Freizeitsport Klettern

Nur nicht nach unten schauen!

In Hollywood ist Klettern noch eine gefährliche Angelegenheit, in Indoor-Kletterhallen wird daraus eine spaßige Herausforderung für jeden, der sich traut.

Es ist eine essentielle Frage für die Psychologie des Bergsteigens: Sollte ein angehender Bergsteiger vor seinem ersten Klettertrip schon mal einen abstürzenden Kollegen gesehen haben, um sich der möglichen Konsequenzen bewusst zu sein, oder doch eher nicht? „Nicht nach unten gucken“ oder auch: „Nicht nachdenken!“, heißt es immer, als Antwort auf solche Fragen. Die Gefahr des Sports scheint so groß zu sein, dass man sie nur verdrängen kann, will man ihr nicht erliegen.

Jeder kann sich vorstellen – oder glaubt es zumindest – wie ein armer Kraxler den Berg mit mehreren schmerzhaften Schreien hinabfällt und schließlich mit einer Rauchwolke wie aus einem Disney-Zeichentrickfilm zu Boden geht, auch wenn es meist nicht so weit kommt, weil wir davor aus dem Alptraum erwachen.

Denn in der Realität sieht es nun einmal so aus, dass wir nur unglaublich selten hören müssen, dass es beim Bergsteigen zu einem Unfall gekommen ist. Nicht annähernd so oft wie zum Beispiel beim maschinellen Erklimmen der Berge per Seilbahn. Auch die Uni Erlangen versucht gerade das anrüchige Image des Kletterns aufzupolieren, mit einer Studie über die Unfallhäufigkeit, die Versicherungen überzeugen soll, Klettern als Risikosportart zu streichen.

Nicht jeder Kletterer will schließlich auf Alain Roberts Spuren wandeln, der ohne jegliche Hilfsmittel oder Sicherung die größten Wolkenkratzer dieser Welt, mit ihren glatten Fensterfassaden, erklimmt.

Außerdem verlagert sich das Klettern als Freizeitbeschäftigung, vor allem bei Anfängern, zunehmend vom kalten Gebirge in die gemütlicheren Kletterparks und -hallen der Städte. Es wird dadurch für eine viel breitere Masse zugänglich gemacht.


Safety first und überdachte Berge

Bevor es hoch hinaus geht, ist es jedoch wichtig, zu lernen, wie man den Weg nach unten heil übersteht: Ein Sturz- und Sicherungstraining ist mehr als empfehlenswert für jeden, der Reinhold Messner nacheifern will. Professionelle Hilfe ist sowieso für jeden angehenden Bergsteiger oder auch Indoor-Kletterhallen-Steiger nötig.

Da man Klettern als Anfänger sowieso nicht alleine darf (zumindest in einer Kletterhalle; vor dem Everest sitzt natürlich niemand in einem kleinen Häuschen und versperrt den Weg für Grünschnäbel), ist ein erfahrener Helfer der erste und wichtigste Ausrüstungsgegenstand eines Anfängers.

Denn free-climbing, oder in unattraktiver deutscher Version: Freiklettern, bedeutet nicht, wie von vielen vermutet, das Klettern ohne Sicherung, quasi free von belastendem Seilmaterial, nein, es heißt, dass man sich ohne Hilfsmittel (z.B. Leiter) an die Besteigung eines wand- bzw. klippenähnlichen Objektes macht. Das Klettern ohne Sicherung, in Fachkreisen „free solo“ genannt, ist derweil genauso tödlich und unratsam, wie Fallschirmspringen allein mit einem gespannten Regenschirm.

Es gibt verschiedene Arten der Sicherung, in Kletterhallen wird jedoch fast ausschließlich die so genannte Top-Rope-Sicherung angewandt. Dabei geht das Seil vom Sichernden, der auf dem Boden steht, zur Spitze der Kletterwand, und von dort aus zum Kletternden. Der Kletternde wird also von oben gesichert und fällt, im Falle eines Sturzes, relativ sanft in das elastische Seil.

Gesichert wird meistens über einen Karabiner, durch den das Sicherungsseil in einer Schlaufe läuft und der es dem Sichernden ermöglicht, dem Kletternden so viel Seil wie nötig zu geben, der aber im Fall eines beidseitigen Ziehens am Seil einen stabilen Knoten bildet (also, wenn der Kletternden fällt und der Sichernden das Seil festhält).

Eine andere Variante des Kletterns, die auch in so gut wie allen Kletterhallen angeboten wird, ist das so genannte „Bouldern“. Damit ist das Klettern an einem Felsen oder einer Wand in „Absprunghöhe“ gemeint (wobei der Begriff „Absprunghöhe“ nicht genau definiert ist). Es wird auf Sicherungsseile und Gurte verzichtet, statt dessen werden Schaumstoffmatten (Crashpads) unter den  an der Wand hängenden gelegt, die im Notfall einen unkontrollierten Sturz abfedern.


Cliffhanger und Wellness

Dass Klettern enorm spaßig sein kann, für groß und klein, steht außer Frage, aber die Anstrengung des Kletterns sollte nicht unterschätzt werden. Die Routen in einer Kletterhalle sind in unterschiedliche Schwierigkeitsgrade eingeteilt, so dass für jeden, egal wie grün hinter den Ohren, eine erzwingbare Herausforderung bereit steht.

Einen Muskelkater für den nächsten Tag, sollten aber vor allem Einsteiger, auf jeden Fall einplanen, da beim Klettern meist das ganze Gewicht auf ein oder zwei der vier Gliedmaßen gestützt wird und die Belastung sich dementsprechend bündelt: Nicht umsonst hat Muskelprotz Sylvester Stallone den „Cliffhanger“ gespielt. Ein gestandener Kletterer wird sich bald über einige neue Hügel auf der eigenen (Körper-) Landschaft wundern bzw. freuen.

Damit nicht gleich das Geschrei nach Magnesium-Tabletten und isotonischen Getränken groß wird, sind die großen Kletterhallen auch meist noch mit Sauna- bzw. sogar Massage-Bereichen  bestückt, damit sich der städtische Bürohengst nach diesem kurzen Ausflug in die „Wildnis“ wieder akklimatisieren kann. Diese Entspannung rundet ein solches Klettererlebnis wunderbar ab: die Belohnung für das Erklimmen des Gipfels, oder aber auch der Trost für das abermalige Fallen.

Sechs bis Zwölf Euro kostet eine Tageskarte durchschnittlich in einer größeren Kletterhalle. Ein erfahrener Begleiter und Ausrüstung sind dabei allerdings selbst mitzubringen. Für Einsteiger bieten die meisten Hallen Kletterkurse unter professioneller Leitung an, die in Sachen Kosten und Umfang von Ort zu Ort variieren.

Ein Tag in der Kletterhalle bringt auf jeden Fall Spaß, Ablenkung vom Alltag und eine wohltuende Portion Selbstbestätigung, wenn man den (möglicherweise nur metaphorischen) Hügel erklommen hat. An der Kletterwand kann man auch kleine, aber zehrende Ängste loswerden, vor allem die vollkommen unnötige Angst vor dem Fall. Denn beim Klettern fällt man nie besonders tief. Gefährlich ist was Anderes, Haifischtauchen zum Beispiel.

Jonathan Nübel


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