Vegane Ernährung

Gesund für Mutter und Kind?

Gegen eine (ovo-)lakto vegetarische Ernährung haben Experten nichts einzuwenden. Sie ist sowohl für Erwachsene als auch für Babys und Kleinkinder als Dauerernährung geeignet. Bei der streng vegetarischen – veganen – Variante sieht das anders aus.

Spätestens mit der Schwangerschaft werden viele Vorwürfe laut, sich ausschließlich mit pflanzlichen Lebensmitteln nicht ausgewogen ernähren zu können. Jede werdende Mutter möchte natürlich nur das Beste für ihr Kind: Wird die Schwangerschaft problemlos verlaufen und sich das Baby gesund entwickeln, wenn gänzlich auf Fleisch- und Milchprodukte verzichtet wird?


Gesteigerter Bedarf an Nährstoffen

Nein, sagt die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). In Zusammenhang mit einer Schwangerschaft oder dem gesteigerten Energie- und Proteinbedarf von Kleinkindern, sei von einer veganen Ernährung abzuraten. Die Risiken seien zu groß, dass durch den Mangel an bestimmten Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen schwere geistige und körperliche Entwicklungsschäden des Kindes die Folge sein können.

Werdende Mütter haben unter anderem einen erhöhten Bedarf an Energie, Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen. Besonders Eiweiß, Kalzium und Eisen gehören zu den Stoffen, die vom Körper am leichtesten durch tierische Lebensmittel wie Fleisch und Milchprodukte aufgenommen werden können. Doch prinzipiell ist es möglich, all dies auch durch eine rein pflanzliche Ernährung zu gewährleisten:

Eiweiß/Proteine: je abwechslungsreicher die verschiedenen Eiweißquellen (Aminosäuren) kombiniert werden, desto höher wird der Nährwert einer Mahlzeit. Es empfiehlt sich eine Mischung aus Sojaprodukten, Getreide, Hülsenfrüchte, Nüssen und eiweißreichen Gemüsesorten. Sprossen haben einen besonders hohen Proteinanteil.
 
Kalzium: Viel Kalzium steckt in grünem Gemüse wie zum Beispiel Brokkoli oder Grünkohl. 200 Gramm in gedünsteter oder gekochter Form entsprechen in etwa dem Kalziumanteil, den auch ein Glas frische Milch aufweist.

Eisen: Der Eisenbedarf einer Schwangeren ist deshalb so hoch, weil ständig neues Blut für Mutter und Kind produziert werden muss. Pflanzliches Eisen ist zwar schwieriger vom Körper aufzunehmen als tierisches, die Zugabe von Vitamin C erhöht indes die Eisenabsorption des Körpers. Eisenhaltige pflanzliche Lebensmittel sind:  grünes Blattgemüse, Pilze, Hefen und Seetang.

Folsäure: Der bedarf einer Schwangeren verdoppelt sich und kann beispielsweise durch Spargel, Tomaten, Rote Beete und Orangen sowie Weizenkeimen gedeckt werden. Das Vitamin reguliert den Eiweißstoffwechsel.

Vitamin B12: Notwendig für die Blutzellenproduktion ist das Vitamin B12, das überwiegend in tierischen Lebensmitteln vorhanden ist. Viele Veganer und Vegetarier nehmen deshalb  entsprechend angereicherte Lebensmittel oder spezielle Ergänzungspräparaten zu sich. 


Kinder brauchen Kalorien

Kinder veganer Mütter werden in den meisten Fällen so lange wie möglich gestillt. Wird anschließend auf Breikost umgestellt, ist neben der optimalen Nährstoffzufuhr auf den erhöhten Energiebedarf der Kleinen zu achten. Vegan ernährte Kinder haben manchmal das Problem, durch die fettarme pflanzliche Nahrung nicht ausreichend Kalorien zu sich zu nehmen.

Eine sehr gering fetthaltige Ernährung kann in einigen Fällen das Wachstum des Kindes gefährden. Mit Avocados, Nüssen und Samen werden Kalorien in konzentrierter Form geliefert. Trockenfrüchte eignen sich ebenfalls, um die Kalorienmenge zu steigern.

Sich und die Kinder rein vegan zu ernähren, ist grundsätzlich möglich, erfordert von den Eltern ein umfangreiches Wissen in Ernährungsfragen, damit der Bedarf mit den kritischen Nährstoffen Eiweiß, Eisen, Zink, Calcium und Vitamin D und Vitamin B 12 gedeckt wird.
 
Schwangere sollten auf jeden Fall mit ihrem Arzt sprechen und regelmäßig die Blutwerte überprüfen lassen. Auch der Kinderarzt sollte über die Ernährungsform der Familie Bescheid wissen, damit etwaigen Nährstoffdefiziten so schnell wie möglich entgegen gesteuert wird.

Diana Thomas

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