Gesund durch den Sommer

Von Kreislauf, Sonne, Insekten & Co.

Vor allem der Winter ist als Jahreszeit der Krankheiten bekannt. Wird es draußen kälter, sind Erkältungen, Grippe und mitunter Lungenentzündung und Ähnliches oft nicht weit. Der Sommer dagegen verspricht vordergründig Erholung von den düsteren und kalten Tagen und strahlt Gesundheit aus.

Allerdings trügt der Schein. Denn gerade an heißen Sommertagen und in bestimmten Regionen muss ganz bewusst auf die Gesundheit geachtet werden. Wer sich nicht informiert und wer nicht vorsorgt, schadet seinem Körper mitunter gar in extremer Weise. Vor allem auch Babys und kleinere Kinder sollten immer gut geschützt werden.

Aktuelles zum Schutz gegen die Sonne

Ausflüge an sonnigen Sommertagen heben die Laune der ganzen Familie und stärken die körperliche Gesundheit. Der „Quell des Lebens“ sorgt dafür, dass der Körper Glückshormone ausschüttet und stärkt Knochen und Zähne. Allerdings hat die UV-Strahlung der Sonne auch ihre Schattenseiten. Denn übermäßiger und ungeschützter Sonnengenuss führt zu einer Alterung der Haut, zu Sonnenbrand und erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Aus diesem Grund entwickeln Kosmetikkonzerne wie Beiersdorf in Hamburg seit vielen Jahren schon Sonnenschutzmittel mit UV-B-Lichtschutzfiltern und noch nicht ganz so lange Zeit auch solche mit UV-A-Lichtschutzfiltern. Obwohl derartige Entwicklungssprünge in der Branche nicht mehr stattfinden, werden immer noch Details an Sonnenschutzmitteln verbessert. So hat Beiersdorf entdeckt, dass Licocalcone A und Glycyrrhetinsäure, die beide Bestandteile der Süßholzwurzel sind, gegen Sonnenbrand schützen können.

Licocalcone A unterstützt die hauteigenen Reparaturmechanismen. Werden Hautzellen mit dem Wirkstoff vorbehandelt, produzieren sie in erhöhter Weise schützende Antioxidantien. Kombiniert mit den handelsüblichen UV-Filtern kann der Sonnenschutz damit noch weiter gestärkt werden. Glycyrrhetinsäure wiederum regt Melanozyten im Körper dazu an, Melanin zu bilden. Somit bräunt die Haut ohne schädliches UV-Licht. Diese Bräunung wiederum ist eine natürliche Schutzreaktion der Haut. Natürlich wirken jedoch auch die modernsten Substanzen nur, wenn sie nicht richtig auf die Haut aufgetragen werden. Das Wichtigste dabei kann nicht oft genug gesagt werden: Die Haut sollte mindestens alle zwei oder drei Stunden nachgecremt werden, da durch das Liegen auf dem Handtuch, durch Schweiß, Wasser und Sand der UV-Schutz abgerieben wird.

Sonnenschutz für Babys und Kleinkinder

Besonders wichtig ist Sonnenschutz für Babys und Kleinkinder. Denn die Haut der Kleinsten ist noch sehr dünn und der UV-Eigenschutz der Haut muss sich über die ersten Lebensjahre erst ausbilden. Für Säuglinge gilt daher Folgendes:

  • In den ersten zwölf Monaten sollten Eltern ihre Babys gar nicht der prallen Sonne aussetzen, sondern, wenn sie im Freien mit ihnen sind, immer einen Schattenplatz für sie suchen
  • Selbst mit Sonnenschutz wie Schirmen oder Verdecken sind die direkte und pralle Sonne zu meiden, damit die Kleinsten nicht überhitzen
  • Entgegen der intuitiven Einstellung vieler Eltern, eine Creme mit hohem Lichtschutzfaktor sei für Babys und Kleinkinder wichtig, ist auf derlei Produkte vor allem im ersten Lebensjahr ganz zu verzichten. Denn sie belasten die empfindliche Babyhaut unnötigerweise und schaden dann eher zusätzlich, als dass sie einen positiven Effekt hätten
  • Babyöl ist außerdem kein Sonnenschutzmittel. Stattdessen fördert es sogar noch die Lichtempfindlichkeit der Haut und sollte daher bei Aufenthalten im Freien mit den Kleinsten nicht verwendet werden
  • Bis ins Vorschulalter ist es übrigens am besten, Kinder der prallen Sonne gar nicht auszusetzen. Ab da gilt: Mindestens mit einem Lichtschutzfaktor von 20 gegen UV-A- und UV-B-Strahlen blocken. Außerdem ist es sinnvoll, die Haut mittels bestimmter Lebensmittel zu stärken. Gerade Betacarotin, das für die Pigmentierung der Haut zuständig ist, kann bei der Vorbeugung von Sonnenbrand helfen.


