Hat der Schulranzen ausgedient?

Der Trend geht hin zu Schulrucksäcken - auch im Grundschulbereich


Der erste Schulranzen ist immer eine große Sache für Kinder. Er muss passen, sowohl in der Größe als auch im Design, muss den Eltern oder Großeltern (wer auch immer ihn kauft) zusagen und sollte zudem möglichst bis zum Ende der Grundschulzeit halten.

Eine umfassende und aktuelle Wissensquelle rund um das Thema Schulranzen und Schulrucksäcke bietet dieser Schultaschen-Ratgeber.

Die hohen Anforderungen, welche an Schultaschen gestellt werden, erfüllt der klassische Schulranzen nicht mehr. Zumindest nicht, wenn es um das Design und die Rückenfreundlichkeit geht: Der Trend geht hin zu Schulrucksäcken, auch schon für die Erstklässler. Die Kastenform der klassischen Ranzen ist nicht mehr beliebt, die meisten Hersteller haben inzwischen auch für den Grundschulbereich weiche Taschen mit festem Standboden und mehr oder weniger rundlichen Formen im Angebot. Die neumodischen "Soft-Ranzen" sind schlanker, eher an der Höhe und Breite des Kinderrückens orientiert, und haben recht raffinierte Tragesysteme. Auch die Inneneinteilung sieht nicht mehr aus wie vor zehn Jahren, sondern ist in gewissem Sinne rückenfreundlicher geworden.

Nicht mehr ein Ranzen für die gesamte Schulzeit

..., sondern ein Rucksack für jeweils zwei bis drei Schuljahre. Das klingt nach Verschwendung, kommt aber letzten Endes den Kindern zugute. Und zwar aus mehreren Gründen:

     
  • Die neuen Ranzen-Rucksack-Hybriden sind an der Rückenform und -größe der Kinder orientiert. Für die ersten zwei Schuljahre fallen sie also recht klein aus, für die letzten beiden Grundschuljahre schon etwas größer, und erst ab etwa der siebten Klasse können richtig schwere Lasten getragen werden.
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  • Die Tragesysteme kommen neuerdings aus dem Outdoor-Bereich: Das Gewicht der Schultasche wird über den ganzen Rücken verteilt. Becken- und Brustgurte, in der Länge anpassbare Rückenschienen und S-förmige Schulterträger haben den Sprung vom Trekkingrucksack an den Schulranzen geschafft.
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  • Die Fächereinteilung ist den Bedürfnissen der Kinder angepasst worden. Während in den ersten Schuljahren wenige Hefte, kaum Bücher, ein Mäppchen und Frühstück ausreichen, brauchen die ersten Jahrgänge der weiterführenden Schulen schon viele Bücher und Hefte. Ein Schwerlastfach nah am Rücken ist bei den Schulrucksäcken selbstverständlich. Und weil Jugendliche oft besondere Ansprüche haben, kommen ab der siebten Klasse auch Skateboard-Halterungen, Fächer für Handys und MP3-Player (samt Kabelausgang), Kühlfächer für Getränke und Schlüsselfächer dazu. Spätestens ab der neunten Klasse wird meist ein Laptop benötigt, das entsprechende Fach mit Polsterung ist dann auch im Rucksack vorgesehen. 


Weg von der Serie mit Zubehör


..., hin zu deutlich gegeneinander abgegrenzten Einzelprodukten. So sieht es in der Tat aus. Während der eine Hersteller von Schulrucksäcken viel Wert auf ein komplexes Tragesystem legt (beispielsweise Deuter mit dem OneTwo), legen andere Hersteller mehr Wert auf umweltfreundliche Materialien (beispielsweise Watch von Ergobag). Andere wollen eine möglichst optimale Fächereinteilung erreichen (Dakine punktet hier) oder von allem etwas bieten (Chiemsee stellt eine gute Mischung her). Die wenigsten Schulrucksäcke kommen im Set mit Federtasche, Sporttasche, Portemonnaie und Schlampermäppchen daher. Das ist längst nicht mehr gefragt, da der Rucksack nach wenigen Jahren sowieso ausgetauscht wird, das Zubehör aber oft bleibt. Wer will, kann natürlich alles immer noch passend dazu kaufen.

Sind Rucksäcke von Anfang an sinnvoll?

Ja und nein. Die Tragesysteme sind wirklich gut durchdacht und rückenfreundlich, die leichten Rucksäcke kommen der Bewegungsfreude der Kinder vor allem im Grundschulbereich entgegen. Die Rucksäcke sind leicht, sehen cool aus und machen wirklich viel mit im Vergleich zu einem klassischen Ranzen. Aber (und das ist ein ganz, ganz dickes Aber): Die meisten Grundschüler sind von den vielen Gurten, Riemen und Schnallen, die immer wieder neu eingestellt werden müssen, schlicht überfordert.

Die Kinder haben zwar Kompressionsriemen, Brustgurte und Beckengurte am Schulrucksack, nutzen sie aber nicht oder stellen sie einmal (weit) ein und lassen sie so. Ein falsch getragener Rucksack ist unter Umständen rückenschädlicher als ein richtig getragener Schulranzen. Dazu kommt, dass die Rucksäcke oft nicht standfest sind, sich also auch gerne mal selbst entleeren (Knirpse vergessen auch gerne Reißverschlüsse zu schließen). Hefte verknicken, Bücher bekommen Eselsohren, und irgendwie ist auch das Brotfach oft nicht groß genug für die Frühstücksdose. So ganz ausgereift scheint das Konzept der Rucksäcke für die Grundschule nicht zu sein, auch wenn wirklich brillante Ideen erkennbar sind. Dazu kommt, dass viele Rucksäcke im Straßenverkehr schlecht sichtbar sind - fluoreszierende Flächen und reflektierende Streifen fehlen. Kein Erstklässler wird daran denken, das zusätzlich angebrachte LED-Blinklicht auch wirklich einzuschalten!

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