Mobbing bei Kindern und Jugendlichen

Die Angst vor der Schule

Jede Woche werden in Deutschland schätzungsweise 500.000 Mobbingtaten verübt. Die Opfer schweigen aber oft lange über die ihnen angetanen Greueltaten. Was können Eltern tun, wenn das eigene Kind gemobbt wird?

Ein großes Problem bei der Aufklärung und Prävention von Mobbingfällen in Schulen ist, dass in erster Linie nur die Fälle von offener Gewalt (körperliche Gewalt und Sachbeschädigung) publik werden, psychische Gewalt gerät dabei in den Hintergrund.


Was bedeutet Mobbing?

Der Begriff „Mobbing“ kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt „Anpöbeln; Fertig machen“. Gemeint sind damit lang andauernde, böswillige Handlungen, mit einem einzigen Ziel: Schwächere fertig zu machen. Mobbing in der Schule, auch Bullying genannt, umfasst im weitesten Sinne Angriffe, körperlicher oder verbaler Natur, von kleinen Gruppen gegenüber einzelner Personen.

Ob man gemobbt wird, kriegt die betroffene Person anfangs meist selbst nicht mit. Mobbing beginnt häufig harmlos und nimmt seinen Verlauf schleichend. Gehässigkeiten werden auf die leichte Schulter genommen, man will das alles nicht wahr haben. Nach und nach wachsen die Angriffe und das Selbstvertrauen des Opfers nimmt immer mehr ab.

Typisch für Mobbing ist, dass sich die Opfer nicht selbst aus der Situation befreien können. Dieses Verhalten basiert auf der ständigen Machtdemonstration des Täters und dem schwindenden Selbstwertgefühl und Verunsicherung des Opfers.


Direkt oder indirekt?

Mobbing kann direkt oder indirekt erfolgen. Beim direkten Mobbing werden die Opfer meist durch abfällige Äußerungen, verbale Gewalt und Drohungen gepiesackt. Teilweise kommt es auch zu körperlicher Gewalt und sexueller Belästigung.

Das indirekte Mobbing erfolgt durch Ausgrenzung, Ignoranz einzelner Personen und der Verbreitung von Gerüchten.


Folgen und Gefahren


Die Folgen von Mobbing können verheerend sein - psychisch, wie auch physisch. Zu Beginn werden oft Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten beobachtet.

Im weiteren Verlauf entstehen nicht selten Gedankenautomatismen, der oder die Betroffene kann nur noch an die Quälereien denken und entwickelt Ängste. Resultierend daraus können Identitätskrisen, neurotische Störungen, Erschöpfungs- und Versagensängste, sowie Depressionen aufkommen. Körperlich äußern sich diese Folgen gehäuft in Form von Schlafstörungen, Migräne, Schweißausbrüchen, Kreislaufproblemen, Herzbeschwerden, Magen-Darmproblemen und Ohrensausen.

Wichtig ist die frühzeitige Erkennung des Zusammenhangs der Beschwerden und dem Mobbing. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Mediziner nur die Symptome behandeln können, dass Problem aber nicht gelöst ist.


Mobbing geht alle an!


Mobbing ist kein Problem einer bestimmten Bevölkerungs- oder sozialen Schicht. Es kann jeden treffen, egal ob arm oder reich, gebildet oder einfach gestrickt ist. Grund-, Haupt- und Realschulen, sowie Gymnasien sind gleichermaßen betroffen von dieser Problematik.

Die Beweggründe, warum jemand gemobbt wird, haben mit der betroffenen Person meist gar nichts zu tun. Sie liegen tief in der Persönlichkeitsstruktur des Täters verankert. Das primäre Ziel von Mobbing ist es nicht, einzelne Personen zu schädigen sondern vielmehr eine Sicherung der eigenen Machtposition zu gewährleisten.

Der Antrieb des Täters ist oft im sozialen Umfeld zu suchen. Sie sind häufig aggressiv und stammen nicht selten aus Familien, in denen Gewalt (egal ob körperlicher oder verbaler Natur) auf der Tagesordnung steht. Ihnen wird vorgelebt, dass Gewalt die Lösung für Konflikte ist.


Was tun?

Wenn Sie als Eltern vermuten, dass Ihr Kind gemobbt wird, bleiben Sie wachsam. Achten Sie auf erste Warnsignale wie Verletzungen und Prellungen, zerstörte oder verschwundene Schulsachen. Auch wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind seit kurzem nicht mehr auf Geburtstage eingeladen wird und auch keine Freunde mehr zu Besuch kommen ist Vorsicht geboten. Schlechter werdende Schulleistungen, Angst und Unlust zur Schule zu gehen, können weitere Indikatoren für Mobbing sein.

Aber Achtung: Nicht jede Streiterei oder Auseinandersetzung ist gleich Mobbing. Kinder streiten sich auch einfach so immer mal wieder.

Sollten Sie dennoch weiter den Verdacht haben, dass Ihr Kind Opfer von Gewalt anderer Mitschüler ist, sprechen Sie mit ihm. Gewinnen Sie das Vertrauen und lassen Sie sich nicht durch lapidare Ausreden abwimmeln. Ermutigen Sie es zu reden, aber vermeiden Sie es Vorwürfe auszusprechen.

Das Kind kann in der Regel nichts für die Mobbingattacken, glaubt das aber meist selbst nicht. Versuchen Sie gemeinsam mit dem Kind eine Lösung zu finden und schrecken sie nicht davor zurück, Klassenlehrer und/oder Schulpsychologen zur Hilfe zu holen - natürlich in Absprache mit ihrem Kind. Ziel aller Bestrebungen soll und muss es sein, dass das Mobbing aufhört.

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