GEMEINSAM (UND) FIT

Sport für die ganze Familie

Sport ist wichtig für die gesunde Entwicklung eines Kindes, sowohl in psychischer als auch in physischer Hinsicht. Doch auch im Erwachsenenalter sollte Bewegung nicht zu kurz kommen. Wieso also nicht als ganze Familie gemeinsam Sport treiben?

Überflüssige Pfunde oder ein Mangel an Bewegung sind in jedem Lebensalter gesundheitsschädlich. Doch in erster Linie sollten Eltern ihren Kindern ein gutes Vorbild sein, wenn es um einen gesunden Lifestyle geht. Dazu gehört neben einer ausgewogenen Ernährung und dem Verzicht auf Suchtmittel wie Zigaretten oder Alkohol eben auch ausreichend Sport. Je früher die Kinder lernen, Bewegung in ihren Alltag zu integrieren, umso höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie diese Gewohnheit im Jugend- sowie Erwachsenenalter fortführen. Andersherum steigt das Risiko von Übergewicht im späteren Lebensalter, wenn dieses bereits im Kindesalter erworben wurde. Selbiges gilt für in der Kindheit erworbene Ernährungsgewohnheiten: Diese setzen sich in den meisten Fällen bis ins Erwachsenenalter fort und haben großen Einfluss auf den Gesundheitszustand.


Deutsche Kinder essen ungesund und bewegen sich zu wenig


Leider sind die Zahlen erschreckend: Deutsche Kinder essen zu wenig Obst und Gemüse. Sie nehmen zwar ausreichend Kalorien zu sich, allerdings vermehrt aus Zucker und ungesunden Lebensmitteln wie Fertigware. In Kombination mit chronischem Bewegungsmangel führt das dazu, dass viele deutsche Kinder zu dick sind. Mindestens 90 Minuten Bewegung am Tag sowie regelmäßiger Sport sollten zum Alltag des Kindes gehören. Denn Bewegung wirkt sich nicht nur positiv auf den Körper, das Gewicht, das Herz-Kreislauf-System sowie zahlreiche weitere physische Aspekte aus, sondern auch auf geistiger Ebene. Wer regelmäßig Sport treibt, fördert die mentalen Fähigkeiten. Vor allem, aber längst nicht nur bei Kindern, die sich noch in der geistigen Entwicklung befinden, macht sich das bemerkbar. 

 

Jede Bewegung wird über Sinnesorgane registriert und bedeutet dadurch eine Form der Aktivität im Gehirn. Dadurch hängen Bewegung und die intellektuelle Entwicklung eines Kindes unmittelbar zusammen. Zahlreiche Studien haben beispielsweise bewiesen, dass Kinder, die besser rückwärtslaufen können, gleichzeitig auch im Mathematikunterricht besser abschneiden. Zufall ist das nicht! Auch auf das Wohlbefinden des Kindes wirkt sich Sport positiv aus: Wer sich mindestens zehn Minuten pro Tag aktiv bewegt, zeigte in 


Untersuchungen einen deutlich erhöhten Serotoninspiegel, sprich das Glückshormon. Diese Personen haben bessere Laune, Angstgefühle werden reduziert und auch die Befindlichkeit ist deutlich gesteigert, beispielsweise im Sinne einer Minderung von chronischen Schmerzen. Kinder, welche sich ausreichend bewegen, profitieren weiterhin von

  • einer allgemein verbesserten Gesundheit und einem stärkeren Immunsystem.
  • einer besser ausgebildeten Motorik sowie einem realistischeren Gefühl für die eigenen körperlichen Fähigkeiten. Die Kinder können also auch ihre Grenzen gezielter einschätzen und bilden einen guten Gleichgewichtssinn aus.
  • stärkeren Knochen, was vor allem im höheren Lebensalter wichtig wird. Die Grundlagen für eine dichte sowie stabile Knochensubstanz wird jedoch bereits in der Kindheit gelegt, durch ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung.
  • einer gestärkten Muskulatur und damit auch verbesserten Haltung. Dies wirkt einerseits präventiv gegen Schäden an der Wirbelsäule, andererseits wirkt sich die „Haltung“ sprichwörtlich auch psychisch aus im Sinne eines gesteigerten Selbstbewusstseins. 
  • einem größeren Selbstbewusstsein, welches weiterhin dadurch entsteht, dass die Kinder ihre körperlichen Kräfte besser einzuschätzen lernen. Im Sport messen sie sich spielerisch mit Gleichaltrigen, verzeichnen erste Erfolge und vertrauen zunehmend in sich selbst.
  • besseren Sozialkompetenzen, denn gleichzeitig müssen die Kinder in diesem Zuge auch lernen, mit Niederlagen umzugehen, Rücksicht auf andere Kinder zu nehmen oder ihre Bewegungen mit diesen abzustimmen, je nach Sportart. Besonders empfehlenswert sind deshalb (zusätzlich) sportliche Aktivitäten in Mannschaften oder Teams.


Eltern sollten den natürlichen Bewegungsdrang ihrer Kinder unterstützen


Nein, ein Kind ist nicht gleich hyperaktiv, nur weil es nach langem Stillsitzen mit dem Stuhl zu kippeln beginnt. Stattdessen haben Kinder einen natürlichen Bewegungsdrang. Aufzustehen, zu rennen, springen oder spielen ist ein Grundbedürfnis wie das Essen, Trinken und Schlafen auch. Leider wird Kindern dieser Bewegungsdrang in der deutschen Gesellschaft oft schon früh aberzogen.

