Laktoseintoleranz

Wenn die Milch nicht munter macht

Eine der häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist die Laktoseintoleranz. Rund 15 Prozent aller Deutschen leiden an dieser Unverträglichkeit. Erhält man die Diagnose, bedeutet das oft eine große Umstellung.

Bei einer Laktoseintoleranz ist der Körper nicht in der Lage, Milchzucker zu verdauen, es besteht eine Unverträglichkeit gegenüber Laktose. Die Mehrzahl der Weltbevölkerung (90 Prozent) kann Milchzucker nach dem Säuglingsalter nicht mehr oder nur unvollständig verwerten. Die Intoleranz ist jedoch geografisch sehr unterschiedlich verteilt. Vor allem in den asiatischen und afrikanischen Ländern fehlt den Menschen das Enzym zur Spaltung des Milchzuckers, hier liegt die Unverträglichkeit bei 99 Prozent. In Mitteleuropa leiden ca. 10-20 Prozent der Bevölkerung an einer Laktoseintoleranz.

Ursachen und Symptome

Durch die Nahrung wird der Milchzucker aufgenommen und soll durch das Enzym Laktase im Darm in seine beiden Bestandteile, Galaktose und Glukose zerlegt werden. Wenn dieses Enzym gar nicht oder nur in geringen Mengen im Dünndarm vorkommt, kann die Laktose nicht gespalten werden und man spricht von einer Laktoseintoleranz. Der Milchzucker kann vom Magen-Darm-Trakt nicht verdaut werden und gelangt unverdaut in den Dickdarm. Hier wird die Laktose von Bakterien zu Säuren und Gasen vergoren und belastet die Verdauung.

Die Symptome zeigen sich in Form von Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, aber auch Kopfschmerzen und Hautproblemen. Welche Symptome genau auftreten und wie schwer diese sind, ist individuell unterschiedlich und hängt von der Schwere des Laktasemangels ab. 

Formen von Laktasemangel

Prinzipiell werden drei Formen des Laktasemangels unterschieden. Beim angeborenen (primären) Laktasemangel handelt es sich um die häufigste Form der Laktoseintoleranz und ist entwicklungsgenetisch bedingt. Kennzeichnend für diese Form ist, dass die Laktaseaktivität im Dünndarm nach der Stillzeit kontinuierlich abnimmt und somit mit zunehmendem Alter immer weniger Laktose vertragen werden kann.

Eine weitere Form ist der erworbene (sekundäre) Laktasemangel, der  als Begleiterscheinung anderer Krankheiten auftritt. Zu diesen Krankheiten gehören beispielsweise Dünndarmerkrankungen, Darmgrippe und Magen-Darm-Operation. Wenn die Krankheit erfolgreich behandelt wurde, kann sich die Laktase wieder bilden und die Laktoseintoleranz bildet sich zurück.

Beim kongenitalen Laktasemangel handelt es sich um einen seltenen genetisch bedingten Enzymdefekt, der bereits nach der Geburt auftritt. Schon in den ersten Lebenswochen treten Beschwerden, wie Durchfall, Unterernährung und Austrocknung auf. Erhält der Säugling dann keine strikte Laktose-Diät, ist die Gefahr von Hirnschäden sehr groß.

Wie wird getestet?

Um eine Laktoseintoleranz festzustellen, gibt es verschiedene Methoden. Die gebräuchlichsten von ihnen sind die Eliminations-Diät, die zu Hause durchgeführt wird, der H-Atemtest und der Gen-Test, die jeweils von einem Arzt vorgenommen werden.

Der Zeitraum für die  Eliminations-Diät umfasst mehrere Wochen. Zunächst werden einige Fastentage eingelegt, solange bis keine Beschwerden mehr auftreten. Darauf hin fängt man mit einem Lebensmittel an, das man für 1-2 Tage verzerrt. Nach und nach werden dann weitere Lebensmittel in den Speiseplan integriert. Sobald Beschwerden auftreten, weiß man welches Lebensmittel diese verursacht.

Bei dem so genannten H-Atemtest wird gezielt eine bestimmte Menge Laktose eingenommen und anschließend erfolgt die Messung des Wasserstoffgehalts im Atem. Wird im Atem ein erhöhter Wasserstoffgehalt festgestellt, ist die Diagnose Laktoseintoleranz so gut wie sicher.

Eine neuere Methode ist der Gen-Test. Bei dieser Methode kann mit Hilfe eines Wangenabstrichs eine Milchzuckerunverträglickeit nachgewiesen werden, die genetisch bedingt ist. Ein sekundärer Laktasemangel kann allerdings nicht festgestellt werden.

Die richtige Behandlung

Wird bei ihnen oder ihren Kindern eine Laktoseunverträglichkeit diagnostiziert, muss die Ernährung in Bezug auf Milch und Milchprodukte umgestellt werden. Ziel der Behandlung von Laktoseintoleranz ist die individuell verträgliche Laktosemenge zu ermitteln und somit weitgehend beschwerdefrei zu sein. Dazu sollten vor allem Lebensmittel wie Vollmilch, Kondensmilch, Sahne und Buttermilch aber auch Käse, Joghurt, Schokolade und Pudding weitestgehend vom Speiseplan gestrichen werden. Solange keine Beschwerden auftreten, können Milchprodukte verzerrt werden. Dies richtet sich immer nach der individuellen Verträglichkeit. 

Allerdings ist Milchzucker nicht nur in Milch und Milchprodukten enthalten, sondern auch in Fertigprodukten, Medikamenten, Zahnpasta und in einigen homöopathischen Mitteln. Hierzu empfiehlt es sich, die Zutatenlisten und Beipackzettel genau zu studieren.

Lässt es sich beispielsweise aufgrund eines Essens außer Haus nicht vermeiden, Laktose zu verzehren, gibt es die Möglichkeit ein Präparat einzunehmen. Durch dieses Präparat wird die fehlende Laktase in Form von Tabletten aufgenommen. Bei der Einnahme dieser Tabletten durch Kinder sollte die Dosierungsmenge vorher unbedingt mit einem Arzt durchgesprochen werden.

Da Milch und Milchprodukte wichtige Kalziumlieferanten sind, das vor allem für Kinder sehr wichtig ist, sollte nicht einfach auf Milch verzichtet werden. Einige Hersteller bieten bereits Milch und Milchprodukte an, die entweder ohne Laktose oder extra mit Laktase  angereichert sind.

Julia Wassermann

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