Exzentriker - Ansgar Brinkmann

Der schwarz-weiße Brasilianer

Meinungen über Ansgar Brinkmann treffen sich nicht in der Mitte.

Entweder mag man den begabten Instinktfußballer Brinkmann, den sein Osnabrücker Trainer Schafstall, halb bewundernd, halb resignierend als „weißen Brasilianer“ titulierte, oder man gehört zu den Fans der gegnerischen Mannschaft und verachtet die großmäulige Geste, mit der Brinkmann zu seinen besten Zeiten seine Gegenspieler der Demütigung preisgab. Auch abseits des Rasens war der Techniker nicht für Langeweile zuständig.

Der Fußball fühlt sich der Tradition verpflichtet, die Pflege seltsamer Rituale gehört auch in der Berichterstattung zur lieb gewonnenen Folklore. Wenn das Achtelfinale des UEFA-Cups mal wieder ohne deutsche Beteiligung stattfindet oder die Nationalelf sich zu einem düsteren 0:0 gegen eine Polarlichtauswahl gequält hat, steigen ein paar Nostalgiker aus ihren Kisten und beklagen gepresst den Mangel an Typen, gern auch an Straßenfußballern.

So vehement, wie diesen Spielertypen gruppenförderliche Charaktereigenschaften zugeschrieben werden, so schnell werden sie zumeist auch als unerziehbare Problemfälle abgeurteilt, wenn sie sich mal über geltende Regeln hinweg gesetzt haben.

Ansgar Brinkmann gehört in diese Kategorie. Wegen seines trickreichen, technisch hochversierten Spiels erfreute er sich bei den Fans seiner zahlreichen Clubs stets großer Beliebtheit. Doch nicht immer gelang ihm die Balance zwischen sportlicher Klasse und entsprechender Darstellung nach außen. In einfachen Verhältnissen aufgewachsen, nutzte er seine Fähigkeiten auf dem Platz auch als Mittel zum sozialen Aufstieg.

Brinkmanns Auftritte in der Öffentlichkeit waren nicht selten geprägt von einem Hang zur Großmäuligkeit, dem mitunter erst vor Gericht Einhalt geboten werden sollte.


Selbstbewusstsein als Hobby

Dabei hat der in Vechta geborene Mittelfeldspieler weder aus seiner Herkunft noch seinem Selbstbewusstsein je einen Hehl gemacht. Mit seinem Markenzeichen, dem doppelten Übersteiger mit anschließendem Absatzkick, wurde Brinkmann Feindbild und Albtraum für zwei Generationen technisch minderbemittelter Erst- und Zweitligaspieler. Seine Eskapaden außerhalb des Platzes hingegen haben nicht wenige Trainer zur Weißglut getrieben und eine mögliche große Karriere verhindert. Gerade, was ihn auf dem Rasen auszeichnete, seine instinktive und teilweise anarchische Spielweise, hat ihm abseits des Platzes den größten Ärger eingehandelt.

Ebenso beispielhaft wie legendär ist Brinkmanns Auftritt anlässlich einer Verkehrskontrolle in Osnabrück. Nachdem er sein Porsche Cabrio mit einer Vollbremsung zum Stehen gebracht hatte, stieg er aus und sprintete den verdutzten Polizisten über ein anliegendes Feld einfach davon.

Ansgar Brinkmann begann seine Karriere 1986/87 bei Bayer Uerdingen, wechselte aber nach nur einer Saison für drei Jahre zum damaligen Zweitligisten VfL Osnabrück. Länger sollte es der Mittelfeldspieler nirgendwo aushalten. Über die Stationen Münster, Mainz und Gütersloh gelangte Brinkmann mit Eintracht Frankfurt 1997 erneut in die Bundesliga. Zwei Spielzeiten später verließ er die Hessen aber schon wieder, um das lukrative Angebot des damaligen Zweitligisten Tennis Borussia Berlin anzunehmen.

Die kleine Bühne war Brinkmann manchmal genug, hier überwogen seine sportlichen Vorzüge sein schwieriges Naturell bei weitem. Doch die Berliner hatten auch ohne Brinkmann genug Probleme. Nach dem Lizenzentzug für TeBe schloss sich er zunächst erneut dem VfL Osnabrück an, um ein Jahr später für Arminia Bielefeld doch noch einmal in der Bundesliga zu spielen.


expect the unexpected

Bei den Ostwestfalen festigte Brinkmann seinen Ruf in jeder Hinsicht. Sportlich ein Leistungsträger, gefeiert vom eigenen Anhang, brachte ihm eine im Privatleben zur Schau gestellte proletarische Schnörkellosigkeit mehrere Anzeigen ein, so dass sich der Verein schließlich der lieben Ruhe wegen von ihm trennte. Danach wurde es auch um Brinkmann selbst ruhiger.

Nach Umwegen über Ahlen, den FC Kärnten und Dynamo Dresden landete Ansgar Brinkmann 2006 schließlich erneut bei Preußen Münster. Deren Abstieg aus der Regionalliga konnte der mittlerweile 36jährige nicht mehr verhindern, er hielt dem Verein aber auch in der Oberliga Westfalen die Treue.

Dort endet vermutlich die Karriere des Ansgar Brinkmann. Wäre er hier und da mit diplomatischem Geschick gesegnet gewesen, hätte er, gemessen an seinem Talent, viel mehr erreichen können. Vielleicht aber hätte sich Ansgar Brinkmann damit seiner größten Stärke beraubt, instinktiv im richtigen Moment das falsche zu tun. Auf dem Platz hat er so große Momente geschaffen.

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