
Das Kind schläft nicht ein. Es hat alle fünf Minuten Durst oder muss auf die Toilette. Kuscheltiere werden ausgewechselt, ein halbes Dutzend Bücher und viele Tränen krönen das allabendliche Theater. Wie Einschlafrituale helfen können.
Wie finden Kinder ruhig in den Schlaf? Das Zauberwort heißt Einschlafrituale. Sie sind hilfreich, um das Kind sanft aber sicher an das selbständige und ruhige Einschlafen in jedem Alter zu gewöhnen. Diese Rituale werden jeden Abend gepflegt und geben dem Kind so die Sicherheit und Geborgenheit, die es zum Wohlfühlen braucht. Schlaf ist nicht nur für das allgemeine Wohlbefinden von Bedeutung, er fördert bei den Kindern auch das Wachstum.
Gestalten Sie ein individuelles Ritual
Das Einschlafritual an sich ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Ob Baden, Vorlesen oder Gute- Nacht- Lieder vorsingen - es kommt nur darauf an, das der Ablauf jeden Abend in der gleichen Reihenfolge und ungefähr zur selben Zeit widerholt und somit allmählich mit Einschlafen in Verbindung gebracht wird.
Wenn Kinder einen Entwicklungsschub durchmachen, wirkt sich das meist auch auf ihren Schlaf aus. Dies sollte Sie nicht weiter beunruhigen, da die gewohnten Abläufe sich nach kurzer Zeit wieder einstellen werden. Führen Sie Ihr Einschlafritual wie gewöhnlich aus. Ist das Kind über längere Zeitperioden unruhig, wacht es öfter in der Nacht schreiend auf und lässt sich schwer beruhigen, kann es an Schmerzen oder einer Schlafstörung liegen. In diesem Fall ist eine Kinderarztberatung zu empfehlen.
Man sollte die Kinder allgemein nicht weinen lassen, denn sie erleben es als eine Zurückweisung, wenn die Eltern ihre Verzweiflung einfach ignorieren. Hat das Kind anfangs Angst alleine einzuschlafen, kann man es sich in seiner Nähe mit einem Buch oder Stricken bequem machen. Viele Kinder im Kindergartenalter haben Angst vor Dunkelheit oder Monstern unter dem Bett. Man kann dieses Problem mit einem kleinen Nachtlicht und viel Geduld umgehen.
Einschlafrituale in normaler Situation beginnen
Einschlafrituale sollten nicht eingeführt werde, wenn das Kind krank ist oder zahnt. Auch bei einer gravierenden Änderung der Familiensituation, etwa der Geburt eines Geschwisterchen, kann das Kind schlecht nachvollziehen, warum es plötzlich aus dem Elternschlafzimmer verbannt wird. Solche Situationen stellen für das Kind besondere Herausforderungen dar und sind eher unpassend für die Korrektur des Schlafverhaltens.
Übrigens ist auch der emotionale Zustand der Eltern von Bedeutung, die gelassen aber konsequent in ihrem Wunsch sein sollten, das Kind an einen Einschlafritual zu gewöhnen und so einen für alle angenehmen Abschied vom Tag zu ermöglichen.
Eine Veränderung des Schlafverhaltens braucht Zeit
Eine zeitliche Begrenzung zum Beispiel aufgrund einer nahenden Berufstätigkeit der Mutter kann abträglich sein. Erklären Sie Ihrem Kind, was Sie von ihm erwarten, und motivieren Sie es durch Lob und kleine Geschenke. Ausnahmen bei Krankheit oder schlimmen Alpträumen sind in der ersten Zeit absolut in Ordnung. Ihr Kind soll sich schließlich an das Schlafritual gewöhnen und sich dabei wohl fühlen. Das kann man nicht erzwingen.
Das Schlafbedürfnis von Kindern variiert
Das durchschnittliche Schlafverlangen von Neugeborenen kann mit Pausen 16 bis 18 Stunden täglich betragen. Ältere Babys brauchen von 13 bis 15 Stunden Schlaf. Kleinkinder im Alter von einem bis fünf Jahren schlafen im Durchschnitt ca. 12 Stunden. Schulkinder haben ein Schlafbedürfnis von ca. zehn Stunden. Wichtig ist, dass das Kind ausgeruht und aktiv durch den Tag geht. Abweichungen vom Durchschnitt sind also kein Grund zur Sorge.
Die Raumumgebung sollte angenehm zum Schlafen sein
Es empfiehlt sich eine Zimmertemperatur von 18- 20 Grad und ein kühles feuchtes Raumklima. Vor dem zu Bett gehen sollte man den Raum gut lüften und abdunkeln. Gedämpftes Licht und eine schöne Bettwäsche lassen das Kind schneller einschlummern.
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