Pilze sammeln

Bei Pilzen ist Kontrolle besser!

Wenn im Herbst nach längeren Regenschauern die Pilze in Wald und Wiesen aus dem Boden sprießen, lockt es viele Naturfreunde ins Freie. Mit Messer und Korb bewaffnet, machen sie sich auf die Suche nach den schmackhaften Gewächsen.

Auch Familien mit Kindern bietet das Pilze sammeln eine tolle Möglichkeit, sich an der frischen Luft zu bewegen und etwas über den Wald und natürlich die Pilze zu erfahren.

Doch bevor es überhaupt ans Sammeln und Verspeisen der Pilze geht, sollten Sie sich gründlich informieren. Denn Unwissen, vor allem über bestimmte Pilzsorten, kann zu Vergiftungen führen, die bei Kindern meist schwerer verläuft als bei Erwachsenen.


Was steckt im Pilz?

Pilze schmecken nicht nur gut, sondern sind auch gesund. Neben zahlreich enthaltenen Nährstoffen, wie Ballaststoffe, Folsäure, Kalzium, Magnesium und Vitaminen, sind Pilze kalorienarm und sättigen gut. Vor allem in älteren Arzneibüchern werden einige Pilze als heilend angesehen und für verschiedene Leiden eingesetzt. So soll der Austernseitling den Cholesterinspiegel und der Champignon den Blutdruck senken.

Der Pilz ist so beschaffen, dass er genau wie Mensch und Tier organisches Material aufnehmen muss, damit er sich ernähren kann. Aus diesem Grund verfügt er über ein Wurzelgeflecht mit dem er Stoffe aus dem Boden aufnimmt. Somit können sich auch Restprodukte aus Industrie und Haushalt im Fruchtkörper des Pilzes befinden. Aus diesem Grund rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, pro Woche nicht mehr als 250g Wildpilze zu verzehren. Kleinkinder, Schwangere und Stillende sollten komplett auf Wildpilze verzichten.


Was beim Sammeln zu beachten ist

Das Pilzesammeln ist eine Wissenschaft für sich. Es gibt zahlreiche Ratgeber, die eine Auswahl der insgesamt 5000 europäischen Pilzarten vorstellen. Je nach Witterung findet man die meisten Pilze zwischen Ende August und Ende Oktober an feuchten halbschattigen Plätzen im Wald.

Zum Ausflug sollten Sie immer ein Messer, einen Korb und ein Bestimmungsbuch dabei haben. Plastiktüten sind für den Transport der Pilz nicht geeignet, da sie darin schnell vergammeln und somit zu Magen-Darm-Beschwerden führen können. Das Bestimmungsbuch sollte aktuell sein, da es bezüglich der Verträglichkeit immer wieder neue Erkenntnisse gibt, und Pilze die vor zehn Jahren noch als genießbar galten, heute als giftig eingestuft werden. Tragen Sie bei ihren Ausflügen immer lange Hose und Jacke, um Zecken so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten.

Ganz wichtig ist, dass Sie und Ihre Kinder nur Pilze essen, die Sie eindeutig anhand mehrerer Merkmale bestimmen können. Sind Sie sich nicht sicher, lassen Sie die Finger davon! Wenn Sie Anfänger in Sachen Pilze sammeln sind, sollten Sie sich auf einige wenige Arten konzentrieren.

Zum Einstieg sind vor allem Röhrlinge geeignet, da keiner von ihnen in unseren Breiten zu tödlichen Vergiftungen führt. Sie sollten sich bei der Pilzbestimmung nicht allein auf einen Ratgeber verlassen, da keiner von ihnen alle Arten enthalten kann und die Pilze in der Natur oft etwas anders aussehen, als auf den bearbeiteten Fotos im Buch. Wenn Sie deshalb auf Nummer sicher gehen wollen, suchen sie eine Pilzberatungsstelle in ihrer Nähe auf und lassen Sie die Pilze von einem Experten begutachten.

Sammeln Sie nur junge, festfleischige Pilze und erhitzen Sie sie mindestens 20 Minuten, da diese ungegart oft unverträglich sind. Nach dem Sammeln sollten Sie die Pilze so schnell wie möglich verarbeiten und nicht länger als einen Tag im Kühlschrank aufbewahren.


Was tun bei einer Vergiftung?

Symptome für eine mögliche Vergiftung können Schweißausbrüche, Durchfall und Benommenheit sein. Bei leichten Vergiftungen, die nicht lebensgefährlich sind, treten die Symptome oft schon nach 15 Minuten auf. Anders sieht das bei lebensbedrohenden Vergiftungen aus. Die Symptome setzen meist erst nach vier Stunden oder sogar erst nach einigen Tagen ein und oft bringt man sie dann kaum mit der Pilzmahlzeit in Verbindung. 

Ungeachtet dessen, sollten Sie bei Vergiftungssymptomen einen Arzt oder die Giftnotrufzentrale kontaktieren. Damit schnellstmöglich Maßnahmen ergriffen werden können, sollten Sie den Pilz so genau wie möglich beschreiben und wenn möglich die Reste der Mahlzeit zur Bestimmung des Giftes dem Arzt vorlegen.

Bekannte Hausmittel, wie Milch oder Salzwasser, sollten Sie so schnell wie möglich vergessen, da Milch die Vergiftung sogar verstärken kann. 

Möchten Sie mit ihren Kindern einen entspannten und erfolgreichen Pilzausflug unternehmen, gibt es die Möglichkeit an Pilzwanderungen und Pilzseminaren teilzunehmen. Diese werden meist von örtlichen Pilzberatungsstellen angeboten und bieten, unter Anleitung eines erfahrenen Experten, die Möglichkeit, die Welt der Pilze besser kennen zu lernen.

Julia Wassermann

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