Von Kleidung und Schuhen

Was die Kleidung an heißen und sonnigen Sommertagen betrifft muss mit zwei Mythen aufgeräumt werden. Zum einen sind nicht möglichst wenige Kleidungsstücke die erste Regel, sondern am besten möglichst luftige Stoffe. Leichte Hemden oder Blusen – vielleicht sogar aus Leinen – und nicht zu enge Hosen verhindern einerseits zu starkes Schwitzen und sorgen andererseits zusätzlich für einen Schutz gegen schädliche UV-Strahlen. Mythos Nummer 2 betrifft dunkle Kleidung: Entgegen der allgemeinen Ansicht erhitzt schwarzer Stoff nicht schneller als weißer. Denn UV-Strahlen werden von schwarzer Farbe besser reflektiert als von weißer, weswegen sich weißer Stoff und die darunter liegende Haut auch schneller aufheizen als dunkle Kleidung. Bei dunkler Kleidung wird zwar die Strahlung auch aufgenommen, der infrarote Anteil jedoch wird reflektiert, was für einen besseren Schutz des Körpers gegen die Hitzeeinwirkung sorgt. 

 

Flip-Flops – genauso gesund, wie bequem?

Seit einigen Jahren gehören Flip-Flops fast schon zur Standardausstattung eines jeden Sommerliebhabers. Denn die Zehentrenner sind in der Regel sehr günstig, luftig und scheinbar auch bequem. Allerdings sitzen Flip-Flops viel lockerer am Fuß, als herkömmliche Schuhe oder feste Sandalen, was die Abrollbewegung des Fußes verändert. Kann das gesund sein?

Die Antwort lautet: Jein. Für viele Menschen ist es in Ordnung, ab und an Flip-Flops zu tragen. Da der Fuß aktive und kräftige Muskeln braucht, um sein Gewölbe aufzubauen und Fußfehlstellungen vorzubeugen, kann das zeitweise tragen der leichten Sandalen, bei denen der Fuß sich mehr anstrengen muss, als bei festen Schuhen, sogar von Vorteil sein. 

Allerdings sollten Menschen, die bereits an einer Fußfehlstellung leiden, Flip-Flops tunlichst meiden. Vor allem diejenigen, die einen Plattfuß haben, schaden diesem durch die Zehentrenner doch enorm, da Plattfüße einen festen Halt im Schuh und ein gutes Fußbett benötigen. Selbst Zuhause oder am Strand im Sommerurlaub sollten dann keine Flip-Flops getragen werden. Eine Alternative bieten Sandalen, die bereits seit Jahrzehnten für ihre Funktion und für gesundheitliches Wohlbefinden bekannt sind. Im Zweifel sollte immer lieber auf gesundheitliche Sandalen zurückgegriffen werden. Denn mit Investitionen in die eigene Gesundheit macht man im Grunde nie etwas falsch.

Kreislaufprobleme im Sommer

Kreislaufprobleme können auch schon bei den jüngsten Familienmitgliedern auftreten – vor allem, wenn es im Sommer extrem heiß ist. Denn bei starker Hitze erweitern sich die Blutgefäße im Körper und der Blutdruck sinkt bei einigen Menschen, egal ob jung oder alt, rapide. Sobald der Blutdruck unter einen Wert von 100/60 mmHG fällt, spricht man von Hypotonie. Die Folgen davon können Schwindel, verschwommenes Sehen, Schweißausbrüche und sogar Ohnmachtsanfälle sein. Es gibt einige Möglichkeiten, wie jeder diese Symptome vermeiden und Kreislaufproblemen recht simpel vorbeugen kann:

