Immer nur Lernen

Wenn sich die Grundschulzeit dem Ende nähert

Wer Kinder in der Schule hat, kennt den großen und kleinen Ärger mit den Klassenarbeiten. Auch für gute Schüler können Klassenarbeiten zur Qual werden. Doch wie viel Lernen reicht eigentlich aus und wann wird es zu viel?


Ich befinde mich in der glücklichen Situation, dass unser Sohn nach seiner Mutter kommt. Ansonsten hätten wir ein Riesenproblem in der Schule und noch einige mehr.

Die Grundschulzeit war noch recht sorglos. Doch gegen Ende machte sich eine gewisse Nervosität breit. Erst bei einigen Eltern und schließlich bei ihren Kindern. Die eine Frage geisterte durch die Schule: Auf welchen Schulzweig komme ich bzw. mein Kind?

Das dreigliedrige Schulsystem stellt Kinder und ihre Eltern vor eine der wichtigsten Entscheidungen ihres Lebens. Suggeriert dieses System Angebotsvielfalt, so ist doch fast allen Eltern bewusst, dass die späteren Berufsfelder von der Wahl des Schulzweiges abhängen. Die Auseinandersetzungen um den zukünftigen Arbeitsmarkt beginnen schon in der Grundschule. Kein Wunder, dass so manches Kind unter Krankheiten leidet, die man eigentlich nur von Erwachsenen kennt.

Unser Sohn benötigte in der Grundschule maximal 30 Minuten für seine Hausaufgaben, gegen Ende dann immer weniger. Auch wurden die Zeiten für Klausurvorbereitungen immer kürzer, ohne dass seine Leistung einbrach. Er hatte sein Pensum gefunden und alles, was wir darüber hinaus forderten, ging eigentlich in die Hose. Denn jedes zusätzliches Lernen bedeutete weniger Freizeit. Diese ist mir aber genau so wichtig wie gute Schulnoten. Denn in seiner Freizeit ist er kreativ, musikalisch und sportlich. Alles, was seine Persönlichkeit fördert und sein Selbstbewusstsein stärkt.


Das richtige Maß finden

Eine Klassenkameradin ist so ein Beispiel. Aus Angst vor schlechten Zeugnisnoten musste das Kind täglich mit der Mutter lernen – bis zu drei Stunden. Die Noten, die eigentlich vollkommen ausreichend für eine Gymnasialempfehlung waren, haben sich nicht wirklich verbessert. Das Kind hat aber gelernt, was es bedeutet, Stress zu haben. Konkurrenz und Leistungsgesellschaft sind für das Kind nicht nur zwei Begriffe. Es sind vor allem zwei Erfahrungsbereiche.

Hier mögen manche vielleicht anmerken, dass das im Arbeitsleben nicht anders sein wird. Sicher, aber noch sind es Kinder. Viel gravierender als diese Erfahrung ist, dass für das Mädchen nichts mehr außerhalb der Schule existierte. Sport wurde betrieben, um für die Schule fit zu sein. Spaß oder Kreativität haben dann keinen Platz mehr. Was am Ende bleibt, ist ein funktionierendes Schulkind.

Aber sind es nicht gerade die Freizeitaktivitäten, die besondere Fähigkeiten von Kindern fördern? Wer ein Instrument spielt, lernt vielmehr, als nur ein Instrument zu spielen. Musik ist Kultur. Über Musik erschließt sich Kultur.

Auch ist Sport mehr, als nur Sport treiben. Über Sport erwerben Kinder soziale Kompetenzen. Teamarbeit, Verantwortung und auch Rücksichtnahme, um nur einige Aspekte zu nennen.
Zudem pflegen Kinder außerhalb der Schule soziale Kontakte. Daraus entstehen Netzwerke, die so etwas wie eine Gemeinschaft schaffen. 

Was das richtige Maß ist, kann nicht beantwortet werden. Jede Schule funktioniert anders. Fragen Sie die Klassenlehrerin oder den Klassenlehrer, wie viel Zeit Ihr Kind für Hausaufgaben und und für weiteres Lernen aufwenden soll. Wichtig ist das Lernen, zu lernen. Wenn Sie merken, dass Ihr Kind trotz Ihrer Unterstützung nicht weiterkommt oder wenn Sie sich mit Ihrem Kind beim Lernen in die Haare kriegen, sollten Sie darüber nachdenken Nachhilfeunterricht in Anspruch zu nehmen. Die Art des Nachhilfeunterrichts können Sie selbst bestimmen.

Professionelle Nachhilfe hat den Vorteil, dass sie von Personen betrieben wird, die in irgendeiner Art und Weise der Schule näher stehen als Sie. Nachhilfelehrer sehen Kinder anders, als es Eltern tun. Sie haben keine persönliche Beziehung zu den Kindern, sondern eine professionelle. Zudem ist eine Nachhilfestunde zeitlich begrenzt. Ein Kind weiß, dass nach dem Nachhilfeunterricht die Freizeit beginnt. Helfen Eltern nach, kann die Freizeit in weite Ferne rücken.

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