Kochen mit Fertigprodukten

Kompromiss aus dem Kühlregal

Eingekeilt zwischen beruflichen und privaten Terminen wird Schnelligkeit oft zur bestimmenden Komponente der Nahrungsauswahl. Der Aufschwung der Fertigprodukte hat uns eine Fülle neuer Mahlzeiten beschert.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie macht auch vor dem Essensplan nicht Halt. Eingekeilt zwischen beruflichen und privaten Terminen wird Schnelligkeit oft zur bestimmenden Komponente der Nahrungsauswahl. Dies hat zu einem Aufschwung der Lebensmitteltechnologie, der Fertigprodukte und der Tiefkühlwaren geführt und hat uns die unterschiedlichsten Mahlzeiten beschert, die als fertige Produkte im Handel erhältlich sind. Doch sind diese Waren generell schlechter als frische Produkte, können sie diese vielleicht sogar ergänzen und worauf ist beim Kauf zu achten?

Tiefkühlprodukte kontra Frischware

Nichts schmeckt besser als frisches Obst aus dem eigenen Garten. Doch was macht man, wenn man keinen Garten hat, oder keine Saison für Obst ist? Es gibt die Möglichkeit, entweder Obst von der Obsttheke im Supermarkt oder vom Markt zu kaufen, oder auf Tiefkühlobst zurückgreifen.

Viele würden das frische Obst dem Tiefkühlobst vorziehen, weil sie denken: “Frisch gleich besser“, doch dies ist nicht immer ratsam. Obst, an der Luft gelagert, beginnt schon nach einem Tag, wertvolle Vitamine zu verlieren. Da die wenigsten das Obst direkt frisch von der Quelle (Bauern) kaufen, kann es sein, dass die Ware schon etliche Stunden oder Tage gelagert wurde. 

Bei einer Temperatur von 12°C verlieren viele Obstsorten aber schon fast die Hälfte ihrer Vitamine und haben somit nicht mehr den idealen Nährwert. Bei Tiefkühlobst, wird die Ware direkt nach dem Pflücken, portioniert und bei -18°C schockgefrostet. Der Vitamingehalt wird somit konserviert und selbst nach einem Jahr ist der Vitamingehalt bei annähernd 90 Prozent.

Ein weiterer Vorteil des Tiefkühlobstes ist die Portionierung, die Arbeitsschritte erheblich vereinfacht und damit Zeit spart. In den immer häufiger vorkommenden Singlehaushalten vergammeln Waren auch allzu schnell, wenn man zu viel gekauft hat.

Es ist zwischen Kühlkost und Tiefkühlkost zu unterschieden. Bei der Kühlkost wird das die Ware nur bis -12°V heruntergekühlt, was einen entscheidenden Einfluss auf die Haltbarkeit hat. Generell kann man sagen, je tiefer die Temperatur desto haltbarer das Produkt.

Bei Kühlwaren wie fertiggeschnittenem Salat ist deshalb genau auf das Haltbarkeitsdatum zu achten, nicht zuletzt auch weil beim Schneiden Flüssigkeit aus dem Salat tritt, die die Vermehrung von Bakterien begünstigt.Bei allen Tiefkühlwaren gilt, dass die Kühlkette eingehalten werden muss. Zwischendurch auftauen und dann wieder einfrieren ist absolut tabu. Bakterien, einmal in die Nahrungsmittel gelangt, vermehren sich dann auch, wenn man sie wieder einfriert. Eine gute durchgängige Kühlung kann man daran erkennen, dass der Inhalt in der Verpackung nicht verklumpt ist.

Fertigwaren zum Convenience Food geadelt

Auf Neu-Deutsch Convenience Food genannt, bringen diese Produkte vor allem eins, Bequemlichkeit, weil einer oder mehrere Arbeitsschritte, die bei frischer Zubereitung anfallen, übergangen werden. Die einfachste Form des Convenience Food ist ein bereits geschnittenes, aber noch unbehandeltes Produkt, während das Fertigprodukt die vollendeste Form darstellt, da man es nur noch aufwärmen muss.

Die großen Vorteile dieser Fertigprodukte ist die Zeit und Arbeitsersparnis, die man mit ihnen hat. Da verschiedenste Einzelbestandteile so zusammengestellt werden müssen, dass sie beim Aufwärmen zur gleichen Zeit zum Genuss fertig sein müssen, bedarf es zum Teil komplizierter Behandlungen und Vorverarbeitungen. 

So ist Fleisch in der Regel vorgegart, damit es schneller fertig ist. Emulgatoren sorgen dafür, dass Teig geschmeidig und Fett nicht ranzig wird. Besonders bei leichter verderblichen Inhaltsstoffen werden oft diverse Konservierungsstoffe, zugeführt. Antioxidationsmittel (Vitamin C, Knoblauch) verhindern oder hemmen die Reaktion mit Sauerstoff und fangen freie Radikale ein, die als Krebsfördernd gelten. 

In vielen Nahrungsmitteln hat man Geschmacksverstärker wie das Mononatriumglutamat oder auch Farbstoffe zugesetzt, die das Essen appetitlicher und schmackhafter machen sollen.

Fertigprodukte sind nicht generell ungesünder?

Inzwischen werben viele Firmen damit, dass sie eine natürliche Zubereitung ohne Konservierungsstoffe, künstliche Farbstoffe und Geschmacksverstärker anwenden. Geschmacksverstärker sind zwar nicht giftig, können bei manchen Menschen aber Kopfschmerzen, Mattheit und Allergien auslösen. Außerdem tragen sie zu einer „Geschmackserziehung“ bei.

Natürliche Produkte brauchen auch nicht so viele Konservierungsstoffe, was sich allerdings auch auf Haltbarkeit und Kühlbedarf auswirkt.

Fertigprodukte sollten möglichst wenig Fett enthalten, da Fett durch spezielle Enzyme trotz der Tiefkühlung schneller zerstört und verändert wird als andere Bestandteile. 

Wenn man diese Punkte beachtet, bekommt man in vielen Fällen eine schnelle, schmackhafte Kost, die schnell zubereitbar ist und nicht ungesünder als vieles selbst Gemachtes. Zudem lassen sich viele Fertigprodukte mit Frischwaren aufwerten. So kann man durchaus frische Paprika auf eine Fertigpizza machen. 

Allerdings kann man sich schon fragen, ob der Zeitaufwand einer eigenen Zubereitung wirklich so viel größer ist.Viele Rezepte lassen sich nämlich auch ohne großen Aufwand selber kochen und nichts kann eine selbst gemachte, dem eigenem Geschmack angepasste Speise ersetzen. (ad)

Andreas David

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