  • Gerade im Sommer ist noch einmal deutlich mehr zu trinken, als an gewöhnlichen Tagen im Jahr. Drei Liter sind Pflicht. Alkohol sollte außerdem nur in Maßen genossen werden.
  • Auch Kinder sollten sich morgens und generell immer, wenn sie in einer Liegeposition waren, nur langsam aufrichten und ebenfalls langsam aufstehen.
  • Morgendliche Wechselduschen (warm – kalt) regen außerdem den Kreislauf an.
  • In der prallen Hitze ist starke körperliche Anstrengung zu vermeiden. Stattdessen sind die frühen Morgen- oder späten Abendstunden etwa für sportliche Aktivitäten im Sommer empfehlenswert.
  • Besser als wenige große Mahlzeiten sind im Sommer mehrere kleine, über den Tag verteilte Mahlzeiten.
  • Generell sollte zu starke Hitze und viel UV-Einstrahlung gemieden werden.

 

Insektenstiche vermeiden oder richtig behandeln

Stechmücken, Wespen und andere Plagegeister kommen vor allem bei starker Sommerhitze und Regen ans Tageslicht und bereiten jährlich Probleme. Nicht nur Allergiker sollten wissen, wie man sich vor den diversen Insekten schützt und vor allem auch, wie man mit Bissen und Stichen richtig umgeht.

Eine wundersame Präventivmaßnahme gibt es gegen die Plagegeister erst einmal leider überhaupt nicht. Wer nicht gestochen oder gebissen werden möchte, darf das Haus im Sommer im Grunde gar nicht verlassen. Für Kinder und Jugendliche ist das natürlich keine Option und für Erwachsene in den meisten Fällen auch nicht. Die einzige Lösung lautet oft: Chemie und Mückennetz. Anti-Mücken Salben, Gels und Sprays schützen zwar in einigen Fällen effektiv vor den nervigen Biestern, können aber gerade auch bei empfindlicher Kinderhaut für Hautreizungen sorgen. Mückennetze vor den Fenstern sind also die bessere Alternative für drinnen. Im Freien helfen meist nur Gels, Salben und Sprays für den Körper. Hierbei ist darauf zu achten, dass das Mittel auch Zecken fernhält, die teils schwere Krankheiten übertragen können. Denn deren Saison ist von März bis Oktober und somit den ganzen Sommer über. Anti-Insekten-Verdampfer für die Steckdose sind in der Wohnung meist effektiv, halten allerdings auch nützliche Insekten fern.

Mit Mückenstichen und -bissen ist unterschiedlich umzugehen:

  • Bienen, Wespen und Hornissen sind die größten unter den stechenden Insekten. Sobald sie sich bedroht fühlen, stechen sie zu. Es gilt vor allem, wenn sie laut summend vor ihrem Stock umherschwirren, ist Abstand zu wahren. Wer von einer Biene gestochen wird, sollte den Stachel, der in der Haut bleibt, vorsichtig mit einer Pinzette entfernen. Bei Wespen- und Hornissenstichen kann das Gift nach dem Stich vorsichtig herausgedrückt und die Einstichstelle mit einem warmen Waschlappen abgewischt werden.
  • Die üblichsten unter den uns plagenden Mücken sind die Stechmücken, die Gnitzen, die Kriebelmücken sowie die Sandmücken, die besonders zu später Stunde nach Sonnenuntergang gerne hervorkommen. Hat einer der Plagegeister zugestochen und juckt der Stich stark, kann dieser mit kaltem Wasser oder dem eigenen Speichel und Luft gekühlt werden. Auch eine aufgeschnittene Zwiebel, Kartoffel oder Zitrone, die auf den Stich gedrückt wird, kann helfen.
  • Flöhe und Wanzen beißen sich an ihrem Wirt fest, statt zu stechen. Die dadurch entstehenden Hautrötungen jucken stark und können ebenfalls nur mit einer Kühlung gelindert werden. Bettwanzen etwa können auch ernstere Krankheiten übertragen und sollten deshalb nicht auf die leichte Schulter genommen werden.
  • Auch Zecken beißen sich gerne am Menschen fest und sollten nur mit einer Zeckenzange ordnungsgemäß entfernt werden. Dies sollte möglichst schnell erfolgen, da sich die gefährlichen Erreger, die Zecken übertragen, etwa acht bis zwölf Stunden nach dem Biss in der Blutlaufbahn ausbreiten.