Nesthäkchen und Mittelkinder

Geschwisterbeziehung

Auch wenn die Anfangszeit mit mehreren Kindern nicht immer leicht ist, können ältere Geschwister den Eltern später einiges abnehmen.

Ältere Kinder neigen dazu, Verantwortung für jüngere Geschwister zu übernehmen. Häufig sind sie für die Jüngeren ein Vorbild und vermitteln ihnen zusätzlich zu den Eltern grundsätzliche Wertvorstellungen. Geschwister lernen, dass sie sich gegenseitig helfen und sich aufeinander verlassen können.

Wenn der Altersunterschied nicht zu groß ist, dann können die Geschwister miteinander spielen und ihren Eltern eine Ruhepause gönnen.

Viele Erstgeborene sehen in ihren jüngeren Geschwistern den Eindringling, der ihnen ihre Status als Einzelkind genommen hat, während die Jüngeren glauben, dass die Großen alles dürfen, was ihnen verboten ist.

Trotzdem halten die meisten Geschwister in Streits mit den Eltern zusammen und unterstützen sich, wenn es darauf ankommt. Sie nehmen sich vor elterlicher Härte oder auch Überfürsorge in Schutz. Das ältere Kind kann auch als Lehrer fungieren, indem er dem Jüngeren alltägliche Dinge wie Lesen, Rechnen und Fahrradfahren beibringt.

Die Beziehung zwischen Geschwistern kann sich nur frei entwickeln, wenn die Eltern nicht versuchen, sie zu erzwingen, indem sie sich ständig in Streits einmischen oder die Kinder zu gemeinschaftlichen Aktivitäten zwingen. Die Kinder sollten nicht nur gemeinsame Freunde haben, damit sie auch getrennte Aktivitäten unternehmen können.

Das gibt Geschwistern und Eltern die Möglichkeit sich eine Ruhepause von einander zu gönnen und sich zurück zu ziehen, was für die Persönlichkeitsbildung von entscheidender Bedeutung ist. Die gemeinsame Erziehung und die gemeinsamen Familien- und Umweltverhältnisse beeinflussen die Beziehung zwischen Geschwistern, die sich häufig sehr nahe stehen.

In Familien mit mehreren Kindern lernen die Größeren Rücksicht auf die Kleineren zu nehmen, während die Jüngeren sich viel von den Größeren abgucken. Ab einem gewissen Alter erkennen Kinder, dass sie auch ohne die mütterliche Fürsorge zu recht kommen und dass Kinder nicht immer nett sind oder Rücksicht nehmen.

Dadurch lernen sie, mit Konfrontationen umzugehen und sammeln wichtige Erfahrungen für den Umgang mit anderen Menschen.

Das angeblich angeborene Sozialverhalten wird in den meisten Geschwisterbeziehungen gestärkt, da durch den engen Raum die Empfindungen der Familienmitglieder oft aufeinander bezogen sind und die Kinder auf diese einzugehen lernen.


Nesthäkchen und Mittelkinder

Nicht nur die älteren Geschwister haben Schwierigkeiten mit den Jüngeren, auch die Nesthäkchen und die Mittelkinder haben es nicht immer leicht. Die Mittelkinder sind sowohl den Einflüssen der älteren, als auch die der Jüngeren ausgesetzt. Oft führt das dazu, dass sie sich mehr im Hintergrund halten und sich seltener gegen ihre Geschwister behaupten.

Andere Mittelkinder sind sehr lebendig und versuchen durch ihr auffälliges und manchmal auch aggressives Verhalten die Aufmerksamkeit der Eltern zu bekommen. Erhalten sie die nötige Anerkennung nicht von ihren Eltern oder Geschwistern, dann suchen sie diese häufig außerhalb der Familie. Ihre Kontaktfreudigkeit macht sie zu guten Vermittlern zwischen den Geschwistern.

Auch die Nesthäkchen müssen oft um Anerkennung und Lob kämpfen. Sie können mit ihren Geschwistern nicht konkurrieren, denn vieles, was sie erreichen können, ist in irgendeiner Form schon mal da gewesen.

Ihnen wird in einigen alltäglichen Dingen wie zum Beispiel den Hausaufgaben von den Eltern und Geschwistern geholfen. Einerseits ist es eine Hilfe für sie, andererseits nimmt es ihnen die Möglichkeit, es selbstständig zu schaffen, wodurch sie sich nicht immer ernst genommen fühlen.

Familien mit mehreren Kinder haben es nicht immer leicht, doch das Aufwachsen mit Geschwistern, kann auch von Vorteil für die Kinder und Eltern sein. Es bringt nichts den besten Altersunterschied zwischen Geschwistern suchen zu wollen, denn egal wie viele Jahre zwischen den Kindern liegen: Es wird immer schwierige Phasen geben, die zu überwinden sind.

Wenn Sie sich für ein weiteres Kind entscheiden, sollten sie sich über die Umstellung innerhalb ihrer Familie bewusst sein und sich überlegen, ob Sie diesen auch gewachsen sind.

Milena Geiger

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