Schüler an Universitäten

Schüler Unis: Studieren wie die Großen

Einen Tag Student sein und dann wieder zurück in die Grundschule oder doch lieber neben dem Abitur schon studieren? Universitäten bieten immer mehr Angebote für Schüler und Interessierte.

Eingeschrieben an einer Universität oder Hochschule bewältigt der Lernende die alltäglichen Hindernisse des studentischen Lebens. Schaut man jedoch in so manchen Vorlesungssaal, ergibt sich ein unerwartetes Bild. Vereinzelt sitzen Jüngere zwischen den büffelnden Studenten. Dies sind keine Wunderkinder, die viele Klassenstufen übersprungen haben, sondern Gymnasialschüler, die sich an einem speziellen Programm beworben haben.


Gleichzeitig Schüler und Student sein

Im Jahr 1998 entschloss sich die Universität Karlsruhe das Modell „Schüleruniversität“ einzuführen, das für leistungsfähige Gymnasiasten gedacht ist und ihnen ein Studium neben oder vor dem Abitur ermöglichen soll. Mittlerweile sind 33 Hochschulen an diesem Programm beteiligt

Das Studium ist allerdings nur bedingt vergleichbar mit einem richtigen Studium, denn alle relevanten Vorlesungen können die Schüler nicht besuchen, da sie sonst zu viel Schulstoff aufholen müssten. Daher erhebt jede Universität eine Grenze an Lehrveranstaltungen, die der Programmteilnehmer besuchen darf. In der Regel sind das maximal zwei, wie beispielsweise zwei Vorlesungen oder eine Vorlesung und die zugehörige Übung.

Den Schülern wird zudem nahe gelegt, nur solche Veranstaltungen zu besuchen, die besonders günstig für ihren Stundenplan sind, denn auch wenn sie dort studieren, sind sie primär Gymnasiasten. Daher wird akribisch darauf geachtet, dass die Noten des Teilnehmers konstant sehr gut sind und sich nicht nur das Programm verschlechtern. Ansonsten kann er von dem Schülerstudium wieder ausgeschlossen werden.


Was bringt so ein Studium?

Der Schüler muss bei der Teilnahme viel mehr leisten als seine Mitschüler. Er soll nicht nur sehr gut in der Schule sein, sondern auch den versäumten Stoff aufholen und nebenbei für die Universität pauken. Aber die Mühen können sich lohnen. Je nach Belieben, kann eine Prüfung am Ende jedes Semesters abgelegt werden, meist geschieht dies mit einer Klausur. Die sich daraus ergebene Note kann im späteren Studium an der gleichen Universität anerkannt werden.

Daneben wird der Teilnehmer mit dem Ablauf eines Studiums vertraut gemacht. Er kann ausprobieren, ob die angestrebte Studienrichtung wirklich seinen Vorstellungen entspricht, andernfalls kann er sich noch vor dem richtigen Studium neu orientieren.

Zudem werden interessierte und begabte Schüler gezielt gefördert. Besonders für Mathematik, Biologie oder Chemie affine Menschen bietet sich so ein Angebot an, da in der Schule die Materie meist nicht so stark vertieft wird, wie an der Hochschule.

Teilnehmen kann jeder Gymnasiast, der den Anmeldebogen ausgefüllt und andere Auflagen der jeweiligen Universität erfüllt hat. Zwangsläufig fordern die Anbieter allerdings immer eine Kopie des letzten Zeugnisses, ein Empfehlungsschreiben eines Fachlehrers und die Befürwortung der Teilnahme durch die Schulleitung. Die Studienrichtungen im Programm werden jährlich ausgebaut, so dass mittlerweile auch Geisteswissenschaften zur Auswahl stehen.

Somit bietet die Schüleruni einen effektiven Ausgleich für unterforderte Gymnasiasten, die noch mehr über ihr Lieblingsfach erfahren wollen und so vielleicht schon die ersten Leistungsscheine für ihr späteres Studium sammeln.


Warum passiert dies? Wieso ist das so?

W-Fragen dominieren die Kindermünder und bringen viele Elternteile ins stottern, denn die Antworten auf manche Fragen sind meist nur durch wissenschaftliches Hintergrundwissen möglich. Zahlreiche Universitäten bieten daher den ganz Jungen an, einmal in einem Vorlesungssaal zu sitzen und spannenden Vorträgen und Experimenten beizuwohnen.

Die Vorlesungszeit ist meist auf 45 Minuten verkürzt und der Besuch steht allen Wissbegierigen frei. Auch Eltern können meistens ihre Kleinen selbst begleiten, wenn nicht sogar von der Grundschule aus dieses Angebot wahrgenommen wird.

Die Themen der Veranstaltungen sind breit gefächert und selbstverständlich nicht zu wissenschaftlich, sondern Kindgerecht gestaltet. Wie viel Zucker ist in einer Cola Flasche? Wie kann ein Arzt in den menschlichen Körper schauen, ohne ihn zu operieren? Was muss man vom Wissen wissen? Auf solche Fragen gibt es an Hochschulen die Antworten. Informationen über Kinderuni-Angebote finden sich auf jeder Homepage der Universitäten, die an diesem Programm teilnimmt und das sind nicht Wenige.

Steffi Rehfeld

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