Sie sollen sitzen, zuhören, lernen und leisten. Wer seinen Kindern aber wirklich einen Gefallen tun möchte, sollte ihren natürlichen Bewegungsdrang fördern, mehr noch: sich von diesem inspirieren lassen. Auch für Erwachsene wäre es nämlich gut, sich im Alltag wieder mehr zu bewegen. Fangen spielen mit den Kindern oder etwas auf dem Spielplatz toben ist dafür bereits ein guter Anfang. Zudem gibt es zahlreiche Möglichkeiten, als Familie Sport zu treiben und dadurch gemeinsam fit zu bleiben beziehungsweise zu werden. Welche Sportarten oder Möglichkeiten zur Bewegung eignen sich also für die gesamte Familie?
 

•    Gymnastik oder Tanz: Sind die Kinder noch klein und können vielleicht gerade erst laufen, sind viele gemeinsame Sportarten noch nicht möglich. Dennoch können sich die Eltern im heimischen Wohnzimmer mit Gymnastik oder Tanz zu etwas Musik – beispielsweise via DVD – fit halten und die Kinder zappeln garantiert gerne mit. Mit zunehmendem Alter werden sie dann auch in der Lage sein, die Bewegungen exakter zu kopieren und werden vielleicht sogar richtig gute Tänzer. 


•    Schwimmen: Auch das Schwimmen eignet sich als Sportart für die ganze Familie. Je nach Alter erhalten die Kinder eine Schwimmhilfe wie Schwimmflügel und können sich dann mit der Fortbewegung im Wasser vertraut machen. Das Gute am Schwimmen: Es schont die Gelenke und sorgt für ein sanftes Ganzkörpertraining. Nichtschwimmer dürfen von den Eltern aber niemals aus den Augen gelassen werden.

•    Reiten: Vor allem kleine Mädchen sind häufig fasziniert von Pferden. Reiten kann bereits in jungen Jahren begonnen werden. Die Mutter führt das Pony und das Kind lernt, sich auf dem Vierbeiner zu halten.

Später sind gemeinsame Ausritte in die Natur oder sogar ein Familienurlaub auf dem Reiterhof möglich. Dennoch handelt es sich zwar um einen schönen, nicht aber ungefährlichen Sport. Die passende Ausrüstung ist deshalb unverzichtbar, um die Sicherheit des Kindes zu gewährleisten.
 

•    Wandern: Sobald das Kind laufen kann, sind auch Wanderungen mit der ganzen Familie möglich. Hierbei sollten sich die Eltern aber bewusst sein, dass das Kind noch nicht die notwendige Ausdauer hat und früher oder später getragen werden muss. Es ist daher sinnvoll, ein entsprechendes Tragetuch oder eine spezielle Babytrage mitzunehmen, damit die Hände des beziehungsweise der Tragenden beim Laufen frei sind.

 

•    Ballsportarten: Sind die Kinder schon etwas älter, können sie den Umgang mit dem Ball erlernen. Fußball, Beachvolleyball, Handball oder Federball, die Möglichkeiten sind zahlreich und machen der ganzen Familie Spaß. 


•    Klettern: Sei es Indoor oder Outdoor, auf dem Spielplatz, an der Kletterwand mit Seil oder beim Bouldern: Klettern ist ein Sport, der vielen Erwachsenen und Kindern gleichermaßen Spaß macht. Er trainiert den gesamten Körper und sorgt für ein wenig Abenteuer im Alltag. Später kann das Klettern mit einer Wanderung kombiniert werden. Auch hier gilt aber natürlich: Das Kind muss jederzeit ausreichend gesichert und unter Beobachtung sein, um Stürze und Verletzungen zu vermeiden. 


•    Fahrradfahren: Ab einem Alter von rund drei Jahren kann das Kind bereits das Fahrradfahren erlernen. In der Regel wird mit einem Laufrad begonnen, später eventuell mit Stützrädern nachgeholfen, jedoch haben die meisten Kinder den Dreh schnell raus. So kann die Familie gemeinsam eine schöne Fahrradtour unternehmen oder im Jugendalter fährt der Nachwuchs selbstständig zur Schule. Ein Helm ist dabei allerdings ebenso Pflicht wie ein Fahrrad in der passenden Größe, welches den Anforderungen der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) entspricht und bei dessen Wahl auf relevante Kriterien geachtet werden sollte.


•    Inlineskaten: Auch das Inlineskaten macht vielen Kindern bereits im jungen Alter Spaß und bietet die Möglichkeit zu tollen Familienausflügen in die Natur. Wenn im Winter Schnee und Eis auf den Straßen liegen, kann das Inlineskaten ganz einfach durch die artverwandte Sportart Schlittschuhlaufen ersetzt werden.


•    Ski- oder Snowboardfahren: Ebenfalls im Winter geeignet ist das Ski- oder Snowboardfahren. Prinzipiell gilt hierbei: Je früher ein Kind diese Sportarten erlernt, umso besser wird es später und desto mehr Spaß macht das Ski- oder Snowboardfahren im Allgemeinen. Also ab auf die Piste und zwar so früh wie möglich