Schulranzen

ABC-Schützen brauchen eine Schulmappe – aber nicht um jeden Preis

Gerade für Erstklässler ist der Schulranzen ein Statussymbol.

Eine Schulmappe für den ABC-Schützen ist zum Schulstart unerlässlich. Gerade für Erstklässler ist der Schulranzen ein Statussymbol und das Design absolut wichtig. Eltern sollten beim Kauf dennoch auf Qualität achten.

Was haben wir uns Gedanken um die Schulmappe unseres Schulanfängers gemacht. Monatelang vor dem Schulstart haben wir uns belesen, die einschlägigen Seiten im Internet durchforstet und schließlich entschieden: So eine wichtige Anschaffung muss anprobiert werden. Also haben wir mit dem zukünftigen Erstklässler die Geschäfte abgeklappert. Gefühlte zwanzig Ranzen hat er anprobiert, bis wir endlich das optimale Exemplar erstanden hatten. Einen Schulrucksack, grün, mit Dino-Motiven. Welch ein Aufwand! Hat er sich gelohnt?

Schulranzenkauf: messen, anpassen, aussuchen

Heute, ein Jahr später, muss ich gestehen: Der Schulranzen, der Oma ein dreistelliges Vermögen kostete, hätte auch eine Plastiktüte sein können. All das Messen, Anpassen und Aussuchen hätten wir uns sparen können: Die Schulmappe fungierte im ersten Jahr nur als Transportmittel für Brotdose, Trinkflasche, Federmäppchen, einen Schnellhefter und das Hausaufgabenheft. Alle anderen Schulsachen wie Bücher, Hefte und Hefter blieben in der Schule, denn im Klassenraum gab es für jedes Kind ein Fach dafür. 

Nur der Hefter, in dem sich die Hausaufgaben befanden, wandert in der Schulmappe von der Schule nach Hause und zurück. Mein Sohn musste also nicht täglich schwere Bücher und Hefter zur Schule und zurück schleppen. Die Strecke, die der Ranzen tatsächlich auf dem Rücken meines Kindes zurücklegte, belief sich auf ein paar Meter – vom Schultor zum Klassenraum. Den Rest legte er im Auto oder auf dem Fahrrad zurück.

Schulranzen sind ein Statussymbol

Nun weiß ich nicht, wie es den Erstklässlern in anderen Schulen erging. Vielleicht hatten sie nicht das Glück, ein Fach im Klassenraum zur Verfügung zu haben und mit dem Fahrrad oder dem Auto zur Schule zu gelangen. Für uns jedenfalls war der Schulranzen im ersten Jahr nur ein Statussymbol, um allen zu zeigen: Ich bin jetzt ein Schulkind! Ich gehöre zu den Großen.

Dafür hat sich die Anschaffung gelohnt. Ob sie allerdings so preisintensiv hätte sein müssen, bleibt dahingestellt. Nun hoffen wir, dass die Dino-Motive auch noch in der 2. und 3. Klasse cool sind und die Schulmappe bis zum Ende der Grundschulzeit ihren Dienst tut.

Kinder, die ihren Ranzen längere Zeit mit Büchern und Heften auf dem Rücken zur Schule tragen, brauchen unbedingt ein gut sitzendes Exemplar mit einem geringen Eigengewicht. 

Was macht einen guten Schulranzen aus?

  • Der Ranzen muss gut sitzen! Das heißt: Anprobieren!
  • Er muss gerade am Rücken anliegen; das Rückenteil ist gepolstert und ergonomisch geformt.
  • Er ist nicht breiter als die Schulterpartie des Kindes und die Oberkante schließt mit den Schultern ab.
  • Er hat einen Beckengurt. Dieser nimmt Gewicht von den Schultern und der Rücken wird entlastet.
  • Die Trageriemen sind gepolstert und  sind stufenlos und leicht verstellbar sowie mindestens vier Zentimeter breit. Sie sind gleich lang eingestellt und liegen eng am Körper. Werden die Riemen zu stramm angezogen, sitzt der Ranzen über der Schulter und das gesamte Gewicht drückt auf die Auflagepunkte an der Schulter.
  • Das Leergewicht des Ranzens beträgt maximal 1.200 Gramm.
  • Er ist mit großen Reflektoren an allen Seiten und viel Orange (Signalfarbe!) ausgestattet.
  • Das Design gefällt dem Kind (nicht den Eltern!) Beachten: Gar zu kindliche Motive wie Bärchen, Püppchen, Lillifee oder Käpt’n Sharky sind ab der 3. Klasse möglicherweise uncool und somit out. 

Heidrun Berger

Buchtipp

Deutsch und Mathe mit dem ganzen Körper lernen

In Schulen wird zumeist im Sitzen gelernt, obwohl gerade jüngeren Kindern das Stillsitzen noch schwer fällt. Zwei Bücher aus dem Verlag an der Ruhr geben Lehrern Anleitungen, wie sie während des Unterrichts schnell und ohne großen Aufwand Spiele und Übungen einbauen können.  [mehr...]


Hochbegabte Schüler haben es oft schwer in staatlichen Schulen

Hochbegabte Schüler und das staatliche Schulsystem

Odyssee durch sämtliche Einrichtungen

Einige Kinder sind ihrer Zeit voraus – sie lesen mit 4 und absolvieren das Abitur im Alter von 15 Jahren. Die Schulzeit ist jedoch bei kaum einem dieser Kinder unbeschwert, sondern oftmals eine Gratwanderung. Ein Beispiel dafür ist die Familie Heine aus Düsseldorf.  [mehr...]


Hochbegabte Kinder in der Schule

Hochbegabung – ein Fluch und ein Segen

Im deutschen Schulsystem gibt es etwa 7122 hochbegabte Kinder in den Klassenzimmern. An den etwa 760 Schulen in Berlin werden jeweils circa neun Hochbegabte unterrichtet. Aber was genau heißt es hochbegabt zu sein?  [mehr...]