Leben in einer Patchworkfamilie

Eine bunt zusammengewürfelte Gemeinschaft

Eine Gemeinschaft aus bunt zusammengewürfelten Mitgliedern wird als Patchwork-Familie bezeichnet. Was ist so besonders an ihr? Wie kommen ihre vielen unterschiedlichen Mitglieder mit der Konstellation zurecht?

Zusammensetzung der Familie

Eine Patchworkfamilie weicht in ihrer Konstellation zwar einerseits von der Normalfamilie ab, andererseits lebt immerhin jede sechste Familie in dieser Form eines Familienmodells.

Eine Patchworkfamilie setzt sich aus einem leiblichen Elternteil, einem Partner des leiblichen Elternteils und den Kindern zusammen. Dabei kann es auch gemeinsame Kinder geben oder von dem jeweiligen Partner mit in die Beziehung gebrachte.

Die zu einer Patchworkfamilie zugehörigen Mitglieder sind weit gestreut. Denn hinzu gezählt werden müssen selbstverständlich noch der zweite leibliche Elternteil, welcher nicht in der Patchworkfamilie lebt, der Partner dieses Elternteils und noch deren Kinder, die Halbgeschwister sein können. Nicht nur die Zusammenstellung stellt ein komplexes Gefüge dar, sondern auch die Gefühle und Gedanken, die das Zusammenleben in dieser Form mit sich bringt.


Worauf man bei Kindern achten sollte


Was geht in einem Kind vor, das miterleben muss, wie sich die Eltern, die es liebt, trennen? Häufig haben Kinder Schuldgefühle, weil sie der Ansicht sind, an der Trennung der Eltern Schuld zu haben. Dies kann dazu führen, dass sie ihre negativen Gefühle auf den neuen Lebenspartner der Eltern übertragen. Darum ist es wichtig, Kindern deutlich zu machen, dass die Trennung ganz alleine etwas mit den Eltern zu tun hat und es keineswegs bedeutet, sie weniger zu lieben.

Das Alter der Kinder spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung der Trennung. Umso älter die Kinder sind, umso problematischer wird es für sie, wenn sich die Hauptbezugsperson ändert. Sie brauchen dann länger, um die Trennung zu verkraften.

Kinder können bezüglich des leiblichen Elternteils, welcher sich in keiner Partnerschaft befindet, in einen so genannten Loyalitätskonflikt geraten. Dies tritt verstärkt dann auf, wenn das Verhältnis zu dem neuen Lebenspartner positiv ist und zeigt sich darin, indem die Kinder Schuldgefühle haben, weil sie sich mit dem Partner gut verstehen.

Falls andere Kinder da sind, die nicht die leiblichen Geschwister sind, müssen die Kinder zudem lernen, dass sie alle die gleichen Rechte haben. Hierbei ist das Verhalten des leiblichen Elternteils und des Partners von enormer Bedeutung. Denn Kinder können nur dann lernen, dass jeder die selben Rechte und Pflichten hat, wenn sie auch gleich behandelt werden.

Wanda Steinmetz

Mehr zu diesem Thema im Web:

Herausforderung Patchworkfamilie: sehr erhellendes Interview mit der Psychologin Katharina Grünewald, das das Köln/Bonner Stadtmagazin Känguru geführt hat.

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