Private Grundschulen

Einschulung: Trend zur Privatschule

Jahr für Jahr wächst die Nachfrage nach privaten Schulen, vor allem nach Grundschulen, und übersteigt das Angebot bei Weitem, obwohl die Zahl der Privatschulen ständig zunimmt.

Laut statistischem Bundesamt besuchte 2010 bereits jeder zwölfte Schüler eine Privatschule, Tendenz steigend. Die Ursachen für diesen Trend zur privaten Schule sind vielseitig. Der Bildungsdruck steigt und mit den Ergebnissen der Pisa-Studie im Hinterkopf fühlen sich viele Eltern verpflichtet, jede Option zu nutzen, um ihren Kindern möglichst gute Bildungschancen zu gewährleisten. 

In der Öffentlichkeit mehrt sich derweil die Kritik an den staatlichen Schulen: Lehrermangel, Unterrichtsausfall und ein schlechtes Lehrkonzept sind nur einige der immer wiederkehrenden Vorwürfe. Gerade in Großstädten ist auch der Anteil an Migrantenkindern an einigen Schulen sehr hoch und in solchen Brennpunkten sind oftmals Gewalt und qualitativ mangelhafter Unterricht ein Problem. 

In den meisten Bundesländern (Nordrhein-Westfalen bildet die Ausnahme) haben die Eltern zudem nicht die freie Wahl, auf welche staatliche Grundschule sie ihr Kind schicken möchten. Einzig der Wohnort entscheidet, denn jeder Schule ist ein festes Einzugsgebiet zugeordnet. Es besteht zwar die Möglichkeit einen Antrag zu stellen, um sein Kind auf einer anderen Grundschule anmelden zu dürfen, allerdings lehnt das Schulamt dies oft ab. 

Alternative Schulform – gleichwertiger Abschluss?

Immer mehr Eltern sehen sich daher nach Alternativen zu der staatlichen Schule um. Mit der immer größeren Auswahl, stellen sich natürlich auch einige wichtige Fragen im Bezug auf die verschiedenen Schulformen. Gerade Konzepte, nach denen die Schüler von der ersten Klasse bis zum Abschluss in derselben Schule bleiben sollen, rufen bei vielen Eltern Fragen hervor. Was passiert, wenn doch ein Schulwechsel nötig wird? Ist die Integration in eine Regelschule überhaupt noch möglich? Sind die Abschlüsse von Schulen mit alternativen Konzepten überhaupt anerkannt und gleichwertig? Deckt sich der vermittelte Stoff mit dem im staatlichen Lehrplan vorgesehenen? Diese und andere Fragen beantworten wir in einem kleinen Fragenkatalog

Die Privatschulen werben mit alternativen Lehrkonzepten für sich, wobei sich die einzelnen Schulen teilweise erheblich voneinander unterscheiden. Nicht für jedes Kind ist jede Schulform geeignet und bei der Wahl der Schule kommt es vor allem darauf an, das zum Kind passende Konzept zu finden.

Viele Kinder, die einer Regelschule große Probleme hatten, blühen in einer Grundschule mit freierem Lernkonzept regelrecht auf. Die Eigenarbeit, die vor allem bei Montessori zentral ist, bietet manchen Kindern ideale Lernvoraussetzungen, während andere besser mit festen Strukturen und genauen Arbeitsanweisungen und Erwartungen zurechtkommen. Nicht nur die Eltern müssen sich also mit den Werten und der Philosophie der Schule identifizieren können, viel wichtiger ist es, die Form vom Lehr- und Lernangebot zu finden, mit der sich das Kind wohl fühlt.

Der größte Teil der privaten Schulen wird von einer der beiden Großkirchen getragen. Sie haben den Vorteil, dass oft kein oder nur ein sehr geringes Schulgeld verlangt wird. Neben den konfessionellen Schulen sind Waldorf- und Montessori-Schulen mit ihren in völligem Gegensatz zum Frontalunterricht stehenden Lernkonzepten die wohl populärsten Privatschulen. Jedoch sind auch Einrichtungen wie die staatlichen Europaschulen immer gefragter, denn das Beherrschen von Fremdsprachen wird im Zeitalter der Globalisierung immer wichtiger.

Trotz der Informationsfülle im Internet, ist es jedoch unerlässlich, die Wunschschule persönlich kennen zu lernen. Informationstage und Tage der offenen Tür eignen sich gut, um sich einen Eindruck vom Lehrpersonal, den Schülern, ihren Eltern und den Räumlichkeiten zu machen. Stimmt die Atmosphäre mit den Vorstellungen überein, kann auch ein Gespräch mit der Schulleitung hilfreich sein, um sich über die Werte und Konzepte der Schule eingehend informieren zu lassen. 

Unbedingt sollte man sich auch informieren, welcher Zeitaufwand auf die Eltern zu kommen wird. Neben dem Zahlen von Schulgeld wird in vielen Privatschulen nämlich auch aktive Teilnahme der Eltern an verschiedenen Veranstaltungen erwartet. Von verschiedensten Komitees über Häkelgruppen bis hin zum Streichen der Schule an den Wochenenden, die Eltern können ständig gefragt sein.

Christin Keil

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