müssten sich mehr anstrengen. Lehrer und Eltern drängen sie zum Üben, wodurch sich der Druck zu Hause erhöht, was dazu führen kann, dass das Kind eine Verweigerungshaltung einnimmt.

Angelina Kalden

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