Schulen in freier Trägerschaft boomen

Privat macht Schule

Spezielle pädagogische Profile und eine individuelle Betreuung sind Markenzeichen von Privatschulen. Immer mehr Eltern schicken ihre Kinder deshalb in private Bildungseinrichtungen. Doch sind bezahlte Schulen wirklich besser als die öffentlichen?

Privatschulen sind in Deutschland entweder Ersatz- oder Ergänzungsschulen. Ersatzschulen müssen sich nach den Lehrplänen der Länder richten und werden staatlich mitfinanziert. Staatlich anerkannte Ersatzschulen vergeben Abschlüsse wie etwa das Abitur, während Schüler so genannter genehmigter Ersatzschulen ihre Prüfungen extern ablegen müssen.

Ergänzungsschulen bieten hingegen Abschlüsse, die es an staatlichen Schulen nicht gibt, für die es noch keine öffentlichen Angebote gibt. Die Ergänzungsschulen erhalten keine öffentlichen Zuschüsse, sondern sind ganz auf Schulgebühren und Spenden angewiesen.

Wer eine private Schule besucht, muss fast immer Geld bezahlen: zwischen 40 Euro und 2000 Euro im Monat. Kirchliche Schulen erheben meist ein geringes Schulgeld, Schulen wie etwa das Internat Schloss Salem sind dagegen teuer. Oft richtet sich das Schulgeld nach dem Einkommen der Eltern. Viele Schulen bieten außerdem Stipendien.

Viele Eltern entscheiden sich für Schulen in freier Trägerschaft, weil diese für bestimmte Werte stehen. Die Waldorfpädagogik etwa fördert gezielt musische Talente, konfessionelle Schulen vermitteln christliche Werte. Für viele zählen zudem Kriterien wie ein größeres Fremdsprachenangebot, außerschulische Projekte oder die Zusammenarbeit zwischen Schülern, Eltern und Lehrkräften.

Die Tatsache, dass privat geführten Schulen wie Wirtschaftsunternehmen an ihren Kunden orientiert sind, sorgt dafür, dass Schüler von ihren Lehrern besser unterstützt werden. Die kleineren Klassen begünstigen, dass auf die Kinder individueller eingegangen werden kann.

Wie Stichproben in staatlichen und privaten Schulen weiter zeigen, haben Privaten keinen Leistungsvorsprung gegenüber den öffentlichen Schulen vorweisen können. Dies gilt zumindest dann, wenn Schüler mit dem gleichen sozialen Hintergrund verglichen werden.

Für die meisten privaten Schulen gilt deshalb: Sie bieten eine gute Ergänzung zum öffentlichen Bildungssystem, weil sie besser auf die individuellen Wünsche von Eltern und Schülern eingehen können und dafür Sorge tragen, dass keine Schüler auf dem Weg zum Schulabschluss verloren werden.

Sie sind aber keine Eliteschulen, im Sinne, dass mit dem Besuch einer solchen Schule der berufliche Erfolg vorprogrammiert ist und man dort mehr als es an einer öffentlichen Schule der Fall ist, lernen kann. Ob der Bildungswerdegang der Kinder erfolgreich verläuft, hängt somit weniger mit der Art der Schule zusammen, sondern vielmehr damit, ob Eltern und Kinder die Chancen des Bildungswesens nutzen oder nicht.

Buchtipp

Deutsch und Mathe mit dem ganzen Körper lernen

In Schulen wird zumeist im Sitzen gelernt, obwohl gerade jüngeren Kindern das Stillsitzen noch schwer fällt. Zwei Bücher aus dem Verlag an der Ruhr geben Lehrern Anleitungen, wie sie während des Unterrichts schnell und ohne großen Aufwand Spiele und Übungen einbauen können.  [mehr...]


Gerade für Erstklässler ist der Schulranzen ein Statussymbol.

Schulranzen

ABC-Schützen brauchen eine Schulmappe – aber nicht um jeden Preis

Eine Schulmappe für den ABC-Schützen ist zum Schulstart unerlässlich. Gerade für Erstklässler ist der Schulranzen ein Statussymbol und das Design absolut wichtig. Eltern sollten beim Kauf dennoch auf Qualität achten.  [mehr...]


Hochbegabte Schüler haben es oft schwer in staatlichen Schulen

Hochbegabte Schüler und das staatliche Schulsystem

Odyssee durch sämtliche Einrichtungen

Einige Kinder sind ihrer Zeit voraus – sie lesen mit 4 und absolvieren das Abitur im Alter von 15 Jahren. Die Schulzeit ist jedoch bei kaum einem dieser Kinder unbeschwert, sondern oftmals eine Gratwanderung. Ein Beispiel dafür ist die Familie Heine aus Düsseldorf.  [mehr...]