Bilinguale Kindergärten

Mehrsprachigkeit von Anfang an

Mehrsprachigkeit wird im Zeitalter der Globalisierung ein immer wichtigerer Faktor nicht zuletzt für den beruflichen Erfolg. Durch eine frühzeitige Förderung können Kinder Sprachen müheloser und langfristig gesehen auch besonders gut erlernen.

Durch den Besuch eines bilingualen Kindergartens ermöglicht man einem Kind, eine zweite Sprache bereits in jungen Jahren zu erlernen. Viele Eltern hoffen so ihren Kindern schon frühzeitig möglichst günstige Perspektiven für den beruflichen Erfolg schaffen zu können. 

Die menschliche Fähigkeit zum Spracherwerb ist grundsätzlich nicht nur auf eine Sprache ausgerichtet, weniger als ein Drittel der Weltbevölkerung wächst monolingual auf. Besonders gut funktioniert der Spracherwerb in der so genannten „sensiblen Phase“. Über die genaue Eingrenzung dieser Phase ist sich die Forschung uneins. Meist wird als Obergrenze das 13. Lebensjahr oder der Eintritt in die Pubertät angenommen, teilweise jedoch auch schon das 11. Lebensjahr. 

Besonders häufig erreichten Sprecher ein muttersprachliches Niveau, wenn sie die Sprache im Alter zwischen 3 und 7 Jahren erlernt haben. Natürlich ist der Erwerb von Sprachen auch über diese Phase hinaus möglich, jedoch kann ein muttersprachliches Niveau seltener erreicht werden, als es bei Lernenden in der sensiblen Phase der Fall ist. 

Immersion – in die Sprache eintauchen

Bilinguale Kindergärten arbeiten nach dem Prinzip der „Immersion“. Das bedeutet so viel wie „in eine Sprache eintauchen“ und ist die weltweit erfolgreichste Lernmethode für Sprachen. Es gilt das Prinzip eine Person – eine Sprache. Eine Erzieherin spricht mit den Kindern beispielsweise nur Englisch, eine andere nur Deutsch. Die Fremdsprache wird dabei nicht in einer Unterrichtssituation vermittelt, sondern konsequent in allen Alltagssituationen angewandt. Auf diesem Wege ist ein natürliches Erlernen der zweiten Sprache gewährleistet, ganz ähnlich dem Lernprozess, der bereits bei der Muttersprache stattfindet. 

Die Kinder lernen altersgemäß ohne Druck und Unterricht, jedoch erschließen sie sich die Sprache aus der Situation heraus selbstständig. Diese Fähigkeit hilft auch bei dem späteren Erwerb weiterer Fremdsprachen, zum Beispiel in der Schule. 

Wichtig ist, dass die zweite Sprache auch über das Kindergartenalter hinaus gefördert wird. So sollte die spätere Grundschule die jeweilige Sprache unbedingt anbieten. Im Idealfall gibt es eine Schule oder einen Klassenzweig, der direkt auf die im Kindergarten erworbenen Kenntnisse aufbaut. Für den Besuch von Europaschulen sind Grundkenntnisse in der jeweiligen Zweitsprache, zum Beispiel durch den Besuch eines bilingualen Kindergartens, sogar Voraussetzung. 

Nachteil oder Vorurteil?

Dennoch gibt es Stimmen, die sich gegen bilinguale Kindergärten aussprechen und sich dabei sehr oft auf falsche Annahmen und Vorurteile berufen.
Eine dieser Annahmen besagt, dass mehrsprachig aufwachsende Kinder die Sprachen vermischen würden und letztendlich keine der Sprachen wirklich ausreichend beherrschen würden. Kinder sind allerdings sehr früh und selbstständig in der Lage, die verschiedenen Sprachsysteme voneinander zu unterscheiden. Vergleicht man die Sprachfähigkeit monolingualer Kinder mit der bilingualer Kinder, ist kein qualitativer Unterschied feststellbar. 

Wichtig ist vor allem die Beachtung der richtigen Methode zum Erwerb einer zweiten Sprache im Kindergarten. Es gibt Kindertagesstätten, die mehrere Stunden in der Woche eine Art Englischunterricht anbieten. Oftmals sind diese Stunden mit Extrakosten verbunden, obwohl sie meist nicht die gewünschten Ergebnisse erbringen. Das Lernen in einer Unterrichtssituation ist dem Kindergartenalter nämlich nicht angemessen. Außerdem erfolgt der Kontakt mit der neuen Sprache nur selten. Ein natürlicher Spracherwerb kann daher nicht vollzogen werden.

Leider führen die Enttäuschungen, die aus falschen Methoden resultieren, sehr oft zu einer generellen Ablehnung des frühen Fremdsprachenerwerbs.Der Verein für Frühe Mehrsprachigkeit an Kindertageseinrichtungen und Schulen e.V. hat einen sehr ausführlichen Fragenkatalog erstellt, der unter anderem die Vorteile einer bilingualen Kindertageseinrichtung mit Immersionslehre gegenüber anderen Methoden oder einem Beginn des Spracherwerbs erst im Grundschulalter erläutert. 

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